Schonkurz nach seiner Gründung vor 50 Jahren zählte der SV Delphin Dorsten 500 Mitglieder. Die Wettkampfmannschaft des Vereins sah Mitte der 70er Jahre so aus. © Privat
Schwimmen

50 Jahre über alle Wogen – der SV Delphin Dorsten feiert Geburtstag

Vor 50 Jahren, am 12. Juni 1971, erblickte der SV Delphin Dorsten das Licht der Welt. Seitdem bewiesen Dorstens Schwimmer immer wieder auch amphibische Fähigkeiten – nicht nur beim Triathlon.

Die Geschichte des SV Delphin Dorsten ist eine mit vielen sportlichen Erfolgen. Sie ist aber auch eine der Umzüge. Immer wieder mussten die Dorstener Schwimmer buchstäblich aus dem Wasser steigen und über Land weiterziehen.

Gegründet wurde der Verein am 12. Juni 1971 standesgemäß im Dorstener Freibad. 1. Vorsitzender wurde Leopold Vennemann, Klaus Ludes sein Vertreter. Die Geschäfte führte Herbert Pauli, die Kasse Günter Bergemann. Die ersten Trainer im Freibad hießen Erhard Grütz, Egon Albrecht, Heinz Brändel und Dieter Birkemeyer, und mit dem jungen Verein ging es schnell und steil bergauf.

Hallenbad Maria Lindenhof spielte eine wichtige Rolle

Keine unwesentliche Rolle spielte dabei das Dorstener Hallenbad, das nur ein Jahr nach Gründung des SV Delphin entstand. Dienstags und donnerstags gehörte das Bad fürs Training dem Verein, der schon bald 500 Mitglieder zählte. 1973 erlebten die Delphine gleich mehrere Premieren: erste Teilnahme an Bezirksmeisterschaften, erste Vereins- und schließlich auch noch Stadtmeisterschaften. Mit dem ersten, selbstbestimmenden Jugendrat wurde der SV Delphin zudem organisatorisch zum Vorbild für viele andere Vereine im Schwimmbezirk Nordwestfalen und darüber hinaus.

Walter Kusch in Dorsten
Weltmeister über 100 m Brust und 1981 Jubiläumsgast des SV Delphin: Walter Kusch (M.), mit Dieter Birkemeyer (r.) und damaligem Trainer. © Privat © Privat

Unter Leitung des städtischen Schwimmmeisters Heinz Brändel und des Berufsschulleiters Egon Albrecht entsteht 1976 eine Springer-Abteilung, 1980 gründet der Verein die erste Gymnastikgruppe für Senioren, und auch die bauliche Infrastruktur wird verbessert: Während der Feiern zum zehnjährigen Bestehen sind die Bauarbeiten am neuen Vereinsheim auf dem Gelände des Freibades in vollem Gange, 1982 können die Delphine das Gebäude einweihen.

Sportlich ragt in diesen Jahren die Bezirksmeisterschaft der 4 x 200-m-Delphinstaffel mit Jörg Wacke, Heiko Tewes, Bernd Fragemann und Ingo Tewes heraus. Die nächsten einschneidenden Veränderungen für das Vereinsleben bringen den Delphinen dann die 90er-Jahre.

Tri Ducks Dorsten
Die Tri Ducks sind bis heute eine wichtige Abteilung des SV Delphin. © Privat © Privat

Zunächst schließen sich 1990 die Triathleten des GSC Wulfen als TriDucks dem Schwimmverein an und richten gleich den ersten Dorstener Triathlon aus. Ein Jahr später gibt es dann an der Vereinsspitze einen Generationenwechsel. Leopold Vennemann und Günter Bergemann geben ihre Posten nach 20 Jahren ab, Vennemann wird Ehrenvorsitzender, Bergemann Ehrenmitglied. Ihre Nachfolge treten Dieter Birkemeyer als Vorsitzender und Brigitte Esser als Kassiererin an.

Zu einer echten Institution wird auch das Shortyschwimmen, das der SV Delphin 1993 aus der Taufe hob. Die Idee, gezielt dem jüngsten Nachwuchs Gelegenheit zum Wettkampf zu geben, lockt bis heute – mit bitterer Corona-Zwangspause im Seuchenjahr 2020 – unzählige junge Schwimmer und Vereine an. Doch so erfolgreich der SV Delphin ist, Dorstens Bäder sind es Ende der 90er-Jahre nicht mehr. Die Bäderlandschaft in der Lippestadt gerät in Bewegung – und mit ihr die Delphine.

25 Jahre SV Delphin Dorsten
Bei seinem 25-jährigen Bestehen ehrte der SV Delphin Dorsten 1996 diese Gründungsmitglieder. © Privat © Privat

Am 23. August 2000 wird der Grundstein für das Freizeitbad Atlantis gelegt, am 4. Mai des Folgejahres reißen die Bagger mit dem alten Freibad auch das Vereinsheim des SV Delphin ab, und Anfang April 2002 bestreiten Dorstens Schwimmer ihr letztes Training im Hallenbad Maria Lindenhof.

Der Umzug ins Wulfener Hallenbad kostete den Verein viele Mitglieder aus Stadtteilen wie Altendorf-Ulfkotte, Hardt oder Feldmark. Neue kamen hinzu, aus Wulfen, Lembeck oder Rhade. Doch unterm Strich stand ein Minus von 150. Auch das Projekt eines neuen Vereinsheims auf dem Freibadgelände ging mit der Insolvenz des Bad-Investors baden. Da taten sportliche Erfolge wie die WM-Teilnahme von Triathlet Heiko Tewes oder die Berufung von Jeanette Dietrich ins „Talentteam Olympia 2012“ besonders gut.

Jeanette Dietrich
Jeanette Dietrich war in den 2000er Jahren das Aushängeschild des SV Delphin Dorsten. © Rüdiger Eggert © Rüdiger Eggert

Auch einen neuen Jugendraum fand der Verein 2008 dank Jugendwart Nicolas Wagner im evangelischen Gemeindezentrum Holsterhausen. Doch 2011 ereilte die Delphine ein weiterer Schock: der plötzliche Tod von Dieter Birkemeyer.

Neues Team begegnet allen Herausforderungen pragmatisch

Aber auch hier ging es weiter, und das Team um den 2013 zu Birkemeyers Nachfolger gewählten Jürgen Michalski ist noch heute im Amt. Es hat die ständige Sorge um den Fortbestand des Hallenbades Wulfen ebenso gemeistert wie die Auswirkungen der neuen Datenschutzverordnung und zuletzt die Corona-Krise. Wie immer beweisen die Delphine dabei Pragmatismus: Die große Jubiläumsfeier ist auf 2022 verschoben, wichtiger ist jetzt der Wiedereinstieg ins Training. Der SV Delphin ist halt ein Schwimmverein, die gehen nicht unter.

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Sportredaktion
Sport ist für den Wulfener nicht nur ein wichtiger Bestandteil seines Arbeitslebens. Seit 1993 schreibt er als Mitarbeiter der Dorstener Zeitung über das Sportgeschehen in der Lippestadt, seit 1999 ist er als Redakteur für den Lokalsport in der Lippestadt verantwortlich. Dabei fasziniert ihn besonders die Vielfalt der Dorstener Sportszene, die von Fußball bis Tanzen und von Basketball bis Kitesurfen reicht.
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Andreas Leistner

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