2018 wurde die offene U12 der BG Dorsten mit Trainer Alois Buschmann Regionalliga-Dritter. Jetzt hat die Mannschaft wie alle anderen Hallensportler auch seit einem Jahr praktisch kein reguläres Training mehr erlebt. © Privat

Alois Buschmann befürchtet riesige Probleme für den Nachwuchs

Er ist der dienstälteste Basketball-Trainer Dorstens, und insbesondere die Jugend lag ihm immer am Herzen. Doch jetzt sieht Alois Buschmann genau dort durch Corona die größten Probleme.

Vor einigen Tagen teilte Alois Buschmann auf Facebook eine Erinnerung. Drei Jahre war es her, dass die von ihm trainierte U12-Jugend der BG Dorsten Platz drei in der Regionalliga belegt hatte. Buschmann postete das Mannschaftsbild von damals. Eine schöne Erinnerung, doch wie so vieles wird sie von Corona getrübt.

Denn Alois Buschmann ist nach wie vor Trainer der Mannschaft. Doch gesehen hat er seine Jungs zum letzten Mal vor dem zweiten Lockdown. Vor sechs Monaten.

Im vergangenen Sommer hatte er mit der Mannschaft noch unter freiem Himmel trainiert. „Aber mehr war mir mit meinen damals 66 Jahren zu riskant“, berichtet er. Als es zeitweise wieder in die Hallen ging, war Buschmann raus. Ein-, zweimal haben sich Spieler und Trainer seitdem bei Computerschaltungen gesehen. „Aber eine Weihnachtsfeier, bei der man sich nicht mal die Hand schütteln kann? Das ist für die Kinder nichts, und für mich auch nicht“, sagt er.

Inzwischen ist Buschmann geimpft. Für Training unter freiem Himmel stände er bereit. Doch das Startsignal dazu lässt ja bekanntlich noch auf sich warten. Zu Buschmanns Unmut: „Überall hört und liest man von Maßnahmen für die Schulen. Zwei Milliarden sollen da fließen. Vom Sport hört man nichts.“

Enormer Schaden und Aufholbedarf

Dabei sieht er durch die Corona-Pandemie enormen Schaden und Aufholbedarf: „Das kann man noch gar nicht absehen, was das für Folgen haben wird.“ Gerade in den jüngeren Jahrgängen hält er die monatelange Trainings- und Wettkampfpause für verheerend: „Die Kinder haben ja praktisch ein ganzes Jahr lang nicht vernünftig trainiert. Ich weiß nicht, wie sich gerade bei Anfängern auswirkt, die in dieser Phase eigentlich die Grundtechniken erlernen sollen. Mit denen wird man wohl noch einmal bei diesen Grundlagen anfangen müssen.“

Serben trainierten durch

Doch auch für Fortgeschrittene bedeute die Pause große Probleme: „Der Sohn des früheren BG-Trainers Ivan Rosic hat jetzt mit der U16-Nationalmannschaft Serbiens trainiert. Seine Teamkollegen hatten die ganze Zeit durchtrainiert, er selbst quasi nur Individualtraining gemacht. Das war ein Riesenunterschied.“ Wie die deutschen Auswahlteams demnächst bei internationalen Vergleichen abschneiden? „Auch das kann keiner sagen, aber ich sehe auch auf dieser Ebene Probleme.“

Betroffen sei nicht nur der Basketball: „Das wird Handballer und Fußballer genauso treffen, im Grunde alle. Viele Leute werden auch sicher aufhören.“ Deshalb müssten auch umfassende Gegenmaßnahmen ergriffen werden: „Sport muss in den Schulen wieder ein Lernziel werden wie Mathe oder Deutsch. Die verschiedenen Sportarten müssen zum Reinschnuppern angeboten werden, die Vereine müssen wieder in die Schulen. Ansonsten bekommen sie auch nach der Pandemie Riesenprobleme.“

Über den Autor
Sportredaktion
Sport ist für den Wulfener nicht nur ein wichtiger Bestandteil seines Arbeitslebens. Seit 1993 schreibt er als Mitarbeiter der Dorstener Zeitung über das Sportgeschehen in der Lippestadt, seit 1999 ist er als Redakteur für den Lokalsport in der Lippestadt verantwortlich. Dabei fasziniert ihn besonders die Vielfalt der Dorstener Sportszene, die von Fußball bis Tanzen und von Basketball bis Kitesurfen reicht.
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Andreas Leistner

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