Ralf Wilmink und Marcel Schröder (v.l.) haben im Tennis schon viel erlebt, aber noch nie ein Jahr wie dieses. © Ralf Pieper
Tennis

Corona bedeutete einen Sommer ohne Spiele und nun einen Winter ohne Anreiz

Corona hat auch im Tennis den Ligenbetrieb durcheinander gebracht. Ein Dorstener Team wurde von der Pandemie ganz besonders hart gebeutelt.

Der Westfälische Tennis-Verband will die Winter-Saison 2020/ 21 durchziehen. Es soll zwar keine Auf- und Absteiger geben, aber es soll gespielt werden. Nach Möglichkeit schon ab Dezember.

Marcel Schröder hört es, doch ihm fehlt der rechte Glaube daran. Zu viel hat der Mannschaftsführer der Herren 30 des Dorstener TC in diesem Seuchenjahr schon erlebt.

Im Sommer wollten Schröder und seine Mannschaftskollegen eigentlich in der Bundesliga ihrer Altersklasse aufschlagen. Die Vorfreude war groß. Doch dann kam der erste Lockdown und kurz darauf die Absage der kompletten Bundesliga-Saison.

Dafür hatte Marcel Schröder sogar Verständnis: „In der Bundesliga spielen fast 80 Prozent ausländische Spieler. Bei den Meldungen, die damals aus den verschiedenen Ländern über die Corona-Zahlen kamen, war es absolut nachvollziehbar, dass dieses Hin- und Herreisen unterbunden wurde.“

Das Problem für Schröder und seine deutschen Mannschaftskollegen: Sie waren für die Bundesliga gemeldet gewesen und durften deshalb in der Sommersaison auch nirgendwo anderes spielen.

„Wir haben locker trainiert und versucht, uns fit zu halten“, beschreibt er diese Zeit. Als Trost gab es ja noch den Winter. Doch der sieht nun auch ganz anders aus, als sich Schröder und seine Teamkollegen vorgestellt haben.

Ohne Auf- und Abstieg ist das natürlich eine reine Just-for-fun-Veranstaltung“, sagt der Mannschaftsführer des DTC, und man merkt ihm an, was er davon hält: „Wenn die Mannschaften sich sogar aussuchen können, ob sie spielen oder nicht …“

Schröder vermisst den sportlichen Anreiz: „Da muss man schon drei Fragezeichen hinter machen.“ . Eigentlich stellt er sich aber noch auf ein ganz anderes Szenario ein: „Ich glaube nicht, dass diesen Winter überhaupt gespielt wird.“ Für sein Team wäre es die zweite Saison hintereinander, die komplett ins Wasser fiele. Doch Schröders Befürchtungen reichen sogar noch weiter.

Ob im Sommer tatsächlich gespielt wird?

Mannschaftsintern haben die Dorstener bereits über die nächste Sommersaison und deren Chancen diskutiert. „Die Spieler müssen sich ja Gedanken machen: Spielen wir, spielen wir nicht? Und wie soll die Mannschaft überhaupt aussehen?“

Der DTC hätte in diesem Winter dieselbe Mannschaft ins Rennen geschickt wie im vergangenen Jahr, verstärkt durch den Niederländer Jake Mak, der vom TV Feldmark gekommen ist. Auch für den Sommer wäre diese Besetzung vorgesehen. Wenn nichts dazwischen kommt.

„Ich denke, wir werden im Februar/März Gewissheit haben, was mit der Sommersaison geschieht“, sagt Marcel Schröder: „Die Bundesligen werden da ja zum Glück als erste abgehandelt.“ Ob das Ergebnis dann in seinem Sinne sein wird? Schröder ist da eher skeptisch. Zu viel hat er in den vergangenen Monaten erlebt. Im Seuchenjahr 2020.

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Sport ist für den Wulfener nicht nur ein wichtiger Bestandteil seines Arbeitslebens. Seit 1993 schreibt er als Mitarbeiter der Dorstener Zeitung über das Sportgeschehen in der Lippestadt, seit 1999 ist er als Redakteur für den Lokalsport in der Lippestadt verantwortlich. Dabei fasziniert ihn besonders die Vielfalt der Dorstener Sportszene, die von Fußball bis Tanzen und von Basketball bis Kitesurfen reicht.
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Andreas Leistner

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