10. Dezember 2017: Natürlich kein Vergleich zur aktuellen Lage, aber an Fußballspielen war am Wulfener Wittenbrink auch damals nicht zu denken. © Andreas Leistner
Fussball

Der Schnee traf Dorstens Fußballer schon mal härter

Der Schnee legt derzeit alles lahm, was nicht eh schon durch Corona lahmgelegt war. Nur die Amateurfußballer können sich entspannt zurücklehnen. Sie hätte die weiße Pracht eh nicht betroffen.

Denn die Saison 20/21, deren weiteres Schicksal seit Monaten mal in diese, mal in jene Richtung diskutiert wird, hätte ihre Winterpause planmäßig am 28. Februar beendet. Und so, wie der Amateurfußball auch diesmal nur geringfügig von Schnee und Eis beeinträchtigt worden wäre, war es eigentlich fast immer – zumindest in der Erinnerung von Franz-Josef Humme, und der ist immerhin seit 2010 als Staffelleiter für die reibungslose Organisation des Spielbetriebs in den Recklinghäuser Kreisligen verantwortlich.

100 Jahre FC RW Dorsten, Staffelleiter Franz-Josef Humme
Franz-Josef Humme (vorn) sieht im Regen einen deutlich größeren Störfaktor als in Schnee und Eis. © Joachim Lücke © Joachim Lücke

„Wenn mal mehr ausgefallen ist, dann lag das eigentlich immer am Regen, nicht an Eis und Schnee“, sagte Humme am Montag im Gespräch mit unserer Redaktion.

Es gab auch schon drei Monate Winterpause

Nun, in der Saison 2012/2013 war es schon ein wenig anders. Da bestritten die heimischen Kicker ihre letzten Partien am 2. Dezember, danach ließen heftige Schneefälle keine weiteren Partien mehr zu. Die Winterpause dauerte satte drei Monate, und am 7. März ging es gleich mal mit einem Nachholspieltag weiter.

Ein Jahr zuvor hatte das Thermometer in Dorsten im Februar 2012 zwar rekordverdächtige -14 Grad angezeigt, doch das war offenbar selbst dem Schnee zu kalt, und er blieb schön in den Wolken. Im Januar 2019 fiel er dagegen umso ergiebiger, doch da scherte es die Fußballer nicht, weil sie noch Winterpause hatten. Auch 2017 kamen sie relativ glimpflich davon, als am 10. Dezember lediglich der letzte Spieltag vor der Winterpause unter einer weißen Schneedecke begraben werden musste.

Härter traf es die Fußballer – und weiß Gott nicht nur sie – im November 2005. Eisstürme ließen damals sogar Strommasten einknicken und legten vor allem das Münsterland komplett lahm. Gerade mal zwei ausgefallene Spieltage stellten aber auch die Vorgänger von Franz-Josef Humme damals bei der Terminplanung selbst in dieser Ausnahmesituation vor vergleichsweise geringe Probleme.

Sorge um die aktuelle Saison

Deutlich größere Sorgen bereitet Staffelleiter Humme die aktuelle Lage. „Ich habe mittlerweile das Gefühl, dass es ganz schwierig wird, überhaupt wieder anzufangen“, sagte Humme. Und wenn, dann könne die angestrebte 50-Prozent-Quote in den Kreisligen voraussichtlich erreicht werden: „Aber in der Oberliga bin ich zum Beispiel skeptisch.“ Eine Deadline für einen Abbruch der Saison wie der Hamburger Fußballverband habe man sich in Westfalen aber noch nicht gesetzt.

Franz-Josef Humme bringt stattdessen eine andere altbekannte Idee ins Spiel: „Warum die Saison nicht verlängern und im Sommer antreten? Da kann Fußball gespielt werden.“

Und schneien tut‘s da auch nicht.

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Sport ist für den Wulfener nicht nur ein wichtiger Bestandteil seines Arbeitslebens. Seit 1993 schreibt er als Mitarbeiter der Dorstener Zeitung über das Sportgeschehen in der Lippestadt, seit 1999 ist er als Redakteur für den Lokalsport in der Lippestadt verantwortlich. Dabei fasziniert ihn besonders die Vielfalt der Dorstener Sportszene, die von Fußball bis Tanzen und von Basketball bis Kitesurfen reicht.
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Andreas Leistner

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