Aytac Uzunoglu ist seit Sommer 2016 Chef-Trainer beim SV Wacker Obercastrop. © Volker Engel
Fußball-Westfalenliga

Wacker Obercastrop geht beim Trainer auf Nummer sicher und startet Vertragsverhandlung

2019 hatte sich Aytac Uzunoglu als Trainer von Wacker Obercastrop mit dem Club auf zwei Spielzeiten Zusammenarbeit geeinigt. Die Sportliche Leitung wollte jetzt mit einem Gespräch für die Saison 2021/22 auf Nummer sicher gehen.

In der Saison des Landesliga-Aufstiegs hatte der Vorsitzende Martin Janicki in der Winterpause 2019/20 seinem Trainer Aytac Uzunoglu einen Zwei-Jahres-Vertrag angeboten. Ein Mann, ein Wort. Dennoch hat der Sportliche Leiter, Alex Wagener, nochmals bei Uzunoglu nachgehakt, ob er trotz etwaiger Anfragen auch in der Saison 2021/22 Wackeraner bleibt.

Wagener schickt WhatsApp-Nachricht an die Redaktion

Kurz gefasst war die WhatsApp-Nachricht, die jetzt von Wagener kam. Der Sportliche Leiter verkündete darin jedoch eine gewichtige Entscheidung: „Ich kann direkt zum Jahresbeginn die frohe Botschaft übermitteln, dass wir mit den Trainerteams der ersten und zweiten Mannschaft auch in die neue Saison gehen werden.“ Froh sei der Verein über diese frühzeitige Einigung, da es bei beiden Teams sportlich sehr gut läuft.

Bei dieser Wertschätzung lagen Vertrags-Verlängerungen auf der Hand. Trainer Aytac Uzunoglu, Co-Trainer Steffen Golob, und Torwart-Trainer David Menke haben den Westfalenliga-Aufsteiger bis zum Corona-Lockdown auf Rang fünf mit Tuchfühlung zu Spitzenreiter TuS Bövinghausen geführt. Das Trainerduo Christian Heyn und Andre Pape sind sogar Kreisliga-B-Tabellenführer.

Bei Anfragen von zwei Vereinen wäre Uzunoglu schwach geworden

Irgendwo im Hinterkopf hatten die Vereinsverantwortlichen, dass der Uzunoglu-Vertrag doch ohnehin bis zum Jahr 2022 galt. Aytac Uzunoglu klärt auf und sagt: „Als wir im Winter 2019 in der Landesliga auf Aufstiegskurs waren, hat mir Martin Janicki einen Vertrag bis 2022 angeboten. Da Zwei-Jahres-Verträge im Amateurfußball nicht die Norm sind, haben wir vereinbart, im Winter 2020 nochmals darüber zu reden. Man weiß nie, was im Laufe eines Jahres passiert. Es war nur ein kurzes Gespräch.“

Gab es nach diesen Erfolgen kein prickelndes Angebot von anderen Vereinen? „Nur bei Borussia Dortmund oder Besiktas Istanbul wäre ich schwach geworden – die haben aber nicht angerufen“, lacht Uzunoglu, den seine Wertschätzung beim SV Wacker Obercastrop sehr freut.

„Deshalb ist es gut, dass der Verein die Vertragsverlängerung mit mir bis 2022 öffentlich macht in der Zeitung und den Internet-Medien. So sehen andere Vereine, dass es zwecklos ist, den Telefonhörer in die Hand zu nehmen. Ich fühle mich bei Wacker Obercastrop sehr wohl, was für mich wichtig ist.“ Dass dieses Gefühl bei den Spielern ebenso vorherrsche, zeigten auch deren Vertragsverlängerungen.


Wacker-Trainer plädiert für eine Halbserie als Saison-Ersatz

Die sportliche Ausgangslage bei einer Saison-Fortsetzung sei gut, sagt Uzunoglu. Wenngleich er betont: „Die Kracher der Liga kommen jetzt erst auf uns zu.“ Da der FLVW unbedingt eine Saison-Wertung anstrebt, plädiert der Wacker-Trainer bei einer Fortsetzung dafür, eine komplette Halbserie zu spielen.

„Nach derzeitiger Corona-Lage werden wir wohl erst im März wieder auf den Platz dürfen. Da ist es utopisch, weiter an einer kompletten Saison fest zu halten. Wir haben bisher sieben Spiele gemacht, müssen also weitere zehn machen um die erste Halbserie abzuschließen. Das ist in drei Monaten gut machbar“, so Uzunoglu.

Mit einer kompletten Halbserie wären auch 50 Prozent aller Spiele erreicht, was der FLVW für eine Wertung mit Auf- und Abstieg vorgibt. Auch wenn diese Lösung nicht ganz fair sei, wäre sie die fairste, denkt Obercastrops Trainer. Dieser gesteht gerne ein, dass sich sein Team in einer komfortablen Ausgangslage befindet. „Ob das so bleibt, weiß keiner. Die Vereine, die auf Abstiegsplätzen stehen, werden sich im Winter personell garantiert verstärken.“

Wenn am Ende der TuS Bövinghausen aufsteigen sollte in die Oberliga, würde Aytac Uzunoglu dem Konkurrenten herzlich gratulieren: „Bövinghausen hat finanzielle Möglichkeiten, die Obercastrop nicht hat. Dort wird das gesamte Geld in eine Mannschaft gepumpt, während wir ein Verein mit kompletter Struktur mit Jugendarbeit sind. Und die wird immer besser und erfolgreicher.“

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
Über 30 Jahre als Sportredakteur aktiv, bin ich nun im "Unruhestand" seit der Saison 2018/2019 als Freier Mitarbeiter für den Castroper Sport am Ball - eine neue, spannende Erfahrung. Meine journalistischen Fachgebiete sind alle Ballsportarten, die Leichtathletik und Golf. Mit den deutschen Spitzen-Fechtern war ich in den frühen 2000er-Jahren bei Welt- und Europameisterschaften in der "halben Welt" unterwegs.
Zur Autorenseite
Avatar

Dorsten am Abend

Täglich um 19:00 Uhr berichten unsere Redakteure für Sie im Newsletter über die wichtigsten Ereignisse des Tages.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.