Die U17-Juniorinnen des SSV Rhade hätten den Klassenerhalt in der Bundesliga wohl auch so geschafft. Als die Saison nun endgültig abgebrochen wurde, standen sie auf Platz sieben. © Joachim Lücke
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Droht Rhade in der Bundesliga ein härterer Abstiegskampf?

Nun haben auch die B-Juniorinnen des SSV Rhade Gewissheit: Ihre Bundesliga-Saison wird ohne Wertung abgebrochen. Das könnte auch für die neue Spielzeit bedeutende Konsequenzen haben.

Das beschloss der Vorstand des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) am Freitag und folgte damit den Anträgen des DFB-Jugendausschusses und des DFB-Ausschusses für Frauen- und Mädchenfußball. Auch der DFB-Pokal der Junioren endet in der aktuellen Spielzeit aufgrund der Corona-Pandemie ohne Sieger. Zuvor hatten sich die an den Wettbewerben teilnehmenden Vereine in Meinungsabfragen mehrheitlich für den Abbruch der Saison 2020/2021 ausgesprochen.

Analog zu den A- und B-Junioren-Bundesligen wird es auch in der B-Juniorinnen-Bundesliga keine Absteiger geben. Darüber hinaus hat der DFB-Vorstand beschlossen, dass die Endrunde um die Deutsche Meisterschaft in der B-Juniorinnen-Bundesliga für die Saison 2020/2021 ersatzlos ausfällt. Grundlage dieser beiden Entscheidungen ist die geringe Anzahl an Spieltagen, die in den Staffeln Nord/Nordost, West/Südwest (jeweils sechs Spieltage) und Süd (sieben Spieltage) bis zur Einstellung des Spielbetriebs Ende Oktober 2020 ausgetragen wurden.

DFB-Ausschuss plädiert für zusätzliche Absteiger

Sollte es zu einer erneuten Aufstockung der Staffeln der B-Juniorinnen-Bundesliga durch die nächsttieferen Spielklassen der jeweiligen Regional- beziehungsweise Landesverbände kommen, plädiert der DFB-Ausschuss für Frauen- und Mädchenfußball dafür, dass durch einen vermehrten Abstieg innerhalb von einer Spielzeit eine Reduzierung der Staffelgröße auf die ursprüngliche Teilnehmerzahl von zehn Mannschaften erfolgen soll. Der DFB-Vorstand ist der Empfehlung des DFB-Ausschusses für Frauen- und Mädchenfußball gefolgt.

“Jeder Aufsteiger bedeutet einen zusätzlichen Absteiger“, erklärte Dieter Müssner, Abteilungsleiter Frauen- und Mädchenfußball beim SSV Rhade, am Sonntag im Gespräch mit unserer Redaktion. Steht der SSV Rhade im zweiten Jahr nach dem Bundesliga-Aufstieg also vor einer deutlich schwereren Saison? Müssner glaubt das nicht.

Dieter Müssner, SSV Rhade
Dieter Müssner sieht der weiteren Entwicklung gelassen entgegen. © Andreas Leistner © Andreas Leistner

“Die Frage ist ja, was der jeweilige Regionalverband zulässt, und da hieß es bei uns, dass es in der Regionalliga weder Auf- noch Absteiger geben soll“, sagt der Rhader. Doch selbst für den Fall, dass doch noch Aufsteiger gesucht würden, glaubt Müssner nicht, dass es tatsächlich welche geben wird: „Die Regionalliga West besteht aus zwei Gruppen. Da müsste also noch ein Entscheidungsspiel stattfinden. Doch dafür fehlt die Zeit.“ Schließlich müsste den Mannschaften vor einer solchen Partie die nötige Vorbereitungszeit gewährt werden: „Und das sehe ich bei der derzeitigen Corona-Lage einfach nicht.“

Quotienten-Regel auf Basis von nur vier Spielen?

In der Regionalliga Südwest sind zudem erst vier Spiele gespielt. „Auf dieser Basis eine Quotienten-Regel anzuwenden, erscheint mir doch recht fragwürdig“, möchte der Rhader Abteilungsleiter diesen Fall fast ausschließen. Hinzu kommt: „Die Vereine müssten ja erst einmal die Bundesliga-Lizenz überhaupt beantragt haben.“

So sieht Müssner der kommenden Spielzeit gelassen entgegen: „Wir können es eh nicht ändern und nehmen es, wie es kommt.“

Mit Material des DFB

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Andreas Leistner
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