Andreas Schilasky schreibt in seiner Kolumne über alles, was mit Fitness zu tun hat. © Privat / Grafik Klose
Die Fitness-Kolumne

Die größten Energieräuber lauern ganz in der Nähe

In der neuen Folge seiner Fitness-Kolumne enttarnt Fitness-Experte die gefährlichsten Energieräuber beim Projekt Abnehmen. Und die lauern in unverhoffter Nähe.

Hallo zusammen!

In meiner ersten Kolumne habe ich euch geraten, dass ihr euer Vorhaben in eurem sozialen Umfeld bekannt machen sollt. Familie, Freunde und Arbeitskollegen sollen ruhig wissen, was ihr vorhabt. Sorgfältig gilt es ein, Team auszuwählen, das euch bei eurem Vorhaben wertvolle Unterstützung leisten kann.

Auch ich habe mir heute Hilfe geholt. Ich habe den Dorstener Florian Scholten (Bachelor und angehender Master of Science, Psychologie, Uni Heidelberg) und seine Kommilitonen gebeten, mir wissenschaftliche Erkenntnisse zu den von mir behandelten Themen zur Verfügung zu stellen.

Warum habe ich mir diese Hilfe gesucht? Gerade Motivation, Positives Denken und die Freude am Leben sind so zentrale Punkte – auch beim Sport und beim Abnehmen – hier reicht kein Blabla und kein Wochenendseminar mit der vermeintlichen Ausbildung zum Motivations-Coach. Hier braucht man fachliche Expertise!

Wir sind leider immer noch weit davon entfernt, Körper und Geist auf eine Stufe zu stellen. Wer zum Orthopäden geht, erzählt es sofort, wer zum Psychologen geht, erzählt es oft niemandem! Ich empfehle Euch: Sprecht über eure Vorhaben!

Um diese Empfehlung wissenschaftlich zu begründen, hier ein paar Sätze auf Grundlage der Sozialkognitiven Theorie nach Albert Bandura:

Mein Verhalten ist abhängig von meiner Person.

Freunde können helfen – und gefährlich sein

Je öfter mir von Freunden und Familie, mir wirklich wichtigen Personen, auf deren Urteil ich vertraue, gesagt wird, wie toll es ist, dass ich Sport mache, desto eher wird mein Ehrgeiz zum Sport gestärkt und umso besser fühlt sich das an.

Je öfter mir Freunde vorwerfen, dass ich Sport mache, mir eine Zigarette anbieten etc., desto öfter unterlasse ich physische Aktivität und fördere gesundheitsschädigendes Verhalten.

Grillen im Park
Bei Treffen und Partys mit Freunden lauern oft die größten Versuchungen und Gefahren für Menschen, die abnehmen wollen. © dpa © dpa

Meine Erfahrung zeigt, dass gerade Freunde und Familie eine sehr große Unterstützung, leider aber auch die größten „Energieräuber“ sein können. Die Menschen, die euch wichtig sind, treiben euch an oder hindern euch. Versucht, die Energieräuber zu enttarnen!

Sätze wie…

„Wie lange willst du das noch machen?“

„Jetzt reicht es aber!“

„Ein Stück Kuchen kannst du doch essen!“

„Ein Glas Wein geht doch immer!“

„Sei mal kein Spielverderber!“

„Du sieht aber krank aus“

„Wie? Wasser? Bist Du krank?“

„Eins geht immer!“

„Auf einem Bein kann man nicht stehen!“

„Mann ohne Bauch…“

…haben wir alle schon gehört, aber hoffentlich nie gesagt.

Warum sagen Menschen das? Möglicherweise spiegeln sie sich in euch und denken: „Puh… Eigentlich müsste ich ja auch…“ Sie bekommen dann ein schlechtes Gewissen und gehen sofort in eine Abwehrhaltung über.

Lasst euch davon nicht entmutigen! Ihr müsst nichts machen, was ihr nicht wollt! Aber das, was ihr wollt, müsst ihr machen! Und der Satz ist wirklich von mir.

In diesem Sinne,

Euer Coach Andy

Über den Autor
Sportredaktion
Sport ist für den Wulfener nicht nur ein wichtiger Bestandteil seines Arbeitslebens. Seit 1993 schreibt er als Mitarbeiter der Dorstener Zeitung über das Sportgeschehen in der Lippestadt, seit 1999 ist er als Redakteur für den Lokalsport in der Lippestadt verantwortlich. Dabei fasziniert ihn besonders die Vielfalt der Dorstener Sportszene, die von Fußball bis Tanzen und von Basketball bis Kitesurfen reicht.
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Andreas Leistner

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