Solo oder im Formations-Verband? Im Herbst müssen sich die Tänzerinnen im Jazz und Modern/Contemporary möglicherweise entscheiden, in welchem Bereich sie starten wollen. © Judith Pollmann
Tanzen

Eine reguläre Saison gibt es nicht

Einen regulären Ligenbetrieb wird es im Jazz und Modern/Contemporary 2021 auch unterhalb der Bundesligen nicht geben. Die Alternativen sind noch weitgehend offen.

Die ursprünglich fürs erste Halbjahr 2021 angesetzten Saisonturniere im Jazz und Modern/Contemporary müssen abgesagt werden. In diesem Punkt waren sich die Teilnehmer einer Videokonferenz, zu der der Tanzsportverband NRW (TNW) am Montag alle Vereine eingeladen hatte, einig.

Helmut Winkler nahm fürs TSZ Royal Wulfen teil

„Für den Herbst wurden verschiedene Optionen diskutiert“, berichtete Helmut Winkler, Vorsitzender des TSZ Royal Wulfen, der für seinen Verein an der Konferenz teilnahm: „Eine davon, die viel Zuspruch erhalten hat, war eine Art Minisaison oder Pokalturnier – wie man es auch nennen mag – auf Ebene der jeweiligen Ligen ohne Teilnahmepflicht und Abstiegsregelung aber mit möglicher Aufstiegschance, wenn Ligen aufgrund der Auflösung von Formationen aufgefüllt werden müssen.“

Wenn auch eingeschränkt, brächte aber auch dieser Turnierbetrieb Probleme mit sich. „Wichtig ist natürlich, dass Ausrichter und Hallen zur Verfügung stehen. Und die Turniere dürfen nicht bis in den Winter reichen, um eine ausreichende Vorbereitungszeit für die Saison 2022 zu haben, die dann gegebenenfalls auch etwas später als im Februar beginnen könnte“, erklärte Helmut Winkler.

Auch die Idee einer auf Herbst 2021 und Frühjahr 2022 gesplittete Saison mit vier Turnieren pro Liga könnte Schwierigkeiten hinsichtlich der Altersstrukturen im Kinder- und Jugendbereich mit sich bringen und wäre deshalb in Planung und Durchführung komplizierter.

„Es waren sich aber eigentlich alle einig, dass man auf jeden Fall versuchen sollte, im Herbst etwas anzubieten“, stellte der TSZ-Vorsitzende fest.

Onlineturniere finden bislang keine Mehrheit

Dass die Option von Onlineturnieren nur kurz angerissen wurde, freute Winkler: „Ich bin zufrieden, dass das bei der Diskussion keine Mehrheit gefunden hat.“ Eine weitere Frage, die Winkler am Herzen liegt, werde sich nach seiner Einschätzung von alleine regeln. Denn weil eine parallele Durchführung von Formationsturnieren auf der einen Seite und solchen für den Solo- und Duo-Bereich auf der anderen im Herbst zu Terminüberschneidungen führen könnte, müssten sich die Tänzerinnen entscheiden, wo sie starten wollen. Als entschiedener Verfechter des Formationstanzens („Das ist unsere Basis.“) setzt Winkler darauf, dass diese Entscheidung zugunsten der Formationen und ihrer Turniere ausfallen wird.

“Ohn Wettkämpfe springen viele ab“

Er unterstrich noch einmal die große Bedeutung der Turniere: „Wenn wir den Tänzerinnen keine Wettkämpfe bieten können, springen sie uns auf Dauer ab. Das Onlinetraining ist in der aktuellen Situation eine Option. Aber es hat eben doch etwas Irreales.“ Dass die Formationen im Herbst wohl weit vom Leistungsstand vor der Pandemie entfernt seien, war in der Konferenz am Montag Ansicht nahezu aller Teilnehmer.

Der Wulfener hofft deshalb vor allem, „dass die Bundesregierung bald wieder normales Training erlaubt“. Doch eine weitere Sorge bleibe: „In den Sporthallen ist in Sachen Lüftung rein gar nichts passiert. Da wird man sehen müssen, was dort an Veranstaltungen möglich sein wird.“

Was es auch ist – das TSZ Royal wird sich auf jeden Fall um die Ausrichtung von Turnieren bewerben. Der TNW will die Vereinen nun noch einmal konkret zu den verschiedenen Wettkampf-Optionen befragen. Wenn die Ergebnisse vorliegen und es Perspektiven für die Wiederaufnahme des Trainings gibt, soll es eine weitere Konferenz geben.

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Sport ist für den Wulfener nicht nur ein wichtiger Bestandteil seines Arbeitslebens. Seit 1993 schreibt er als Mitarbeiter der Dorstener Zeitung über das Sportgeschehen in der Lippestadt, seit 1999 ist er als Redakteur für den Lokalsport in der Lippestadt verantwortlich. Dabei fasziniert ihn besonders die Vielfalt der Dorstener Sportszene, die von Fußball bis Tanzen und von Basketball bis Kitesurfen reicht.
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Andreas Leistner

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