Nach einigen Stationen in Castrop-Rauxel hat ein Kicker als Coach in der Kreisliga C gefunden. © Volker Engel
Fußball

Wanderer durch den Castrop-Rauxeler Fußball hat Fünf-Jahres-Vertrag in der Kreisliga C

Er ist inzwischen 34 Jahre alt, Er ist ein Fußballer mit Castrop-Rauxeler Vergangenheit und hat augenscheinlich sein spätes Glück gefunden als Spielertrainer in der Kreisliga C.

Fußball in der Kreislliga C ist speziell. Ein Vorteil: Absteigen geht nicht mehr. Ein Nachteil: Für jede Erste Mannschaft eines Vereins ist der dortige Fußball nicht prickelnd. Folglich will jeder Club den Sprung in die Kreisliga B schaffen.

Aufstieg war dann doch keine reine Formsache

Auch Eintracht Waltrop. Diesen Aufstieg anzugreifen wurde Dominic Schenkel verpflichtet. Die Rechnung: Wir holen einen für die Kreisliga C überdurchschnittlich guten Fußballer als Spielertrainer und der Aufstieg ist nur Formsache, ging bei Eintracht Waltrop nicht auf.

Nicht in der Corona-Abbruch-Spielzeit, als man nach der Quotienten-Wertung nur Tabellen-Sechster war. „Das war unsere eigene Dummheit. Wir standen gut da im Aufstiegskampf, haben dann aber drei völlig unnötige Niederlagen kassiert“, erklärt Schenkel.

Dominic Schenkel ist jetzt Spielertrainer bei Eintracht Waltrop. © Waltroper Zeitung © Waltroper Zeitung

In dieser Saison stand die Aufstiegs-Ampel bereits früh auf „Rot“, als die Politik für den Amateurfußball den November-Lockdown aufrief wegen der Corona-Pandemie, den der FLVW für Dezember verlängert hat. Zwar ist die Eintracht aktuell Tabellen-Vierter nach vier Siegen und drei Niederlagen, liegt aber neun Punkte hinter Spitzenreiter SV Bossendorf II.

Was wiederum wohl daran festzumachen ist, dass sich der technisch starke Wirbelwind Dominic Schenkel am 13. September bei Westfalia Vinnum II Bänderrisse im Knie zuzog und einen Monat verletzt ausfiel. „Zum Glück war es kein Kreuzbandriss“, so der Fußballer. Wie wichtig der Torjäger für Eintracht Waltrop ist, zeigen seine sechs Tore beim Wiedereinstieg im mit 13:3 gewonnenen Spiel am 11. Oktober in Recklinghausen beim FC 96 III.

2010 heuerte Dominic Schenkel beim Landesligisten VfB Habinghorst an. © Jens Lukas © Jens Lukas

Grundsätzlich ist Dominik Schenkel der Meinung, dass diese Saison wegen der Corona-Unterbrechungen nicht gewertet werden sollte mit Auf- und Absteigern: „Ich denke, dass wir frühestens Anfang oder Mitte März spielen dürfen wegen der hohen Corona-Zahlen. Daher wäre eine Saison-Wertung unfair. Gerechter ist, in die nächste Saison mit derselben Ligen-Einteilung zu starten.“

Mit Teutonia Waltrop und Spvg Oberwiese auf einem Sportplatz

Bei Eintracht Waltrop dann mit Spielertrainer Dominik Schenkel. „Ich habe einen Fünf-Jahres-Vertrag unterschrieben. In der Zeit, in der ich jetzt im Verein bin, habe ich viel aufgebaut beim Sponsoring und der Verpflichtung von guten Spielern, mit denen ich früher zusammen gezockt habe“, so Schenkel. Eintracht Waltrop teilt sich mit Teutonia SuS Waltrop und der Spvg Oberwiese die Sportplätze im Sportzentrum Nord.

Sich vertraglich für Jahre an einen Verein zu binden, war nie Schenkels Ding: „Ich bin ein weltoffener Typ und wollte immer schnell etwas Neues erleben im Fußball“, erklärt der Spielertrainer seine vielen Vereins-Stationen. Angefangen hat für den gebürtigen Dattelner („Mit 18 Jahren bin ich nach Castrop-Rauxel gezogen und wohne dort noch“) das Fußballer-Leben in der Jugend von Germania Datteln und der Spvg Erkenschwick. Im Senioren-Bereich legte er zunächst zwei Jahre lang eine Fußball-Pause ein.

2017 spielte Dominic Schenkel (r.) für den damaligen Bezirksligisten SV Wacker Obercastrop. © Jens Lukas © Jens Lukas

Danach starteten Schenkels Wanderjahre durch die Vereins-Landschaft der Region. Mit zumeist Landesliga- oder Bezirksliga-Stationen bei SW Meckinghoven, Fortuna Seppenrade (zwei Mal), VfB Habinghorst, Werner SV, Westfalia Vinnum (zwei Mal), Eintracht Datteln, Wacker Obercastrop, Teutonia SuS Waltrop und der SG Castrop mit dem Trainer-Duo Dennis Hasecke/Marco Taschke. „Als sich bei der SG abzeichnete, dass die Trainer und einige Spieler zur Spvg Schwerin wechseln würden, war klar, dass auch ich gehe. Zumal mir das Spielertrainer-Angebot von Eintracht Waltrop vorlag.“

2018 kickte Dominic Schenkel (am Ball) für die SG Castrop, wie hier im Kreispokal gegen den SV Sodingen. © Jens Lukas © Jens Lukas

Bei Westfalia Vinnum ereilte Schenkel sogar einmal ein Rausschmiss. Mit seiner emotionalen Art wurde er zum Opfer in einer Art „Zickenkrieg“. Alles Schnee von gestern. Nach der langen Wanderschaft als Fußballer, scheint es, als habe Dominic Schenkel nun sein Fußball-Glück gefunden. „Ich fühle mich bei Eintracht Waltrop wohl. Auch den Aufstieg in die Kreisliga B werden wir irgendwann schaffen“, ist Schenkel überzeugt von seiner Mission beim C-Ligisten.

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Über 30 Jahre als Sportredakteur aktiv, bin ich nun im "Unruhestand" seit der Saison 2018/2019 als Freier Mitarbeiter für den Castroper Sport am Ball - eine neue, spannende Erfahrung. Meine journalistischen Fachgebiete sind alle Ballsportarten, die Leichtathletik und Golf. Mit den deutschen Spitzen-Fechtern war ich in den frühen 2000er-Jahren bei Welt- und Europameisterschaften in der "halben Welt" unterwegs.
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