Die Umkleidekabinen des TuS Henrichenburg am Dienstag, 16. Februar 2021. In den Räumen wird derzeit gegen den Schimmel gekämpft. © TuS Henrichenburg
Schimmel

TuS Henrichenburg muss wahrscheinlich auf Sanierung der Duschen warten

Es sieht so aus, als müsse der TuS Henrichenburg vorerst mit der Chlor-Keule der Stadtverwaltung vorliebnehmen. Der Stadtrat hat zwar einstimmig einem Antrag zugestimmt. Nicht ohne ein großes Aber.

Der Stadtrat hat am Donnerstag (18. Februar) einstimmig beschlossen, dass die Stadtverwaltung eine Sanierung der Umkleidekabinen des TuS Henrichenburg prüft. Mehr um eine Kostenschätzung geht es dabei aber offenbar nicht. Es gibt ein Problem, das man seit Jahren in Castrop-Rauxel mit einer Arbeitsgruppe umschifft.

Der TuS, der auf einer städtischen Sportanlage zu Hause ist, hat ein Schimmel-Problem. Seit einiger Zeit muss die Stadt hier harte Reinigungsmittel in den Duschräumen einsetzen, weil unter einer Holzdecken-Verkleidung und an den Fliesen Schimmel aufgetreten ist. Laut dem Prüfauftrag der CDU wird dieser aktuell sogar monatlich bekämpft.

So forderte die CDU, zu prüfen, ob man nicht besser eine umfängliche Sanierung mache, um die Gesundheit der Sportler zu schützen. Schimmelsporen gelten als gesundheitliche Gefahr.

Bürgermeister verweist auf Lenkungsausschuss Sport

Bürgermeister Rajko Kravanja äußerte allerdings Bedenken: „Jeder Sportverein könnte, wenn wir hier nun eine Sanierung beschließen sollten, seine Probleme über einzelne Anträge der Fraktionen einbringen. Wir hatten in der letzten Wahlperiode aber einen Lenkungsausschuss Sport, der jetzt noch nicht tagen konnte wegen Corona.“

Die Duschen beim TuS Henrichenburg stammen wie das gesamte Gebäude aus dem Jahr 1975. Die 45 Jahre sind sehr sichtbar.
Die Duschen beim TuS Henrichenburg stammen wie das gesamte Gebäude aus dem Jahr 1975. Die 45 Jahre sind sehr sichtbar. © TuS Henrichenburg © TuS Henrichenburg

Darin wolle man ein Sportstättenkonzept neu aufarbeiten, in dem man bei allen Vereinen den Bedarf ermitteln wolle. „Es ergibt keinen Sinn, dieses nun bei einem Verein abgetrennt zu machen“, so Kravanja. Sein Vorschlag: „Wir müssen das ermitteln und dann in den Haushalt 2022 und folgende Haushalte einzubringen.“

Dann werde sich entscheiden, was drängt, was mittelfristig und langfristig gemacht werden müsse – um nicht etwa Henrichenburg gegen Frohlinde auszuspielen. Die Kosten lägen offenbar über 200.000 Euro. Daniel Molloisch (SPD) unterstrich, dass man auch bei der Sanierung von Straßen und Bürgersteigen genauso vorgehe, einen Gesamtplan zu ermitteln. „Der Handlungsbedarf ist in Henrichenburg eindeutig zu erkennen. Aber es muss ja Geld zur Verfügung gestellt werden, also unterstütze ich das Verfahren, das Kravanja vorschlägt.“

CDU: „Es geht um aktiven Gesundheitsschutz“

CDU-Faktionschef Michael Breilmann sagte: „Es ist ja nur ein Prüfauftrag, es ist nicht so, dass das Geld direkt fließen muss. Aber ich will unterstreichen, dass wir hier Schimmel haben, also Handlungsbedarf.“ Es gehe um einen aktiven Gesundheitsschutz der Sportler. Hier sei nicht die Rede von „Wünsch dir was“. Breilmann: „Die Verwaltung muss klären, ob es Fördermöglichkeiten gibt. Und wir müssen dem Vorstand des Vereins schnell ein Signal geben. Es geht nicht darum, Ortsteile gegeneinander auszuspielen.“

Der Stadtrat beschloss den Prüfauftrag einstimmig. Aber nach einer Kostenermittlung steht die Debatte möglicherweise wieder am Anfang. Es sieht nicht so aus, als würde hier schnell saniert.

Über den Autor
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
Gebürtiger Münsterländer, Jahrgang 1979. Redakteur bei Lensing Media seit 2007. Fußballfreund und fasziniert von den Entwicklungen in der Medienwelt der 2010er-Jahre.
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Tobias Weckenbrock

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