Der Rasen auf dem Sportplatz des VfR Rauxel an der Vördestraße hat schon bessere Zeiten gesehen. Das gilt auch für den Verein. © Volker Engel
Fußball-Kreisliga B

Wird Uwe Esser bald 1. Vorsitzender des VfR Rauxel?

Eine Jahreshauptversammlung mit 50 Teilnehmern in Zeiten von Corona? Schlechterdings unmöglich. Der VfR Rauxel muss sich daher darauf einstellen, noch länger kommissarisch geführt zu werden.

Der VfR Rauxel blickt nach vorn. Trotz Lockdown, trotz der Ungewissheit, wann der Spielbetrieb wieder beginnt. Trotz es Umstandes, dass die Vereinsführung seit einem Jahr nur kommissarisch im Amt ist.

Der B-Kreisligist hat sich als Aufsteiger trotz zahlreicher verletzungsbedingter Ausfälle in der Liga etabliert, rangiert nach sieben Spielen mit acht Punkten auf Rang neun. Ganz passabel für einen Aufsteiger. Der Trainer Stephan Gil macht anerkanntermaßen gute Arbeit.

Jetzt fehlt nur noch ein Vorsitzender, der von den Mitglieder satzungsgemäß gewählt wurde. Denn Uwe Esser, ehemaliger Spieler (1980er und 90er Jahre) und Erfolgstrainer (1990er Jahre) bekleidet das Amt nach dem Tod des langjährigen 1. Vorsitzenden Günter Schulz im Januar 2020 weiterhin kommissarisch.

Versammlung mit 30 Personen oder mehr sind nicht erlaubt

„Eine ordentliche Jahreshauptversammlung abzuhalten, ist aufgrund der Corona-Schutzverordnung ja nicht möglich. Wir haben etwa 50 Mitglieder, eine Zusammenkunft in dieser Größenordnung ist behördlich nicht erlaubt”, erklärt Esser.

Uwe Esser, der einst Spieler und Trainer des VfR Rauxel war und den SV Wacker Obercastrop in die Bezirksliga führte, ist kommissarischer Vorsitzender des VfR. © Jens Lukas © Jens Lukas

Dabei war alles etwas anders geplant. Die Wahl eines neuen Vorsitzenden sollte im November 2020 stattfinden, wenige Tage zuvor kam es erneut zum Lockdown. Die Jahreshauptversammlung musste verschoben werden.

„Das hat uns natürlich einen Strich durch die Rechnung gemacht. Ich denke, jetzt müssen wir bestimmt noch bis Mai warten, ehe wir uns wieder treffen können”, so Esser. Dieser ist nicht nur Vater von Fußball-Profi Michael Esser (Torwart des Zweit-Bundesligisten Hannover 96), sondern auch Schwiegersohn des verstorbenen VfR-Vorsitzenden Günter Schulz.

Andererseits hatte Esser seinen Stammverein VfR für längere Zeit zumindest etwas aus den Augen verloren. „Natürlich habe ich grob verfolgt, was passiert ist. Immerhin bin ich mit dem VfR Rauxel Stadtmeister geworden und dazu in die Bezirksliga aufgestiegen”, so Esser. Dieser hatte auch den heutigen Westfalenligisten Wacker Obercastrop als Trainer in die Bezirksliga geführt.

Die Fußballer des VfR Rauxel bestreiten 2020/21 ihre erste Kreisliga-B-Saison seit sechs Jahren. © Volker Engel © Volker Engel

Später wurde Uwe Esser 2. Vorsitzender in Rauxel. Als er gefragt wurde, ob er nicht 1. Vorsitzender des VfR Rauxel werden wolle, war der 61-Jährige zunächst überrascht: „Zuerst wollte ich das nicht machen.” Jetzt aber doch. Wann auch immer die Jahreshauptversammlung über die Bühne geht, Uwe Esser steht parat: „Ich stehe für zwei Jahre zur Verfügung, vorausgesetzt die Mitglieder wählen mich.”

Uwe Esser hat ein Helfer-Team

Die überraschende Ruhe der Lockdown-Pause nutzte Uwe Esser, um sich einen Überblick zu verschaffen. „Wir haben eine gewisse Grundordnung reingebracht”, sagt Esser, der als kommissarischer Vorsitzender auf ein dreiköpfiges Helferteam zurückgreifen kann: Uwe Horriar, Christoph Schalke und Kurt Kerschner.

Horriar kümmert sich um die Finanzen, soll das Amt des 1. Kassierers übernehmen. Schalke und Kerschner stehen für alle Arbeiten zur Verfügung, die bei einem Fußball-Verein anfallen. Besonders die Pflege des Naturrasens verlange viel Zeit.

Die einst selbstgebaute Tribüne prägt das Waldstadion an der Vördestraße. © Marcel Witte © Marcel Witte

„Wir sind ein gutes Team”, sieht sich Esser nicht als Einzelkämpfer. In diesen Teamgedanken bezieht er auch Trainer Stephan Gil mit ein. Esser: „Der Coach leistet gute Arbeit. Und was ganz, ganz wichtig ist, die Stimmung in der Mannschaft und im Verein ist hervorragend. Die Jungs halten zusammen, die komplette Mannschaft unterstützt uns in allen Belangen. Ob im Verkauf, bei den Planungen oder der gesamten Organisation. Ohne diese Mannschaft würde es den VfR nicht mehr geben.”

Erstes Ziel erfüllt: Mit Trainer Stephan Gil verlängern

Doch wohin geht die Reise des VfR? Um es klar zu sagen. Das Thema Aufstieg in die Kreisliga A ist kein Thema beim VfR Rauxel. „Wir wollen uns in der Liga etablieren”, formuliert Esser die sportlichen Ziele für die nahe Zukunft. Zuerst sollte der Vertrag mit Trainer Stephan Gil verlängert werden. Das klappte in der ersten Januar-Woche.

Jugendmannschaft ist nur Wunschdenken

Esser könnte sich auch eine zweite Mannschaft im Senioren-Bereich vorstellen. Einem immer wieder diskutierten Projekt erteilt er dagegen eine Absage. Der VfR Rauxel verfügt seit Jahren nicht mehr über eine Jugend-Mannschaft. Es fehle einfach der Nachwuchs, so Esser: „Alles andere ist Wunschdenken.”

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
Ein waschechter Dortmunder, Jahrgang 1957. Vor dem Journalismus lange Jahre Radprofi, danach fast 30 Jahre lang Redakteur bei Dortmunder Tageszeitungen, seit 2015 bei den Ruhr Nachrichten, natürlich im Sport.
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Peter Kehl

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