Christian Knappmann (mit Hand in der Luft), Coach von Westfalua Herne, hat derzeit den Aufbau das Projekt "Kreisliga C" mit auf seiner Agenda. © Jens Lukas
Fußball

Traditionsverein Westfalia Herne bereitet sich auf die Kreisliga C vor

Als aktueller Oberligist ist Westfalia Herne das Aushängeschild des Fußballkreises Herne/Castrop-Rauxel. Derzeit ist die Westfalia allerdings Vorletzter. Und Trainer Christian Knappmann hat die Kreisliga C auf seiner Agenda.

Der Traditionsverein Westfalia Herne hat in den bald 117 Jahren seiner Vereinsgeschichte große Erfolge gefeiert. So war Club in den 1970er Jahren sogar vier Jahre in der 2. Bundesliga vertreten. Als Oberligist ist das Herne aktuell die Speerspitze der Zunft im Fußballkreis Herne/Castrop-Rauxel.

Knappmann-Team steht auf einem Abstiegsplatz

Die Westfalia muss als Vorletzter den Abstieg in die Westfalenliga fürchten – wenn die Saison nicht annulliert wird. Derzeit beschäftigen sich die Herner Verantwortlichen auch verstärkt mit dem Thema Kreisliga C. Denn: Der heimische Fußballkreis bekommt ein neues „Baby“. Sprich: Oberligist Westfalia Herne will in der Saison 2021/22 erstmals seit vier Jahren wieder eine zweite Mannschaft melden.

Das letzte Projekt „Zweite Mannschaft“ hatten die Herner zur Saison 2007/08 angestoßen. Damals feierte die Westfalia prompt zwei Aufstiege in Serie und blieb zwischen 2009 und 2015 in der Kreisliga A. Es folgte ein Jahr in der Kreisliga B und dort der Rückzug 2017.

Die zweite Mannschaft von Westfalia Herne spielte im Jahr 2013 in der Kreisliga B beim FC Frohlinde II. Die Herner Reserve war bis zum Ende der Saison 2014/15 sogar in der Kreisliga A vertreten. © Dahlhoff © Dahlhoff

Der neue Grundgedanke bei Westfalia Herne ist, ein U23-Team zu melden. In der Hauptsache soll der Kader mit eigenen aufrückenden U19-Junioren (A-Jugend-Bezirksliga) bestückt sein. Ein Trainer ist in Sascha Padberg gefunden, der bis zum 30. Juni noch den BV Herne-Süd II (Kreisliga B1) trainiert. „Parallel arbeite ich am U23-Kader von Westfalia Herne“, erklärt Padberg.

Beides ließe sich vereinbaren, da im Fußball durch den Lockdown nichts geht. Zum anderen mache es Corona schwierig, mit Spielern in Kontakt zu treten. „Das geht nur per Telefon oder über elektronische Medien“, so Padberg. Wie weit er in der Kader-Planung fortgeschritten ist, kann und will der Trainer nicht verraten.

Er nennt keine Namen. Also sagt er auch nicht, ob Castrop-Rauxeler Jungs interessant für das Westfalia-Projekt seien. „Wir sind erst in der Findungsphase“, so Padberg.

Team soll als U23 geführt werden

„Es ist erst Mitte Februar – in drei, vier Wochen lässt sich sicher mehr dazu sagen, wie unser U23-Kader aussieht“, so Padberg. Hernes Oberliga-Trainer Christian Knappmann äußerte sich kürzlich gegenüber DerWesten optimistisch: „Sascha ist ein Herner Junge mit Westfalia-Vergangenheit. Wir nehmen die Sache sehr ernst und wollen das Team wirklich als U23 führen.“

Was jedoch schwer in Einklang zu bringen ist mit Knappmanns Aussagen nach der letzten Oberliga-Video-Runde. Der Verband schlug vor, die Oberliga-Saison ohne Zuschauer fortzusetzen. Das würde aber die finanzielle Existenz von Westfalia Herne bedrohen.

Nicht hinterm Berg hält Sascha Padberg über die zukünftige sportliche Ausrichtung von Westfalia II: „Unser Ziel muss der sofortige Aufstieg in die Kreisliga B sein, mittelfristig in noch höhere Ligen.“ Aufstiege seinen aber niemals ein Selbstläufer, dafür müsse alles passen, so Padberg weiter. Grundsätzlich sieht er für sich persönlich „eine sehr reizvolle Aufgabe, bei Westfalia Herne den kompletten Neuaufbau einer zweiten Mannschaft zu gestalten“.

Torsten Heermann, Trainer des SuS Pöppinghausen. © Volker Engel © Volker Engel

Pöppinghauser Trainer erschüttert Ankündigung nicht

Wenn Westfalia Herne eine Kreisliga-C-Mannschaft in den Meisterschaftsbetrieb melden kann, betrifft das aus Castrop-Rauxeler Sicht als Gegner nur eine Erstvertretung: jene des SuS Pöppinghausen. Deren Trainer Torsten Heermann erschüttert dieser Einstieg nicht: „Das spielt für uns keine Rolle und ist uns völlig egal. Eventuell spielen die Herner nicht in unserer Gruppe.“

Es habe bei Westfalia Herne mehrfach Versuche gegeben, eine zweite Mannschaft zu installieren, weiß Heermann: „Wenn das diesmal erfolgreich sein soll, muss der gesamte Verein dahinter stehen.“

Pöppinghausens Trainer ist ausgesprochen skeptisch, ob der Westfalia-Wunsch, die eigenen U19-Spieler stark einzubinden, aufgehen kann: „Welcher talentierte Junge, der in der A-Jugend-Bezirksliga gespielt hat, will bei den Senioren in der Kreisliga C auflaufen? Man sieht das bei der Super-Jugendarbeit des VfB Waltrop, wo kein U19-Spieler später im Kreisliga-A-Herren-Team weitermacht.“

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Ein Journalist macht sich aus Prinzip keine Sache zu eigen, nicht einmal eine gute (dieses Prinzip ist auch das Motto des Hanns-Joachim-Friedrichs-Preises).
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Jens Lukas
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Über 30 Jahre als Sportredakteur aktiv, bin ich nun im "Unruhestand" seit der Saison 2018/2019 als Freier Mitarbeiter für den Castroper Sport am Ball - eine neue, spannende Erfahrung. Meine journalistischen Fachgebiete sind alle Ballsportarten, die Leichtathletik und Golf. Mit den deutschen Spitzen-Fechtern war ich in den frühen 2000er-Jahren bei Welt- und Europameisterschaften in der "halben Welt" unterwegs.
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