Marc Olschewski, Trainer des VfB Habinghorst. © Volker Engel
Fußball

VfB Habinghorst: Trainer nervt Zusage-Absage-Zirkus von Neuzugängen

Marc Olschewski, Trainer der Kreisliga-A-Fußballer im VfB Habinghorst, ist nicht zu beneiden. Mehr denn je trifft er bei seinen Personalplanungen auf Kicker, die laufend ihre Meinung ändern - ob sie wechseln oder nicht.

Im Fußball die personelle Struktur im Kader zu verändern für die neue Saison – im besten Fall sie zu verbessern – ist jedes Jahr eine kniffelige Sisyphusarbeit für die Trainer und Sportlichen Leiter der Vereine. Im Jahr 2021 hat das Ganze durch den Corona-Lockdown im November 2020, die folgenden fünf Monate ohne Fußball sowie der kürzlich erfolgten Annullierung der gesamten Spielzeit jedoch eine nie dagewesene Qualität erreicht.

Olschewski: Kandidaten sind diesmal nur „Altbekannte“

Marc Olschewski, der Trainer des A-Kreisligisten VfB Habinghorst, weiß davon ein Lied zu singen: „Es war noch nie so schwierig wie jetzt, mit neuen Spielern in Kontakt zu treten, geschweige denn, mit ihnen zu einem Vertragsabschluss zu kommen.“ Direkt ansprechen könne man eigentlich nur Spieler, deren sportliche Qualitäten man kenne, so Olschewski. Eventuell interessante Spieler, die man nie spielen gesehen habe, live unter die Lupe zu nehmen, sei nach fünf Monaten ohne Fußball nicht möglich gewesen.

Eigentlich wisse daher niemand wirklich genau, auf was er sich einlässt – weder Spieler, noch Trainer und Sportliche Leiter. „Auch die Fußballer haben noch nie so total herumgezippelt wie diesmal. An einem Tag sagen sie zu, am nächsten Tag wieder ab“, hat Olschewski in den letzten Wochen mehrfach erleben müssen.

Daher sagt der VfB-Trainer Ende April 2021: „Es gibt nichts Neues beim VfB Habinghorst beim Thema Neuzugänge. Ich hoffe aber, dass sich die Lage nach der endgültigen Saison-Annullierung etwas entspannt.“ Gleichzeitig hätten die Fußballer nun aber auch viel Zeit bis zum 30. Juni, um sich zu entscheiden, ob sie beim alten Verein bleiben, oder zu einem neuen Klub wechseln.

Aktuelles Paradebeispiel ist Timo Springwald. Der Ex-Spieler der SG Castrop und der Spvg Schwerin steht aktuell im Kader des RSV Holthausen (Kreisliga B). Er hatte dem VfB Habinghorst bereits sein Ja-Wort gegeben, so Olschewski. Jetzt aber kam eine Absage – und womöglich der Wechsel zur Westfalia Herne II (Kreisliga C).

„Das einzig Positive an der aktuellen Situation im Amateurfußball ist, dass die Trainer und Sportlichen Leiter nicht unter Zeitdruck stehen“, so Marc Olschewski. „Schauen wir mal, wo wir beim VfB Habinghorst am Ende bei unserer Kaderplanung ankommen.“ An der Motivation, eine gute Mannschaft beim VfB für die Saison 2021/22 auf die Beine zu stellen, fehle es jedenfalls nicht, so Olschewski.

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
Über 30 Jahre als Sportredakteur aktiv, bin ich nun im "Unruhestand" seit der Saison 2018/2019 als Freier Mitarbeiter für den Castroper Sport am Ball - eine neue, spannende Erfahrung. Meine journalistischen Fachgebiete sind alle Ballsportarten, die Leichtathletik und Golf. Mit den deutschen Spitzen-Fechtern war ich in den frühen 2000er-Jahren bei Welt- und Europameisterschaften in der "halben Welt" unterwegs.
Zur Autorenseite
Avatar

Dorsten am Abend

Täglich um 19:00 Uhr berichten unsere Redakteure für Sie im Newsletter über die wichtigsten Ereignisse des Tages.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.