Im Oktober 2010 spielte der damalige Landesligist VfB Habinghorst im Kreispokal gegen den Westfalenligisten DSC Wanne. Am Ende setzten sich die Herner mit dem Castrop-Rauxeler Zouhair Allali mit 5:1 durch. © Jens Lukas
Sportgeschichte

Vor zehn Jahren thronte ein aktueller Kreisligist über dem SV Wacker Obercastrop

Im November 2010 war „Pandemie“ eine Vokabel im Biologiebuch. Vor 10 Jahren war im Castrop-Rauxeler Fußball ein Verein tonangebend, der zuletzt den Fall bis in die Kreisliga B abgefedert hat. Ein Rückblick mit vielen Bildern.

Während im November 2020 das Wort „Corona-Pandemie“ in aller Munde ist, tauchte die Vokabel Pandemie vor 10 Jahren nur oder in Hollywoodfilmen oder im Biologie-Unterricht vor. Wir schauen zurück auf das Castrop-Rauxeler Sportgeschehen in der Endphase des Jahres 2010.

Wacker Obercastrop purzelt sieben Plätze nach unten

Vor genau 10 Jahren war man im Lager des heutigen Westfalenligisten Wacker Obercastrop recht zufrieden mit sich selbst. Im November 2010 stand der vierte Platz in der Bezirksliga-Staffel 15 zu Buche. Kurios ist: Sieben Monate später war nicht alles „Eitel Sonnenschein“.

Denn die Obercastroper hatten beinahe alles aufs Spiel gesetzt. Sie waren sieben Position abgerutscht und der Abstiegszone recht nah. Nur gut, dass die SF Nette, der VfL Hörde und TSK Herne noch größere Schwäche zeigten und den Hut nahmen. Die Spvg Schwerin wurde Dritter hinter Meister VfB Waltrop. Der SuS Merklinde belegte Rang zehn.

Tonangebend war im Castrop-Rauxeler Fußball 2010 ein anderer Verein – zumindest mit Blick auf die Tabellen: Der VfB Habinghorst thronte als Landesligist über allen. Allerdings war der VfB in der Krise. Anfang November brannte die Rote Laterne des Tabellenletzten in der Kampfbahn Habichthorst – trotz des 3:1 gegen den SC Weitmar 45 (11.). Es war erst der zweite Saisonsieg im zwölften Spiel.

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2010: VfB Habinghorst im Pokal gegen DSC Wanne

Im Oktober trennte sich der Verein von seinem Aufstiegs-Trainer Dieter Beleijew. Ex-Spieler Daniel Kuhn übernahm das Zepter. Für Habinghorst war es gegen Weitmar der erste Heimsieg in dieser Sai­son nach fünf Niederlagen hintereinander. Andreas Stolzenberg erziel­te dabei zwei Tore – doch den Verdienst wollte Trainer Da­niel Kuhn allein der Mann­schaft zusprechen.

Kristler und Olschewski bereiten das 1:0 vor

Schon vor Anpfiff der Be­gegnung sagte der Coach: ,,Heute will ich drei Punkte.“ Sonst, stellte der Übungsleiter klar, würde sein Team in der Liga den Anschluss verlieren. Die Mannschaft demons­trierte von der ersten Minute an, dass sie die Botschaft des Trainers verstanden hatte. Es dauerte nur bis zur 13. Mi­nute, bis der Stolzen­berg nach schönem Spielzug über Daniel Kristler und Marc Olschewski zum 1:0 einnetzte.

Der Mann mit der Stoppuhr: Daniel Kuhn übernahm im Oktober 2010 das Trainer-Zepter vom Aufstiegs-Trainer Dieter Beleijew. © Jens Lukas © Jens Lukas

Die Freude dämpfte kurz darauf Dennis Berg, der nach 18 Minuten und einem Abwehrpatzer des VfB zum 1:1 einschob. Da konnte auch Torwart Ed­gar Wossning nichts machen, der den verletzten Stammtor­hüter Daniel Kozakowski ver­trat. Drei Monate musste Wossning einspringen: So lange fehlte Kozakowski, der im Spiel bei Mengede 08/20 einen Kapselriss in der Schulter erlitten hatte.

Einen Freistoß aus rund 24 Metern zirkelte Kristler sehenswert Torgiebel – 2:1. Neun Minuten später stand erneut Stolzenberg bereit, als Keeper Oliver Lerch einen Distanzschuss nach vorne abwehrte (3:1).

Auch nach dem Sei­tenwechsel blieb der VfB das überlegene Team. Dass es nicht wieder knapp wurde, lag mit an Routinier Wossning. Nachdem ein Habing­horster Abseitstor (Podwyso­cki, 65.) keine Anerkennung fand, musste Wossning nach dem Gegenzug per Fußabwehr retten. Weitmar – nun frustriert – verlor am Ende nicht nur das Spiel, sondern auch noch ei­nen Spieler: Marcus Hasecke sah nach einem Frustfoul an Patrick Nowotny die Rote Karte.

2014 ging es in die Kreisliga A für den VfB Habinghorst

Eine Woche später gab der VfB Habinghorst nach einem 1:1 beim SV Sodingen die Rote Laterne ab. Am Ende der Saison 2010/11 mussten die Habinghorster allerdings die Landesliga als Tabellenvorletzte verlassen – mit einem Punkt Rückstand auf den ersten Nicht-Absteiger SW Eppendorf.

Im Sommer 2014 folgte für den VfB der Abstieg in die Kreisliga A – nach 17 Jahren in überkreislichen Ligen. Es kam 2017 mit dem Abstieg in die Kreisliga B noch schlimmer. Immerhin: Im Sommer 2019 ging es wieder rauf in das Kreisliga-Oberhaus.

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Lokalsport Castrop-Rauxel
Ein Journalist macht sich aus Prinzip keine Sache zu eigen, nicht einmal eine gute (dieses Prinzip ist auch das Motto des Hanns-Joachim-Friedrichs-Preises).
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Jens Lukas

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