Sowohl beim TuS Haltern am See als auch beim SV Herbern laufen die Planungen für die kommende Spielzeit. Ein anderer Landesligist kann ganz entspannt in die Zukunft blicken. © Jürgen Patzke
Fußball: Landesliga 4

Außergewöhnliche Kaderplanung: Landesligist muss mit keinem Spieler verlängern

In der Landesliga 4 gibt es ein Team, das keine einzige Verlängerung zu vermelden hat. Dennoch gibt es für die Verantwortlichen keinen Grund zur Panik. Der Sportdirektor erklärt die Planungen.

Die vergangenen fußballfreien Monate haben die Vereine intensiv genutzt, um ihre Kader für die kommende Spielzeit bereit zu machen. Einige Vereine stecken noch mitten in den Planungen, andere sind schon so gut wie fertig. Bei einem Team aus der Landesliga 4 wurde in dieser Saison noch kein einziger Vertrag verlängert, dennoch können die Verantwortlichen entspannt sein.

„Für uns war von Anfang an klar, dass wir mit den Spielern langfristig planen wollen. Das haben auch alle so akzeptiert“, sagt Hüseyin Kücük, Sportdirektor der IG Bönen.

Während Jan-Niklas Kaiser (r.) den TuS Haltern am See im Sommer verlässt, wird Miguel Dotor-Ledo (l.) der IG Bönen erhalten bleiben - genauso wie fast alle anderen Spieler hat auch er noch einen Vertrag bis 2022.
Während Jan-Niklas Kaiser (r.) den TuS Haltern am See im Sommer verlässt, wird Miguel Dotor-Ledo (l.) der IG Bönen erhalten bleiben – genauso wie alle anderen Spieler hat auch er noch einen Vertrag bis 2022. © Manfred Rimkus © Manfred Rimkus

Der eigentliche Favorit der Landesliga-4-Staffel, der aber corona-bedingt erst drei Mal spielen konnte und zum Auftakt gegen den TuS Haltern am See verlor, hatte alle seine Spieler im vergangenen Jahr schon mit langfristigen Verträgen ausgestattet.

Bönens Hüseyin Kücük: „Wir legen ihnen keine Steine in den Weg“

Bedeutet: Jeder hat ohnehin noch Vertrag bis 2022. Zwei-Jahres-Verträge sind im Amateurbereich nicht unbedingt üblich. Die ganze Mannschaft gleich mit derartigen Verträgen auszustatten – und das in der Landesliga – ist noch ungewöhnlicher.

„Wir haben viele Spieler, die mal höher gespielt haben – die sind sehr ambitioniert und haben kein Problem damit, auf Dauer zu planen“, erklärt Kücük. Beispielsweise Arif Et wechselte im vergangenen Sommer zur IG Bönen, spielte davor für Borussia Dortmund II – allerdings mit mäßigem Erfolg – in der Regionalliga West.

Ganz zusammen wird der Kader der IG Bönen derweil trotz der Verträge bis 2022 nicht komplett. Drei Spieler werden den Verein verlassen: Don Niketta, Andre Born und Ogün Gümüstas werden im Sommer wechseln. „Das ist auch in Ordnung, wir legen ihnen keine Steine in den Weg“, sagt Hüseyin Kücük.

Der Sportdirekter hat ein Ziel und orientiert sich dabei am erfolgreichsten deutschen Verein: „Es ist ein bisschen so wie beim FC Bayern München“, sagt er, „da wird sich immer darum bemüht, dass alle langfristig im Verein bleiben, weil es wie eine Familie ist.“ So solle es auch bei der IG Bönen sein.

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