Christina Hering und Katharina Trost wollen nach Olympia. Majtie Kolberg soll dabei als Trainingspartnerin und Tempomacherin helfen. © Leistner, Andreas
Leichtathletik

Dorstener Trainer reist trotz 15-km-Regel nach München

Nur 15 Kilometer Fahrweg erlaubt - den Start in Dortmund musste 800-m-Läuferin Majtie Kolberg wegen Corona streichen. Stattdessen geht‘s nach München. Mit Trainer Leo Monz-Dietz.

Eigentlich wollte der Dorstener Trainer Leo Monz-Dietz an diesem Samstag beim Einladungswettkampf der LG Olympia Dortmund gleich mehrere seiner Schützlinge ins Rennen schicken. Doch daraus wurde nichts. Der Wettkampf wurde abgesagt, weil das Gesundheitsamt der Stadt Dortmund die Genehmigung verweigerte. Der Grund: Viele der gemeldeten Athleten kommen aus Gebieten mit einer Sieben-Tage-Inzidenz über 200 und dürfen deshalb keine Anreisen von mehr als 15 Kilometern antreten.

Theresa Brosthaus war angeschlagen

Leo Monz-Dietz wollte ursprünglich Lutz Holste und Theresa Brosthaus von der LG Dorsten und Majtie Kolberg von der LG Kreis Ahrweiler nach Dortmund mitnehmen. Brosthaus war ohnehin angeschlagen und sollte geschont werden, doch für Holste und Kolberg war die Absage natürlich ärgerlich. Monz-Dietz hatte allerdings nicht viel Zeit zum Hadern. Ihn erwarteten schon die nächsten Aufgaben.

Trainingslager mit Katharina Trost

Denn am Montag macht er sich zusammen mit Majtie Kolberg auf den Weg nach München. Dort soll die 21-jährige 800-m-Spezialistin sechs Tage lang zusammen mit Katharina Trost von der LG Stadtwerke München trainieren. Doch wieso ist die Fahrt nach München erlaubt, wenn die nach Dortmund verboten ist?

„Majtie gehört dem deutschen Perspektivkader an, ist also Kaderathletin“, erklärt Leo Monz-Dietz. Und als solche gelten für die 21-Jährige Ausnahmeregelungen vom allgemeinen Sportverbot. Leo Monz-Dietz seinerseits begleitet Kolberg dabei quasi beruflich und ist deshalb ebenfalls von der 15-Kilometer-Regel ausgenommen. Probleme gibt es trotzdem.

Majtie Kolberg und Leo Monz-Dietz, DM 2020
Bei der Deutschen Hallenmeisterschaft der Frauen gewann Majtie Kolberg im Februar 2020 Bronze über 800 m. Trainer Leo Monz-Dietz freute sich mit. © Privat © Privat

So verlangt der Leichtathletik-Verband von den Teilnehmern am Münchener Trainingslager einen PCR-Test, der nicht älter als 72 Stunden ist. „Da wir montags ankommen, Samstag und Sonntag aber die Ärzte zu haben, müssen wir den Test noch am Freitag hinbekommen“, erklärte der Trainer am Donnerstagabend im Gespräch mit unserer Redaktion, gab sich aber zuversichtlich: „Wir werden das irgendwie hinkriegen.“

Wettkämpfe in Erfurt und Dortmund

Dasselbe gilt auch für das Programm der nächsten Wochen. Am 2. Februar soll Majtie Kolberg einen Wettkampf in Erfurt bestreiten. Das Problem hier: Das Rennen soll zwischen 14 und 16 Uhr stattfinden. „Da können wir schlecht am selben Tag anreisen und vorher dreieinhalb Stunden im Auto sitzen.“ Doch die Anreise am Vortag wird mangels Übernachtungsmöglichkeiten ebenfalls schwierig.

Am 7. Februar folgt dann erneut ein großes Sportfest in Dortmund. „Das wird dann auch ziemlich sicher stattfinden“, sagt Leo Monz-Dietz. Denn: „Majtie soll dort Tempo machen für Christina Hering und Katharina Trost, und die brauchen zwei Wochen vor der DM dringend einen Test.“

Skeptischer ist er da schon bei den Wettkämpfen, die für den 13. Februar in Luxemburg und Belgien geplant sind. „Diese Gebiete sind ja beide stark von Corona betroffen“, erklärt der Trainer. Die Starts dort seien deshalb fraglich. Wie so vieles in diesen Tagen.

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Sport ist für den Wulfener nicht nur ein wichtiger Bestandteil seines Arbeitslebens. Seit 1993 schreibt er als Mitarbeiter der Dorstener Zeitung über das Sportgeschehen in der Lippestadt, seit 1999 ist er als Redakteur für den Lokalsport in der Lippestadt verantwortlich. Dabei fasziniert ihn besonders die Vielfalt der Dorstener Sportszene, die von Fußball bis Tanzen und von Basketball bis Kitesurfen reicht.
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Andreas Leistner

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