Der Ford Mustang GT3 "Bullitt" des OVR Racing Teams hatte bei der 49. Auflage des 24-Stunden-Rennens auf dem Nürburgring keinerlei technische Probleme. © Horste Lehr
Motorsport

Dorstener macht am Nürburgring das Dutzend voll

Der Wunsch des Dorsteners Oliver Sprungmann für sein zwölftes 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring in Folge ging in Erfüllung. Doch ansonsten hielt das Rennen jede Menge Überraschungen bereit.

Im Vorfeld des 49. 24-Stunden-Rennens auf der Nordschleife des Nürburgrings hatte sich der Dorstener Oliver Sprungmann nur eines gewünscht: „Ich möchte endlich mal ein sauberes Rennen ohne große technische Probleme und Unfälle erleben.“ Der Wunsch wurde ihm gewährt. Aufregend wurde es trotzdem.

OVR Racing Team spulte sein Programm routiniert ab

Bei Sprungmanns zwölfter Teilnahme in Folge erledigte sein OVR Racing Team im Vorfeld des Rennens routiniert die obligatorischen Vorgaben wie die technische Abnahme sowie die Material- und Dokumentenkontrolle. Am Donnerstag und Freitag galt es dann in den einzelnen Qualifyings die passenden Set-up-Einstellungen für die widrigen Wetterverhältnisse zu finden.

Sprungmann hatte da schon einen ersten echten „Aha-Moment“, als er mit Topspeed bei eigentlich trockener Strecke plötzlich auf eine noch komplett nasse Stelle traf. „Da kam der Wagen über alle vier Räder, und es wurde schon richtig eng.“ Später schilderte er dann aber total begeistert zwei sehr spezielle Runden im Nachttraining: „Bei fast leerer Strecke mit Zusatzscheinwerfern durch die dunkle Eifelnacht rasen – das war schon ein tolles Gefühl.“

Unter den schwierigen Wetterbedingungen mit immer wieder einsetzendem Regen war man im Team am Ende mit Startplatz 87 in dem mit 124 Autos topbesetzten Starterfeld zufrieden.

Im Rennen setzte der Dorstener dann am Samstag trotz Regenwarnungen auf dem Wetterradar den Joker und startete auf Slicks. In der hektischen Startphase vermied er allerdings zunächst die direkten Zweikämpfe und musste bei einsetzendem Regen schon hart am Limit fahren, um die rund 450 Pferdestärken seines Ford Mustang GT auf der Strecke zu halten. Nach vier Runden kam er zum ersten Boxenstop und wechselte auf Regenreifen. „Das war ein wahrer Höllenritt“, meinte er später, „ich habe das Auto in der zweiten Regenrunde in der Bit-Kurve fast verloren.“

Fotostrecke

Das 24-Stunden-Rennen 2021 am Nürburgring

Doch danach hatte er sich auf die Bedingungen eingeschossen, nutzte seine Streckenkenntnisse, um die gefährlich nassen Passagen sicher zu durchfahren, und konnte auch einige der in der Startphase verlorenen Plätze wieder gutmachen. Allerdings brach ihm bei einem dieser Manöver auf der „Döttinger Höhe“, dem schnellsten Streckenteil, überraschend das Heck aus. Mit einem kontrollierten Manöver gelang es ihm, den Wagen wieder in die Spur zu bringen. Sein Kommentar: „Da war ich wohl doch etwas zu mutig.“

Oliver Sprungmann, 24-Stunden-Rennen am Nürburgring
OLiver Srpungmann vor seinem Einsatz. © Horst Lehr © Horst Lehr
Oliver Sprungmann, 24-Stunden-Rennen am Nürburgring
Oliver Sprungmann nach seinem Einsatz. © Horst Lehr © Horst Lehr

Insgesamt gesehen spielten die widrigen Umstände dem Team letztendlich abr sogar doch noch etwas in die Karten, denn Teamkollege Ralf Caba, der später das Cockpit übernahm sagte: „Unser Auto hat durch das hohe Eigengewicht bei Regen noch eine relativ gut fahrbare Straßenlage. Und der im Regen geringere Topspeed macht es auch etwas einfacher.“ Und diesen Vorteil nutzten er und der neu ins Team gekommene Michael Mohr auch geschickt aus. Sie fuhren bis zum Samstagabend kontinuierlich saubere Runden und brachten den Wagen beim Rennabbruch auch sicher zurück in die Box.

Nach einem Routinecheck erwies sich der „Bullit“ ein weiteres Mal als „unbreakable“, denn er hatte alle Strapazen des ersten Renntags weitgehend schadlos überstanden.

Sprungmann, Caba und Mohr blieben Runde um Runde unfallfrei

Und auch nach einem gelungenen Restart am Sonntag blieb das Team von den Vorjahreskatastrophen verschont. Runde um Runde wurde unfallfrei mit kontinuierlich schnellen Zeiten abgespult, und als Caba den Bullit dann sicher über die Ziellinie steuerte jubelte das gesamte Team an der Boxenmauer.

Smudo und Co. waren zu stark

In der Endabrechnung reichte es zwar nicht ganz, um die Mitbewerber in der topbesetzten Klasse AT (alternative Antriebe mit E20 Sprit) zu schlagen. Dafür waren die Dodge Viper GT3 und die pfeilschnellen Porsche des Four Motors Teams, in dem auch Rapper Smudo von den Fantastischen Vier mit am Lenkrad dreht, einfach zu stark. Doch mit Gesamtrang 66 freute sich das OVR Racing Team über die bisher beste Platzierung überhaupt, und Oliver Sprungmann zog ein sehr positives Resümee: „Wir haben unser wichtigstes Ziel erreicht und diesmal unser Auto heil ins Ziel gebracht.“

Über den Autor
freier Mitarbeiter
Ist schon seit Jahren freier Mitarbeiter der Redaktion Haltern am See. Er fotografiert und berichtet über das lokale Geschehen und betreut die Serie „Das Sportporträt“. Darüber hinaus berichtet er in Wort und Bild über aktuelle sportliche Großereignisse im Outdoorbereich , wie Reitturniere, Laufveranstaltungen, Radrennen und Kartsport. Sein Spezialgebiet ist die Berichterstattung über Motorsport auf der Nordschleife des legendären Nürburgrings. Für die Dorstener Redaktion begleitet er dazu seit Jahren die heimischen Rennfahrer in der Langstreckenserie und beim Jahreshighlight, dem 24 Stunden Rennen.
Zur Autorenseite
Avatar
Lesen Sie jetzt