Dorstens Trainer Franjo Lukenda (l.) ist vom neuen BG-Amerikaner Deonta Terrell (r.) begeistert. © Ralf Weihrauch
Basketball

Der Großonkel des neuen Amerikaners der BG Dorsten boxte einst gegen Muhammad Ali

Deonta Terrell hat einige Zeit gebraucht, um den Jet-Lag loszuwerden. Doch auch in müdem Zustand hat der neue US-Amerikaner der BG Dorsten im Training schon überzeugt.

Der 28-Jährige neue US-Import erzählt: „Ich bin in den ersten Tagen erst morgens um sechs eingeschlafen, das habe ich tagsüber auch gemerkt.“ Trotz fehlender Nachtruhe hat er aber schnell klar gemacht, dass die BG Dorsten wahrscheinlich wieder einen Volltreffer gelandet hat. Trainer Franjo Lukenda ist schon begeistert: „Deonta ist ein sehr explosiver Basketballer und wird uns nach vorne bringen.“

Vorgänger sind Ansporn

Terrell wusste nicht, dass seine beiden Vorgänger schon in ihren ersten Jahren Top-Scorer der 1. Regionalliga waren: „Das ist ein weiterer Ansporn für mich, in Dorsten eine Top-Leistung zu bringen. Unter so einem Druck kann ich besonders gut auftreten.“

Mike Nwabuzor, BG Dorsten
Mike Nwabuzor (r.) war Topscorer der 1. Regionalliga. Für Deonta Terrell ist das ein zusätzlicher Ansporn. © Joachim Lücke © Joachim Lücke

Der Kontakt kam über seinen Agenten William Wright zustande: „Er sagte, Dorsten wäre ein gutes Pflaster. Ich habe mich danach auch ein wenig über Dorsten informiert.“ Die ersten Eindrücke waren sehr gut: „Franjo Lukenda erwartet eine unglaubliche Fitness. Sein Trainingsprogramm ist schon richtig hart.“ Sein erster Eindruck von seinen Mitspielern war ebenfalls sehr gut: „Da sind einige richtig gute Shooter bei.“

Lieber auf der Shooting-Guard-Position

Deonta Terrell stammt aus San Francisco, wo er auch mit dem Basketball begann. Sein Studium führte ihn ans andere Ende der USA. Er studierte General Education an der A&M University-Commerce in Campbell, Texas. Dort spielte er für das College-Team und hatte auch gute Statistiken. „Ich musste dort aber als Point-Guard auflaufen, das ist nicht meine Lieblingsposition.“

Er wollte schon im letzten Jahr nach Europa kommen, doch die Corona-Umstände haben das nicht erlaubt. Stattdessen trat er ein Jahr für die Little Rock Lightnings in Arkansas an. In der semiprofessionellen TBL trumpfte er so richtig auf: „Es war eine Riesenerleichterung für mich, dass ich dort wieder Shooting-Guard spielen durfte.“ Die Statistiken sprechen für sich. Während er als Point Guard 14 Punkte im Schnitt machte, waren es als Shooting Guard stolze 26 Punkte.

Der neue BG-Import macht aber auch gleich klar, dass Dorsten für ihn nur eine Durchgangsstation ist: „Ich will das nächste Jahr als Showcase nutzen, um andere Vereine auf mich aufmerksam zu machen. Ich will besonders gut spielen, und der Mannschaft weiterhelfen. Das ist im Prinzip eine Win-Win-Situation.“

Von Dorsten hat er noch nicht viel gesehen. Er teilt sich mit Sven Morlock eine Wohnung in Wulfen, ohne zu wissen dass der BSV zu den großen Rivalen seines neuen Teams gehört. Als er von der besonderen Bedeutung und der tollen Atmosphäre bei den Derbys hörte, glänzten seine Augen: „Das sind die Spiele, die ich liebe und auch gewinnen will. Ich freu mich jetzt schon drauf.“

15 Runden gegen Muhammad Ali

In seiner Verwandtschaft hat es einige große Sportler gegeben. Sein Großonkel Ernie Terrell war Box-Schwergewichtsweltmeister der WBA, verlor den Titel aber 1967 an niemand geringeren als Muhammad Ali nach einem 15-Runden-Kampf. Seine Familie war auch musikalisch unterwegs und wurde als „Ernie Terrell and the Heavyweights“ überregional bekannt.

Singen kann Deonta nach eigenen Angaben überhaupt nicht, und mit dem Boxen hat er auch nicht viel am Hut. Neben dem Basketball hat er eigentlich nur eine Leidenschaft und die gilt seiner vierjährigen Tochter Neveah, die in Chicago lebt: „Ich spreche jeden Tag mit ihr via Internet und werde sie dann in der Winterpause wiedersehen.“ Bis dahin und auch natürlich nach seiner Rückkehr gilt seine ganze Aufmerksamkeit der BG Dorsten: „Ich freue mich jetzt schon auf die ersten Spiele und hoffe, dass wir eine tolle erfolgreiche Saison spielen.“

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