Die Kampfbahn Habichthorst, in der der VfB Habinghorst beheimatet ist, stammt aus den 1950er Jahren. © Jens Lukas
Fußball

Vorsitzender erklärt das außergewöhnliche VfB-Habinghorst-Feeling

Ein Fußballspieler aus Castrop-Rauxel hat nach eigener Aussage in seiner Jugendzeit gefühlt „überall“ gespielt. Als Senior ist er nun 20 Jahre bei einem Klub sesshaft geworden, den er „Familienverein“ nennt.

Als jugendlicher Fußballer hatte der heute 45-jährige Gordon Schwarze viele Stationen erlebt. Er begann bei Victoria Habinghorst, bevor es auf die Reise ging. Auf seinem Spielerpass folgten die Vereinsstempel des VfR Rauxel, der SG Castrop, von Westfalia Herne und des SV Sodingen. Er ging in die A-Jugend zur Victoria Habinghorst zurück. Am „Gänsebusch“ absolvierte Schwarze sein erstes Senioren-Jahr.

Wechsel-Zusage im Krankenhaus

Dann nahm die Fußball-Karriere von Gordon Schwarze, der im Herbst 2020 zum 1. Vorsitzenden des VfB Habinghorst gewählt wurde, Fahrt auf. Der VfR Rauxel sollte fünf Jahre seine Fußball-Heimat werden. Unter den Trainern Uwe Esser und Udo Drees entwickelte sich der Chemie-Fachmann zum Stammspieler und weckte das Interesse der Konkurrenz. Wie bei Dieter Beleijew, dem damaligen Trainer des VfB Habinghorst. Schwarze erzählte: „Ich war verletzt und lag im Krankenhaus. Dieter hat mich so oft besucht, bis ich zugesagt habe zum VfB zu kommen.“

Seit dem Herbst 2020 ist der ehemalige Kapitän Gordon Schwarze der 1. Vorsitzende des VfB Habinghorst. © Volker Engel © Volker Engel

Eine Zeit, die Schwarze mit den Habinghorstern bis in die Landesliga führte. Als der VfB abstieg, musste Beleijew gehen. Aber der Kapitän blieb an Bord. Seit Herbst 2020 ist Gordon Schwarze sogar Vorsitzender des VfB. Das Amt als Sportlicher Leiter behält er weiterhin. Und weil er die Habinghorster als „Familienverein“ sieht, passt es auch ganz gut, dass sein Zwillingsbruder Patrick sein Stellvertreter wurde. „Mein Bruder ist zudem Vorsitzender der Altherren“, erzählte der VfB-Chef lächelnd weiter.

Seit den 1950er Jahren ist die Kampfbahn Habichthorst an der Recklinghauser Straße die Heimat des VfB Habinghorst. © Jens Lukas © Jens Lukas

Bei den Oldies des VfB Habinghorst möchte Gordon Schwarze gerne weiterhin auflaufen, obwohl ihn eine Knie-Operation im Januar erstmal auf die Couch verbannte. „Im Herbst sollte es aber wieder gehen“, meint Gordon Schwarze und hofft darauf, dass die Pandemie dann vorbei ist. Dass die wegen Corona unterbrochene Saison fortgesetzt wird, glaubt Schwarze nicht: „Durch unseren Platz, der keine Flutlichtanlage hat, könnten wir ja schon nicht unter der Woche abends nachholen.“

Und viel gespielt worden ist ja nicht, bevor die Saison Ende Oktober 2020 unterbrochen wurde. Richtig gut gelaufen ist es dabei in der Kreisliga A unter Trainer Marc Olschewski auch noch nicht. Was auch am Verletzungspech lag. So konnte der Ex-Profi Marc Kruska noch nicht einmal auflaufen. Der VfB-Vorsitzende ist sich aber sicher: „Marc hätte es schon geschafft, dass wir unter den ersten Acht gelandet wären.“

Die Kampfbahn Habichthorst ist mit einer großen, überdachten Tribüne mit Stehrängen ausgestattet. © Jens Lukas © Jens Lukas

So redet ein Routinier, der schon immer wusste, wo es lang geht. Nicht nur auf dem Platz. Gordon Schwarze war sofort bereit, im Verein mehr Verantwortung zu übernehmen, als sich Peter Limke als Vorsitzender nicht mehr zur Wahl stellte. Das sei ihm nach so langer Vereins-Zugehörigkeit eine Herzensangelegenheit gewesen.

Und Schwarze weiß auch einen Super-Vorstand hinter sich. Zum Beispiel mit Markus Lüneberg, dem bisherigen Geschäftsführer, mit Klaus Schweiger als Kassierer. Oder dem Schweriner Lukas Cyl, der sich laut Schwarze vom Fan über Teambetreuer zum Geschäftsführer auf der Karriereleiter nach oben bewegt hat. Und sich bei der nächsten Jahresversammlung zur Wahl als Geschäftsführer stellt.

Derzeit sind die Torräume in der Kampfbahn Habichthorst gesperrt – weil neuer Rasen eingsät wird. © Jens Lukas © Jens Lukas

In der Kampfbahn Habichthorst herrscht laut Gordon Schwarze eine gute Stimmung. „Alle halten zusammen, und wir kommen oft auf 150 Zuschauer“, so Schwarze. Dieser kann an Spieltagen auch das Ehepaar Sabine und Manfred Landes als Fans begrüßen. Beide waren noch zur Landesliga-Zeit im Vorstand. Sabine Landes sogar quasi als Vor-Vorgängerin auf dem Vorsitzenden-Posten.

Mit dem früheren Trainer und Freund, Dieter Beleijew, will sich Schwarze demnächst öfters treffen. Gordon Schwarze hatte in einem Bericht unserer Redaktion gelesen, dass sich sein Ex-Coach ein E-Bike zugelegt hat. Solch eines besitzt jetzt auch Schwarze, der sich schon für eine Fahrrad-Tour durch die Haard oder am Kanal entlang, verabredet hat. Einzige Bedingung: „Das Knie muss halten.“

Seit dem Sommer 2020 stehen neue Einwechselbänke beim VfB Habinghorst. © Jens Lukas © Jens Lukas
Über den Autor
Sportredaktion Castrop-Rauxel
Geboren und wohnhaft in Castrop-Rauxel, bin ich über den Billardsport (Karambolage) als freier Mitarbeiter in der Castrop-Rauxeler Lokalredaktion angefangen. Da ich neben dem französischen Billard noch Fußball, Handball, Tischtennis und Tennis in Vereinen aktiv ausführte bot es sich förmlich an, darüber ebenfalls zu berichten.
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