Robin Maikötter vom SuS Olfen versucht, Lüdinghausens Marius Grewe den Ball abzugrätschen. © Sebastian Reith
Fußball

Union Lüdinghausen: Traditionsverein mit Jahren im Abstiegskampf

Union Lüdinghausen ist ein Traditionsverein, der sich seit Jahren erfolgreich gegen den Abstieg stemmt. An eine Landesliga-Rückkehr ist aktuell wohl nicht zu denken. Ein neuer Trainer hat übernommen.

Union Lüdinghausen ist die Lust auf die kommende Saison mit der Einteilung der Bezirksliga-Staffeln bereits gründlich vergangen. Der Klub sieht sich dem Münsterland verbunden. Mit dem Ruhrgebiet, speziell mit Dortmund und Castrop-Rauxel, kann „Eisern Union“ nicht so viel anfangen, heißt es aus der knapp 24.000 Einwohner großen Stadt.

Auswärtskilometer werden weniger

Lüdinghausen sah sich weiter in der Bezirksliga-Staffel 11, die den Kreis Ahaus/Coesfeld umspannt. Dabei spielte Union Lüdinghausen seit dem letzten Landesliga-Abstieg 2013 vier Saisons in der Bezirksliga 8. Überraschend war die Umgruppierung nicht, enttäuschend ist sie für Union Lüdinghausen trotzdem. Und das, obwohl sich die Auswärtskilometer deutlich verringern.

Bis zur Auflösung des Altkreises Lüdinghausen nach der Saison 2014/15 war die Stadt Zentrum und Namensgeber des Zwerg-Kreises, dessen Klubs sich danach in fünf andere Kreise aufspalteten – der überwiegende Teil damals nach Münster. Zuvor prägten Lokalduelle das Sportgeschehen im Fußball. Manch einer trauert der guten, alten Zeit noch heute hinterher.

Stichwort alte Zeit: Die Bezirksliga scheint aktuell das Höchste der Gefühle für den stolzen Traditionsverein aus Lüdinghausen zu sein. Die Höhenflüge in die Landesliga sind keinesfalls mehr Thema. Union Lüdinghausen fand sich von den letzten vier Spielzeiten dreieinhalb im Abstiegskampf. Den Bezirksliga-Startplatz erstritt sich Union übrigens 2016 vor dem Verbandssportgericht. Der Gegner aus Münster hatte damals von einem Formfehler durch den eigenen Kreis bei einem gesperrten Spieler profitiert.

Osman Köse heißt der neue Union-Trainer

Schon vor Saisonbeginn 2019 galt Lüdinghausen wieder als Abstiegskandidat, hielt sich aber große Zeiträume der Saison knapp vor den Gefahrenplätzen. Der Saisonabbruch war aus Lüdinghausener Sicht dennoch fast die sicherere Variante. Im fünften Bezirksliga-Jahr in Folge kann das Saisonziel abermals nur Klassenerhalt heißen.

Der neue Trainer Osman Köse ist noch recht unerfahren im Trainergeschäft. Der Ex-Profi, ausgebildet bei Schalke 04, spielte einst mit Mesut Özil und Benedikt Höwedes zusammen, kickte erste Liga in Belgien und beendete seine Karriere wegen einer komplizierten Knöchelverletzung im Alter von 22 Jahren.

In Deutschland ließ er die Karriere in der Oberliga ausklingen. Lüdinghausen ist, abgesehen von einem kurzen Intermezzo beim TSC Hamm, seine erste Trainerstation im Seniorenfußball. Er wird Nachfolger von Tobias Tumbrink, der zum Landesligisten BSV Roxel abwandert. Union-Kapitän Sven Görlich folgt ihm – ein Abgang, der wehtut. Köses Hauptaufgabe: der Mannschaft mehr Konstanz verleihen. Zu unbeständig waren die Ergebnisse der letzten Jahre.

Leistungsträger Sven Görlich verlässt Union Lüdinghausen in Richtung Roxel. © Sebastian Reith © Sebastian Reith

Am Westfalenring heulen die Motoren – manchmal auch Unions Gegner

Ansonsten haben nur Ersatzspieler den Klub verlassen, dem es bei schon mal aufkommender Unruhe immer wieder gelungen ist, U19-Spieler zu integrieren. Die Sportanlage am Westfalenring ist weitläufig. Innerhalb des Motorsport-Ovals, an dem immer an Vatertag tausende Schaulustige das berüchtigte Grasbahnrennen verfolgen, bei dem Männer ohne Bremsen Staub und Dreck in den Kurven aufwirbeln, gibt es einen Rasenplatz und einen Kunstrasenplatz. Oft spielt Union auch auf dem Nebenplatz, einem tiefen Rasenplatz – der Inbegriff von Heimvorteil.

Bekannt ist Union Lüdinghausen vor allem durch die Badmintonabteilung. Die international besetzte Top-Mannschaft in der Bundesliga beherbergt Olympioniken und Europameister und zieht in den Playoffs etliche Zuschauer an.

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Sportler durch und durch, der auch für alle Sportarten außerhalb des Fußballs viel übrig hat. Von Hause aus Leichtathlet, mit einer Faszination für Extremsportarten, die er nie ausprobieren würde. Gebürtig aus Schwerte, hat volontiert in Werne, Selm, Münster und Dortmund.
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Sebastian Reith

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