Wann geht es denn nun wieder los? Der Stufenplan zur Lockerung der Coronaschutzmaßnahmen bedarf in den kommenden Tagen noch einiger Erläuterungen. © Andreas Leistner
Corona

Dorstens Sportler blicken noch nicht durch

Alles gelockert, alles klar? Mitnichten. Einen Tag nach den Beschlüssen der Kanzlerinnen-Runde herrschte auch in Dorsten noch Unklarheit, was wann erlaubt ist.

Mittwochabend, 22.10 Uhr. Bei Dorstens Sportkoordinator Michael Maiß klingelt das Telefon. Eine Mutter möchte wissen, ob ihr Sohn am nächsten Tag mit seinen Freunden Fußball spielen möchte. „Sonst kann der Junge heute nicht schlafen …“

Michael Maiß hat durchaus Verständnis für die Frau. Schließlich ist sie nicht die einzige, die aus dem am Mittwoch verkündeten Stufenplan für die Lockerung der Coronaschutzmaßnahmen nicht auf Anhieb schlau geworden ist. Vorsorglich hat der Sportkoordinator ein Schaubild der Bundesregierung per Whats App an die Vorsitzenden der Dorstener Sportvereine weitergeleitet. „Darin“, so Maiß, „wird das Ganze ein bisschen übersichtlicher.“

Doch alle Fragen beantwortet auch dieses Schaubild nicht. Müssen die angegebenen Inzidenzwerte im ganzen Land Nordrhein-Westfalen erreicht werden? Oder sind die Kreise Ausschlag gebend? Oder die Städte? Michael Maiß wollte sich am Donnerstagmorgen in dieser Frage auch selber erst einmal erkundigen, bevor er verbindliche Aussagen machte. Und er tat gut daran.

Aus dem NRW-Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales hieß es hierzu: „Die Verständigung der Ministerpräsidentenkonferenz sieht sowohl landesweite wie regionale Lösungen vor. Die Umsetzung der Beschlüsse auf Landesebene befindet sich in Erarbeitung und wird in Kürze kommuniziert werden. Dies bleibt abzuwarten.“

Michael Maiß verweist auf Anpassung der Schutzverordnung

Michael Maiß verwies also zu Recht auf die Anpassung der aktuellen, noch bis zum 7. März geltenden Coronaschutzverordnung. „Das dauert erfahrungsgemäß immer ein bis zwei Tage. Bis dahin wird es in einigen Details noch Unklarheiten geben“, erklärte der Sportkoordinator.

Er hofft, dass dann vor allem auch ein Punkt geklärt wird, der ihm bislang noch Kopfschmerzen bereitet: „Wenn ich es richtig verstehe, setzt die Wiederaufnahme von kontaktfreiem Hallensport und Kontaktsport unter freiem Himmel ab dem 22. März nicht nur 14 Tage lang einen Inzidenzwert unter 100 voraus, sondern bei einer Inzidenz zwischen 50 und 100 auch noch tagesaktuelle Schnell- oder Selbsttests.“

Wie das organisiert werden kann und soll, wo die Tests herkommen, wer sie verteilt und wer sie bezahlt – all diese Fragen werden nicht nur Michael Maiß, sondern alle Sportler noch einige Zeit beschäftigen.

Der Stufenplan zur Öffnung

Die möglichen Öffnungen für den Sport sind dem Beschluss zufolge in diverse Schritte unterteilt. Ein Überblick:

Dritter Öffnungsschritt (in den ersten beiden ist der Sport nicht berücksichtigt):

Wenn eine stabile Sieben-Tage-Inzidenz von unter 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohnern in einem Land erreicht wird, dann kann kontaktfreier Sport in kleinen Gruppen von maximal zehn Personen draußen ermöglicht werden.

Bei einer stabilen oder sinkenden Sieben-Tage-Inzidenz von unter 100 kann das jeweilige Land Individualsport mit maximal 5 Personen aus 2 Haushalten und Sport in Gruppen von bis zu zwanzig Kindern bis 14 Jahren im Außenbereich ermöglichen.

Vierter Öffnungsschritt (frühestens am 22. März):

Wenn die Sieben-Tage-Inzidenz 14 Tage lang nach dem vorigen Öffnungsschritt in der Region oder dem Land stabil bei unter 50 liegt, kann das Land kontaktfreien Sport drinnen und Kontaktsport draußen ermöglichen.

Liegt die Sieben-Tage-Inzidenz zwei Wochen nach dem vorigen Öffnungsschritt dagegen zwischen 50 und 100 kann kontaktfreier Sport drinnen sowie Kontaktsport draußen nur ermöglicht werden, wenn alle Teilnehmer einen negativen, tagesaktuellen Corona-Schnelltest vom gleichen Tag haben.

Fünfter Öffnungsschritt (frühestens am 5. April):

Wenn die Sieben-Tage-Inzidenz 14 Tage lang nach dem vorigen Öffnungsschritt in der Region oder dem Land stabil bei unter 50 liegt, kann das Land Kontaktsport in Innenräumen wieder vorsehen.

Liegt 14 Tage nach dem vorigen Öffnungsschritt die Inzidenz dagegen zwischen 50 und 100, ist kein Kontaktsport in Innenräumen möglich. Es ist dann nur kontaktfreier Sport drinnen und Kontaktsport draußen – allerdings ohne die Erfordernis eines Tests – erlaubt.

Derzeit liegen 161 Kreise in Deutschland unter der Inzidenz-Schwelle von 50 oder darunter. Das ging aus Daten des Robert Koch-Instituts von Mittwochmorgen hervor. Fachleute gehen wegen der Verbreitung ansteckender Varianten nicht davon aus, dass die Inzidenz in nächster Zeit flächendeckend fällt.

Über den Autor
Sportredaktion
Sport ist für den Wulfener nicht nur ein wichtiger Bestandteil seines Arbeitslebens. Seit 1993 schreibt er als Mitarbeiter der Dorstener Zeitung über das Sportgeschehen in der Lippestadt, seit 1999 ist er als Redakteur für den Lokalsport in der Lippestadt verantwortlich. Dabei fasziniert ihn besonders die Vielfalt der Dorstener Sportszene, die von Fußball bis Tanzen und von Basketball bis Kitesurfen reicht.
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Andreas Leistner

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