Lang, lang ist es her, dass in der Korfball-Regionalliga gespielt wurde. Im Januar 2020 traf der KV Adler Rauxel (gelbe Hemden) im Topspiel auf den TuS Schildgen. Die Saison 2019/20 wurde Mitte März komplett abgebrochen. Bislang gab es in der Saison 2020/21 zwei komplette Spieltage. © Jens Lukas
Korfball

Trotz Pandemie wird ab dem 16. Januar wieder Korfball gespielt

Kaum zu glauben. Aber es ist wahr. Während nur Fußball, Handball, Eishockey und Basketball im Profi-Bereich möglich sind, ist auch eine Castrop-Rauxel praktizierte Sportart trotz Pandemie wieder am Start.

Castrop-Rauxel ist die deutsche Hochburg im Korfball. Gleich vier Vereine spielen in der höchsten deutschen Liga, der Regionalliga. Doch im Corona-Lockdown geht nichts. Nach zwei Spieltagen im Sommer ist die Saison unterbrochen. Mindestens bis Ende Januar. Wer dennoch aktuelle Korfballspiele sehen will: Die niederländische „Korfbal League“ plant einen Ligastart ab 16. Januar 2021.

Top-Ligen in den Niederlanden und Deutschland sind nicht vergleichbar

Ist das nun Wahnsinn, unfair oder einfach nur ganz normal? Für Patrick Fernow, Trainer von Meister KV Adler Rauxel, gilt Letzteres: „Zunächst einmal kenne ich die genauen Inzidenz-Werte in den Niederlanden nicht. Außerdem kann man die Korfbal League und die deutsche Regionalliga absolut nicht vergleichen. In den Niederlanden wird unter Profi-Bedingungen gespielt, so wie bei uns in der Fußball-Bundesliga. Wir dagegen sind Amateure. Das ist eine ganz andere Hausnummer.“

Also kein Grund, sich aufzuregen. „Wenn die niederländischen Teams die Quarantäne-Bedingungen eingehalten haben, dann ist das absolut in Ordnung. Wenn nicht, ist das fahrlässig. Andererseits freue ich mich darauf, endlich mal wieder hochklassigen Korfball im Internet zu sehen“, so Fernow

Glaubt man den News des VFK (Verein zur Förderung des Korfballs in Deutschland), dann könnte der Spielbetrieb Anfang Februar wieder starten. Davon geht Adler-Trainer Patrick Fernow allerdings nicht aus: „Ich persönlich gehe davon aus, dass die Saison nicht weitergespielt wird. Selbst wenn die Sporthalle im Februar wieder geöffnet werden sollten, kann ja nicht nach einer vier- bis fünfmonatigen Pause wieder einfach aus dem Stand heraus ohne Training beginnen. Die Verletzungsgefahr wäre viel zu hoch.“

Auch für Fabian Kloes, Trainer des Schweriner KC, ist die Situation nicht vergleichbar, geschweige 1:1 übertragbar. „In den Niederlanden hat jeder Verein seine eigene Halle, dort gibt es ganz andere Trainings- und Wettkampfmöglichkeiten als bei uns. Außerdem sind die Klubs dem Profibereich zuzuordnen“, so Kloes. Darüber, wie und wann es in Deutschland weitergeht, will Kloes nicht spekulieren.

Marc Lüßer, Trainer des HKC Albatros, ist Fan des niederländischen Korfballs. Denn er sagt: „Ich freue mich, mir einige Spiele über das Internet ansehen zu können und werde dieses Wochenende auch direkt damit starten.“ Als Vorreiter für Deutschland fungieren die Niederländer nicht, so Lüßer. Der Coach meint, dass die Funktionäre des deutschen Verbandes aktuell damit richtig liegen, nicht daran denken, vorzupreschen: „Gesundheit steht einfach über allem.“

Lüßer sagt auch: „Ich hoffe aber, dass auch wir unsere Saison zu Ende bringen können.“ Eine lange Vorbereitungsphase venötigt sein Team nicht. Lüßer: „Wir haben vor dem Lockdown für uns klare Vereinbarungen getroffen und halten uns weiterhin über diverse sportliche Aktivitäten fit. Bei Wiederaufnahme des Trainings heißt es also lediglich, möglichst schnell und gut in die Bewegungsabläufe zurückzufinden.“

Am 11. Oktober wurde noch gespielt

Im Januar 2020 traf der KV Adler Rauxel im Topspiel auf den TuS Schildgen und übernahm die Tabellenführung. Die Saison 2019/20 wurde Mitte März komplett abgebrochen. Rauxel wurde zum Meister ernannt. Die Regionalliga-Saison 2020/21 wurde am 20. September eröffnet. Gespielt wurde bis zum 11. Oktober. Dann war wegen des November-Lockdowns Schluss.

Ihre Autoren
Freier Mitarbeiter
Ein waschechter Dortmunder, Jahrgang 1957. Vor dem Journalismus lange Jahre Radprofi, danach fast 30 Jahre lang Redakteur bei Dortmunder Tageszeitungen, seit 2015 bei den Ruhr Nachrichten, natürlich im Sport.
Zur Autorenseite
Peter Kehl
Lokalsport Castrop-Rauxel
Ein Journalist macht sich aus Prinzip keine Sache zu eigen, nicht einmal eine gute (dieses Prinzip ist auch das Motto des Hanns-Joachim-Friedrichs-Preises).
Zur Autorenseite
Jens Lukas

Der neue Lokalsport-Newsletter für Dorsten

Immer freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Dorstener Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.