Im Derby zwischen dem SV Schermbeck II und dem TuS Gahlen sah es zunächst nicht nach einem so klaren Gahlener Sieg aus. © Joachim Lücke
Fussball

Dorstener Trainer entschuldigt sich für seine Mannschaft

Ein Trainer entschuldigt sich für seine Mannschaft? Das kommt nicht oft vor, vor allem, wenn es nicht um die sportliche Leistung geht. Im Dorstener Kreisliga-Fußball kam es Sonntag dazu.

Kreisliga A1 RE

SV Schermbeck II – TuS Gahlen 1:5

Der TuS Gahlen hat seine Tabellenführung in der A-Kreisliga verteidigt. Im kleinen Ortsderby beim SV Schermbeck II setzte sich das Team von Erdal Dasdan Dank einer starken zweiten Halbzeit mit 5:1 durch.

Danach sah es in der ersten Hälfte überhaupt nicht aus. Die Platzherren hatten optische Vorteile und die Führung war verdient. Nach einer Balleroberung im Mittelfeld wurde Ali Salha frei gespielt, und er erzielte das 1:0 (20.). Allerdings zog er sich beim Jubeln das Trikot vom Leib und sah Gelb.

Gahlen kam erst langsam besser ins Spiel und hatte dann durch Fabrice Werner die erste gute Chance. Beim Ausgleich sah die SVS-Abwehr überhaupt nicht gut aus, sodass Orkan Güclü völlig frei das 1:1 erzielte (37.).

In der 40. Minute handelte sich Schermbeck den wohl entscheidenden Nachteil ein. Ali Salha war mit einer Schiedsrichterentscheidung nicht einverstanden und meckert so lange, bis er mit Gelb-rot vom Feld musste.

Nach dem Seitenwechsel nutzten die Gahlener diesen Vorteil clever aus, es wäre aber zu einfach, den Sieg nur am Platzverweis festzumachen. Aus dem Mittelfeld verteilten die Gäste den Ball über beide Flügel und kamen so zu guten Chancen. Nach Flanke von Güclü köpfte Leo Pelaj das 2:1. Schermbeck kam unterdessen lange Zeit nicht aus der eigenen Hälfte.

Marco Marrali setzte in der 70. Minute einen Schuss aus 18. Metern zum 1:3 in die Maschen. Als er dann auch noch einen tollen Schuss aus 25 Metern in den Winkel jagte, war die Partie entschieden (78).

Schermbeck verzeichnete noch einen Lattenschuss von Claudius Mertes, und Jannes Reken vergab eine gute Kopfballchance. Den Schlusspunkt setzte aber der TuS. Orkan Güclü verwandelte einen an ihm verursachten Elfmeter zum 1:5-Endstand (78.).

Schermbecks Trainer Marc Jagella sah den Platzverweis als entscheidend an: „Gegen so eine starke Mannschaft kann man das nicht ausgleichen. Wir haben es verpasst, das 2:0 erzielen.“ Erdal Dasdan lobte seinen TuS: „Als Schermbeck auf eine Fünferkette umstellten, haben wir diese sehr gut ausgehebelt.“

SV Lembeck – FC RW Dorsten 2:2

Ungewöhnliche Töne schlug der Trainer des FC Rot-Weiss Dorsten, Dirk Cholewinski, nach dem 2:2 seiner Elf beim SV Lembeck an. „Ich muss mich im Namen des Vereins für Teile meiner Mannschaft entschuldigen.“

Sieben Gelbe Karten hatten sich die FC-Spieler eingehandelt, und vor allem die vier, die der Unparteiische wegen Meckerns zückte, gingen Dirk Cholewinski gegen den Strich: „Was da in Richtung Schiedsrichter und über den Platz gerufen wurde, das ging teilweise nicht.“

Dirk Cholewinski, FC RW Dorsten
Dirk Cholewinski sah sich zu einer Entschuldigung in Richtung SV Lembeck und Schiedsrichter veranlasst. © Ralf Pieper © Ralf Pieper

