Für den Streamingdienst ClipMyHorse.TV ist Katharina Lachs auch international unterwegs wie hier in Belgien beim Knokke Hippique.Lachs
Reitsport

Dorstener Sportlerin fehlen Aufträge: Es soll wieder klick machen

Die Corona-Pause verlangt den Sportlern eine Menge ab. Seit Monaten müssen die meisten auf ihr Hobby verzichten. Für Katharina Lachs hat der Lockdown aber noch eine wichtigere Dimension. Die berufliche.

Keine Reitturniere. Seit Monaten. Das ist für Katharina Lachs nicht nur deshalb hart, weil sie Pferde liebt. Die 26-jährige Dorstenerin lebt nämlich nicht nur für den Reitsport, sondern auch von ihm.

Dabei ist die hauptberufliche Fotografin bei Reitturnieren noch nicht einmal in erster Linie mit der Kamera im Einsatz. „Die Fotos mache ich dort quasi für mich selbst, wenn ich mal Pause habe“, erzählt sie. Trotzdem hängt in manchem Reitstall auch schon mal ein 2 x 4 Meter großes Pferdeportrait, das sie geschossen hat: „Die Leute fragen halt, ob ich sie in meinem Archiv habe.“ Und ihr Archiv ist groß.

Eigentlich ist sie bei den Turnieren ist aber für ClipMyHorse.TV im Einsatz, einen Livestream-Dienst für Pferdesport- und Zuchtveranstaltungen.

Katharina Lachs sorgt als Stream- und Graphic-Operator dafür, dass die Übertragungen technisch einwandfrei funktionieren. Wenn denn Übertragungen stattfinden.

„Derzeit gibt es für mich in Deutschland, Belgien und den Niederlanden nichts zu tun“

Vor Corona war Lachs normalerweise zwei bis drei Wochenenden im Monat im Einsatz. „Bei Veranstaltungen in China, den USA oder England schon mal von zuhause aus“, erklärt sie. Ansonsten ist die Dorstenerin vor Ort – von Deutschland bis Dänemark und von Aachen bis Amsterdam.

Doch 2020 herrschte im Turnierkalender plötzlich Ebbe. „Von April bis Juni gab es keine einzige Veranstaltung“, erinnert sich Lachs. Auch private Aufträge für Hochzeiten blieben aus. Erst im Sommer besserte sich die Lage wieder, und bis Anfang November sei die Auftragslage wieder auf 50 Prozent geklettert.

In Europa sorgte der zweite Lockdown dann aber für die nächste Flaute. Anfang Dezember arbeitete Katharina Lachs für ClipMyHorse.TV noch bei der Vorauswahl zur Körung des niederländischen Reitsportverbandes in Ermelo. „Doch derzeit gibt es für mich in Deutschland, Belgien und den Niederlanden nichts zu tun.“

Anders sieht es in Übersee aus. In den USA finden unter strengen Corona-Auflagen weiterhin Turniere statt, die Katharina Lachs für den Streamingdienst betreut. Zum Glück, denn: „So ist zumindest ein Teil meines Lebensunterhalts planbar. Die Fotoaufträge kommen ja quasi oben drauf.“

Doch auch, wenn für den Januar der ein oder andere Firmenauftrag hereinflatterte, sind die Arbeitsbedingungen natürlich schwieriger als sonst: „Wegen Corona können die Aufnahmen nicht drinnen gemacht werden. Deshalb sind wir dann vom Wetter abhängig, und da ist der Januar nun mal nicht der beste Monat.“

Katharina Lachs schielt auf die Olympischen Spiele

Auch der weitere Jahresverlauf bereitet der Dorstenerin noch genug Sorgen. Vor allem einen lang gehegten Wunsch sieht sie stark gefährdet: die Olympischen Spiele.

„Wenn irgend möglich“, so sagte sie noch im Dezember, wolle sie in Tokio Im Juli und August dabei sein. Doch inzwischen ist der Optimismus spürbar kleiner geworden. „Ich bin sehr skeptisch, ob die Spiele in diesem Jahr tatsächlich stattfinden“, erklärt Lachs. Und wenn sie es 2021 nicht tun, da ist sie sich sicher, würden sie komplett abgesagt.

Doch die Dorstenerin hat schon einen Plan B: „2024 finden die Olympischen Spiele ja in Paris statt.“ Vier Jahre warten, aber es wäre deutlich näher als Tokio… Doch zuerst muss einmal die Corona-Pandemie enden.

Über den Autor
Sportredaktion
Sport ist für den Wulfener nicht nur ein wichtiger Bestandteil seines Arbeitslebens. Seit 1993 schreibt er als Mitarbeiter der Dorstener Zeitung über das Sportgeschehen in der Lippestadt, seit 1999 ist er als Redakteur für den Lokalsport in der Lippestadt verantwortlich. Dabei fasziniert ihn besonders die Vielfalt der Dorstener Sportszene, die von Fußball bis Tanzen und von Basketball bis Kitesurfen reicht.
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Andreas Leistner

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