Für Moritz Sanders endet bald die leidige Zeit der Corona-Quarantäne. Ans Spielen ist aber vorerst nicht zu denken. © imago images / Zink
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Corona bei den Falcons – Sanders sehnt das Ende der Quarantäne herbei

Pro-A-Ligist Nürnberg Falcons befindet sich nach dem massiven Corona-Ausbruch im Team auf dem Weg zurück zur Normalität. Doch an Spielen ist für den Club von Moritz Sanders noch nicht zu denken.

So schwer wie die Nürnberg Falcons hat die Corona-Pandemie wohl keine andere Mannschaft in Deutschland getroffen. Beim Spiel gegen Phoenix Hagen infizierten sich am 6. November sämtliche Nürnberger Spieler und darüber hinaus noch etliche Helfer und Kampfrichter mit Covid 19. Ursache: ein so genannter Superspreader, der – vermutlich aus Reihen der Hagener – hochansteckend war und besonders große Mengen des Virus verbreitete.

Bis die Nürnberger Symptome entwickelten, hatten sie schon das nächste Team angesteckt, als sie zwei Tage später gegen Bremerhaven antraten. Danach entwickelten alle Betroffenen, zu denen auch der Dorstener Moritz Sanders gehörte, Symptome, die zum Teil auch deutlich ausfielen, wenn auch niemand über Atemnot klagte.

“Zum Glück musste niemand ins Krankenhaus“, sagte Falcons-Trainer Ralph Junge jetzt in einem Interview: „Hilfreich war hier sicherlich, dass die Spieler bereits zu Beginn von unseren Teamärzten Dr. Brem und Dr. Pauser mit entsprechenden Medikamenten versorgt wurden.“ An einen normalen Trainingsbetrieb sei aber noch nicht zudenken gewesen: „Da alle Spieler mit ihren Symptomen über die gut zwei Wochen zu kämpfen hatten, geht es nun erst einmal darum, sich zu schonen, symptomfrei und wieder gesund zu werden“, erklärte Junge. Sich via Online-Training fit zu halten, sei „nicht mal ansatzweise möglich“ gewesen.

Deshalb sieht der Trainer die Rückkehr in den Spielbetrieb auch noch in weiter Ferne: „Wir brauchen erst einmal grünes Licht, dass die Spieler keine Symptome mehr und dazu noch einen negativen PCR-Test haben. Dann werden wir alle Spieler erneut einem medizinischen Check unterziehen, ehe wieder mit einem leichten Training gestartet werden kann.

Wir stehen hier in sehr engem Austausch mit unseren Ärzten und planen die Rückführung der Spieler an den Spielbetrieb. Ein wichtiger Faktor in diesem Prozess ist auch unser Athletiktrainer Philipp von Münster. Was wir in jedem Fall verhindern wollen ist ein Folgeschaden an Lunge oder Herz, wie man es in den letzten Wochen bei einigen Leistungssportlern beobachten konnte.

Auch muskulär haben wir durch die Quarantäne erhebliche Defizite zu verzeichnen, welche es aufzuarbeiten gilt. Aktuell gehen wir von mehreren Wochen aus, bis wieder an ein reguläres Liga-Spiel zu denken ist. Das haben wir auch schon mit der Liga-Führung in Köln diskutiert, die im Sommer einen entsprechenden Leitfaden erstellt hat. Unsere Situation ist aber in der Tat ein Sonderfall und wir werden hier nichts überstürzen oder etwas riskieren.“

Die nächste Partie sieht der Liga-Spielplan für die Falcons am 9. Dezember vor. „Die Ansetzung steht erst einmal“, erklärte Jessica Grimm, Managerin Medien & Kommunikation der Barmer 2. Bundesliga, auf Anfrage unserer Redaktion. Ob das Spiel tatsächlich stattfinde, entscheide sich aber kurzfristig. „Wir stehen mit den Vereinen im regelmäßigen Austausch“, sagte Grimm. Fast im täglichen Rhythmus werde die Lage abgefragt. Auch am Spieltag selbst sei eine Absage noch möglich.

Moritz Sanders wartet unterdessen sehnsüchtig auf ein anderes Datum: An diesem Sonntag endet seine Quarantänezeit. „Ich habe zwar seit einer Woche keine Symptome mehr und konnte Liegestütze und Situps machen. Aber ich will endlich wieder raus.“

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Der Bericht entstand mit Hilfe des Interview-Materials von der Homepage der Nürnberg Falcons.

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Sport ist für den Wulfener nicht nur ein wichtiger Bestandteil seines Arbeitslebens. Seit 1993 schreibt er als Mitarbeiter der Dorstener Zeitung über das Sportgeschehen in der Lippestadt, seit 1999 ist er als Redakteur für den Lokalsport in der Lippestadt verantwortlich. Dabei fasziniert ihn besonders die Vielfalt der Dorstener Sportszene, die von Fußball bis Tanzen und von Basketball bis Kitesurfen reicht.
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Andreas Leistner

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