Ab Montag können die heimischen Jugendfußballer wieder die Trainingsmaterialien herausholen. Kinder bis 14 Jahre dürfen in Gruppen von bis zu 20 Personen Sport treiben. © Andreas Leistner
Corona-Lockerungen

Dorstens Vereine schreien nicht uneingeschränkt Hurra

Die Kinder jubeln. Die Vereine sind vor den ab Montag geltenden Lockerungen im Amateursport von einem uneingeschränkten Hurra noch ein gutes Stück weit entfernt.

Selbst mehrmaliges, aufmerksames Lesen und unzählige Telefonate halfen nicht, und auch der Landessportbund merkte im Laufe des Freitags, dass das, was die Düsseldorfer Staatskanzlei am späten Vormittag zum Thema Lockerungen im Sport herausgegeben hatte, einiger Erklärung bedurfte.

Deshalb gab der LSB am Nachmittag auch eine klärende Mitteilung heraus. Erst dann stand fest: Ab Montag dürfen Kinder bis einschließlich 14 Jahre unter freiem Himmel in Gruppen bis zu 20 Personen und mit zwei Trainern Sport treiben – und zwar ohne Abstand und mit Kontakt.

Einem Trainingsbetrieb der Jugendfußballer dieses Alters steht also nichts mehr im Wege, die Vereine können ihre Plätze öffnen, und die meisten werden das wohl auch tun. Allerdings steht den Clubs natürlich noch ein arbeitsreiches Wochenende bevor. Trainingspläne wollen erstellt und ein Hygienekonzept erarbeitet sein. Die Kontrolle des Geschehens und der Einhaltung der geltenden Coronaschutzverordnung sieht die Stadt Dorsten nämlich weiter bei den Vereinen, und sie wird schwer genug.

Denn allen älteren Jugendlichen müssen die Vereine sagen, dass sie lediglich allein, zu zweit oder bestenfalls zu fünft trainieren dürfen, wenn diese fünf Personen aus maximal zwei Haushalten kommen.

BSV Wulfen und BG Dorsten bleiben vorsichtig

Eine schwierige Situation, die beispielsweise auch den Basketballern des BSV Wulfen zu denken gibt. „Wir werden das Thema in unserer Vorstands-Konferenz am Montag besprechen“, sagte Vorsitzender Christoph Winck auf Anfrage unserer Redaktion, „aber ganz ehrlich: Welcher Ehrenamtliche soll das fünf oder mehr Tage die Woche jeden Nachmittag überwachen? Und hinterher sind wir dann der Verein, der die Coronaregeln bricht? Da bin ich lieber vorsichtig. Wir sind nun mal Hallensportler.“

Auch bei der BG Dorsten waren die Planungen für ein erneutes Freiluft-Training am Freitag noch ganz im Anfangsstadium. „Wir müssen das im Vorstand noch besprechen und dann schauen, was möglich und erlaubt ist“, sagte BG-Geschäftsführerin Lena Kemper. Ein Training auf der Anlage neben der KIA Baumann Arena wie im vergangenen Sommer sei sicherlich denkbar. Kemper sieht aber auch noch Probleme: „Der Platz ist eh meistens voll. Und einen Cut zu machen zwischen den Jüngeren und denen ab 15, wird auch nicht einfach zu vermitteln sein.“

Fußballer tasten sich vorsichtig heran

Bei den Fußballern hatte der 1. SC Blau-Weiß Wulfen die Beratungen des Vorstandes wohlweislich auf den Samstag gelegt. „Wir wollen erst mal abwarten, was nun tatsächlich erlaubt ist“, sagte Vorsitzender Dennis Pohlmann angesichts der Konfusion, die am Freitag zunächst herrschte. Da hatten ihn aber natürlich schon etliche Nachfragen von Spielereltern erreicht.

Auch beim BVH Dorsten gab sich Vorsitzender Uli Canovi am Freitag vorsichtig: „Unsere Jugendabteilung wird nun ein entsprechendes Konzept aufstellen. Wir wollen schließlich nicht, dass plötzlich zu viele Leute auf der Anlage sind.“ Auch die Kabinen und Toiletten möchte Canovi lieber geschlossen halten, obwohl zumindest die Toiletten nach Angaben des Landessportbundes unter Beachtung der Hygienevorgaben erlaubt wäre.

Man darf also gespannt sein, was am Montag auf Dorstens Sportplätzen los sein wird. Der LSB mahnte auf jeden Fall: „Der Vereinssport ist jetzt gefragt, die sich bietenden Möglichkeiten zu nutzen und gleichzeitig verantwortungsvoll zu handeln. Lassen Sie uns gemeinsam beweisen, dass wir das können und dass Sportvereine ein Ort für sicheres Sporttreiben sind.“

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Sportredaktion
Sport ist für den Wulfener nicht nur ein wichtiger Bestandteil seines Arbeitslebens. Seit 1993 schreibt er als Mitarbeiter der Dorstener Zeitung über das Sportgeschehen in der Lippestadt, seit 1999 ist er als Redakteur für den Lokalsport in der Lippestadt verantwortlich. Dabei fasziniert ihn besonders die Vielfalt der Dorstener Sportszene, die von Fußball bis Tanzen und von Basketball bis Kitesurfen reicht.
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Andreas Leistner

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