An des Trainers Freude über den nicht unbedingt eingeplanten Punktgewinn änderte das aber nichts. In der ersten Halbzeit sah Cholewinski außer dem Lattentreffer von Fabian Schöneis keine nennenswerte Lembecker Chance. „Nach der Pause“, so der FC-Trainer, „war es dann teilweise ein offener Schlagabtausch, wenn auch oft zerfahren.“

Zweimal gingen die Lembecker Gastgeber in Führung. Zunächst durch Julian Risthaus (60.) und später dann durch Jonah Kamps (75.). Doch zweimal kamen die Dorstener Gäste zurück. Beim 1:1 durch Aleks Gajewski (65.) und beim 2:2 durch Mustafa Yildiz und eine gehörige Portion Glück. Denn nach einem umstrittenen Elfmeterpfiff des Unparteiischen wehrte Lembecks Keeper Jürgen Harks den von Yildiz getretenen Strafstoß zwar ab, klatschte ihn aber in Richtung des Schützen, der ihn mit dem Kopf über die Linie nickte (90.). „Heute hatten wir eben auch mal Glück“, freute sich Dirk Cholewinski.

TSV Raesfeld – Fenerbahce Istanbul Marl 2:0

Eine Grippewelle wie in dieser Woche hatte Christian Gabmaier noch nicht erlebt. „Dienstag haben wir ohne 15 trainiert“, klagte der Trainer des TSV Raesfeld, und das habe man beim 2:0-Sieg über Fenerbahce Istanbul Marl auch gesehen.

Pascal Gabmaier traf zwar schon nach zwei Minuten zum 1:0. „Aber da haben viele vielleicht gedacht, es gehe doch“, meinte Vater Christian.

Der TSV bestimmte zwar das Spiel, musste aber gegen die technisch guten Gäste stets auf der Hut sein. „Die können schon spielen, wenn man sie lässt“, meinet Gabmaier. Nach Yannis Brömmels spätem 2:0 (82.) durften die Raesfelder dann aber endlich an die Regeneration denken.

BVH Dorsten – TuS 05 Sinsen II 5:1

Kickstart am Waldsportplatz – nach zwölf Minuten führte der BVH Dorsten am Sonntag gegen den TuS 05 Sinsen II schon mit 3:0.

Zweimal hatte Jannis Schütter per Kopf nach Standards zugeschlagen. In der dritten Minute bei einem Freistoß von Arjan Etemi, und weil‘s so schön war, zwei Minuten später noch einmal bei einer Etemi-Ecke. Das 3:0 markierte Samy Katnik nach uneigennütziger Vorarbeit von Danny Lützner (12.).

Ein fragwürdiger Handelfmeter brachte Sinsen das 3:1 (61.). Doch lange grübeln mussten die Holsterhausener nicht. Nico Winter per Abstauber (66.) und Sam Melenberg mit einem Stochertor (79.) machten endgültig den Sack zu.

BW Wulfen – ETuS Haltern 2:3

„Wir müssen uns an di eigene Nase fassen“, meinte Blau-Weiß Wulfens Trainer Arek Knura nach der 2:3-Niederlage gegen ETuS Haltern.

Den Knackpunkt der Partie sah Knura in der Verletzung von Matthias Büch. „Als er vom Feld war, hatten wir keinen Zugriff mehr und keinen, der das Spiel hätte beruhigen können“, sagte der Trainer.

Wulfen war durch Jan Goroll in Führung gegangen (14.), kassierte dann aber durch Halterns lange Bälle auf seine großgewachsenen Stürmer das 1:1 (24.) und 1:2 (48.). Nach dem 2:2 von Dennis Grodzik (68.) keimte Hoffnung, doch dann brachten ein Ballverlust und ein ETuS-Konter in der ersten Minute der Nachspielzeit das bittere 2:3.

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Sport ist für den Wulfener nicht nur ein wichtiger Bestandteil seines Arbeitslebens. Seit 1993 schreibt er als Mitarbeiter der Dorstener Zeitung über das Sportgeschehen in der Lippestadt, seit 1999 ist er als Redakteur für den Lokalsport in der Lippestadt verantwortlich. Dabei fasziniert ihn besonders die Vielfalt der Dorstener Sportszene, die von Fußball bis Tanzen und von Basketball bis Kitesurfen reicht.
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Andreas Leistner

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