Ein umgestürzter Telefonleitungsmast blockierte am Samstagnachmittag die Schultenfelder Allee, einzige Zufahrt zur Sporthalle der Gesamtschule Wulfen. © Privat
Basketball

BSV Wulfen erlebt einen wahren Chaostag

Zwei Leistungsträger und der Trainer fielen aus. Doch das war fast noch das kleinste Problem, das der BSV Wulfen am Samstag vor der Partie gegen Deutz hatte.

Das erste Heimspiel des Jahres stand für die Regionalliga-Basketballer des BSV Wulfen unter keinem guten Stern. Erst meldeten sich US-Aufbauspieler und Topscorer Bryant Allen sowie Trainer Gary Johnson krank. Dann verletzte sich mit Lyuben Paskov am Donnerstag ein weiterer Leistungsträger. Doch die richtigen Probleme eröffneten sich erst am Tag des Spiels selbst.

Lyuben Paskov
Leistungsträger Lyuben Paskov verletzte sich am Donnerstag im Training und konnte nur zuschauen. © Andreas Leistner

In seiner WhatsApp-Gruppe musste sich der BSV am Samstagmittag auf die Suche nach einem Kampfrichter machen. Drei Personen braucht es für den Anschreibebogen, die Spieluhr und die 24-Sekunden-Anlage, zwei weitere für das vom Verband vorgeschriebene Computer-Scouting der Partie. Schon in normalen Zeiten sind diese fünf nicht immer leicht zusammen zu bekommen. Doch jetzt erschwerte auch noch die 2Gplus-Regelung die Suche.

Kampfgericht BSV Wulfen
Auch das Kampfgericht gilt beim Basketball als spielbeteiligt. Deshalb fallen die Leute am Tisch unter die 2Gplus-Regel. © Archiv Joachim Lücke

Denn als Spielbeteiligte fallen die Leute am Kampfgericht unter diese Regel und müssen geimpft oder genesen sein und zudem noch einen tagesaktuellen Test vorweisen können. Am Ende hatte der BSV Glück: Victoria Duve erklärte sich bereit, konnte aber nicht garantieren, ob sie es rechtzeitig zu Spielbeginn in die Halle schaffen würde. Doch fünf Minuten vor dem Sprungball saß sie glücklich am Tisch.

Um ein Haar hätte sie sich den Weg allerdings sparen können. Denn höhere Gewalt hätte beinahe zur Spielabsage geführt.

Umgestürzter Telefonleitungsmast

Am Nachmittag stürzte auf der Schultenfelder Allee ein morscher Telefonleitungsmast um und blockierte damit die einzige Auto-Zufahrt zur Gesamtschulhalle. Die Feuerwehr rückte an und informierte zudem die zuständige Telefongesellschaft. Die Straße blieb aber zunächst für Fahrzeuge unpassierbar. Für den BSV nicht nur wegen der Anreise von Mannschaften und Zuschauern oder der Anlieferung von Getränken ein Problem. Denn ohne direkte Zufahrt zur Halle gab es auch keinen Rettungsweg.

Mit Bürgermeister Tobias Stockhoff kurzgeschlossen

BSV-Vorsitzender Christoph Winck schloss sich mit Bürgermeister Tobias Stockhoff kurz, der schließlich seine Kollegen vom Technischen Hilfswerk auf den Plan rief. Die sorgten dafür, dass die Straße am Samstagabend zumindest behelfsmäßig passierbar wurde. Der Bürgermeister hatte dabei natürlich nicht nur das Basketballspiel, sondern vorrangig den Schulbetrieb am Montagmorgen im Blick, deshalb arbeitete das THW fieberhaft weiter.

THW an der Schultenfelder Allee
Das technische Hilfswerk sicherte die Gefahrenstelle an der Schultenfelder Allee ab und sorgte dafür, dass die einzige Zufahrt zur Gesamtschulhalle wieder passierbar wurde. © Privat

„Letztendlich lag die Entscheidung bei uns“, erzählte Christoph Winck: „Es stand 50:50. Aber eine Absage hätte natürlich auch danach ausgesehen, als hätten wir das wegen der Ausfälle von Gary Johnson, Bryant Allen und Lyuben Paskov gemacht.“

So informierte der BSV über die sozialen Medien Mitglieder und Fans darüber, dass sie andere Parkplätze nutzen mussten. Die Getränkelieferung erfolgte über die andere Seite des Midlicher Mühlenbachs bis zum Freizeithaus der Gesamtschule – von dort aus musste geschleppt werden.

Für den BSV nahm der Abend ein glückliches Ende. Es kam zu keinem medizinischen Notfall, und das Spiel gegen Deutz wurde auch gewonnen. Die Situation bleibe aber auf der Agenda des Bürgermeisters, erzählte Christoph Winck: „Es gibt ja wirklich nur diese eine Zufahrt für Rettungsfahrzeuge, und es hängt ja nicht nur die Sporthalle daran, sondern auch noch der Fußballplatz und die Tennisanlage.“ Ein Umstand, bei dem man das Glück wohl wirklich besser nicht auf Dauer herausfordern sollte. Diesmal ist noch alles gutgegangen.

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Sport ist für den Wulfener nicht nur ein wichtiger Bestandteil seines Arbeitslebens. Seit 1993 schreibt er als Mitarbeiter der Dorstener Zeitung über das Sportgeschehen in der Lippestadt, seit 1999 ist er als Redakteur für den Lokalsport in der Lippestadt verantwortlich. Dabei fasziniert ihn besonders die Vielfalt der Dorstener Sportszene, die von Fußball bis Tanzen und von Basketball bis Kitesurfen reicht.
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Andreas Leistner

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