Ein Spieler verlässt die Kreisliga-B-Fußballer des TuS Henrichenburg, um in der Bezirksliga seine Laufbahn weiterzuführen. © Volker Engel
Fußball

Top-Talent sucht das Glück mit Sprung von der Kreisliga B in die Bezirksliga

Wenn ein 20-jähriger Fußballer zu gut ist für die Liga, in der er kickt, muss er sein Glück in einer höheren Spielklasse suchen. Diesen Weg geht ein Castrop-Rauxeler - und überspringt eine Liga.

In der ersten Mannschaft des TuS Henrichenburg in der Kreisliga B4 Recklinghausen spielt „ein offensiver Rohdiamant“. Mit diesem Prädikat zeichnet ihn der Henrichenburger Trainer Alexander Schmottlach aus. Für die Zukunft wird der Coach allerdings nicht mehr mit dem Top-Talent planen können. Denn der Schweriner Bezirksliga-Berg ruft.

Vom Kreisliga-A-Verein in die Kreisliga B

Schon in seiner Junioren-Zeit bei Arminia Ickern hat Joel Krawietz aufhorchen lassen. Vor seinem ersten Seniorenjahr wechselte Krawietz von Ickern zum TuS Henrichenburg – von der Kreisliga A in die Kreisliga B. Jetzt richtet der 20-Jährige wieder den Blick nach oben und schließt sich zur Saison 2021/22 der Spvg Schwerin in der Bezirksliga an.

Joel Krawietz (r), hier im Zweikampf mit Selcuk Kilic, steuerte Mitte Oktober 2020 ein Tor dem 3:1-Sieg des TuS Henrichenburg beim damaligen Spitzenreiter Kültürspor Datteln bei. © Wilhelm E. Kraft © Wilhelm E. Kraft

In sechs Spielen der wegen des 2. Lockdowns unterbrochenen Saison 2020/21 hat Krawietz für den TuS Henrichenburg bereits sechs Tore geschossen – liegt damit in der Torjägerliste der Kreisliga B4 Recklinghausen an Position zwei hinter Lukas Ostkamp (8 Tore/Borussia Ahsen II).

Top-Talent Joel Krawietz hat mit seinen sechs Toren auch maßgeblichen Anteil daran, dass der TuS mit nur einem Punkt Rückstand auf Kültürspor Datteln und der SG Suderwich II im Aufstiegskampf zur Kreisliga A mitreden kann, falls es doch noch zu einem Re-Start kommen sollte.

Den Sprung, den Joel Krawietz in der Saison 2021/22 von der Kreisliga B in die Bezirksliga wagt, ist jedoch gewaltig. TuS-Trainer Alexander Schmottlach traut ihm diesen Sprung ohne Einschränkung zu: „Joel packt das. Er ist sauschnell, technisch gut und vor dem Tor eiskalt. Wenn er über die Außenposition kommt, ist Joel kaum zu bremsen.“ Zudem sei der 20-Jährige charakterlich „ein richtig guter Junge“, lobt Henrichenburgs Trainer den Angreifer.

Das einzige Handicap, das Schmottloch sieht, ist die berufliche Ausbildung in der Joel Krawietz derzeit steckt: „Dadurch könnte es passieren, dass er die ein oder andere Trainingseinheit schwänzen muss. Ob andere Spieler, die immer beim Training sind, dann die Füße stillhalten, wenn Joel trotzdem spielen sollte, muss abgewartet werden.“ Mit Nico Chrobok und Joel Krawietz darf sich die Spvg Schwerin in der neuen Saison auf eine extrem schnelle Flügelzange freuen.

Trainer Schmottlach erinnert sich gerne an das Kreispokal-Spiel beim SV Bossendorf Ende August 2020, als Krawietz ganz allein die gesamte gegnerische Defensive frisch gemacht hat: „Bis zur Halbzeit hatten alle Bossendorfer Abwehrspieler inklusive des Sechsers bereits eine Gelbe Karte kassiert, weil sie Joel mit fairen Mitteln einfach nicht einfangen konnten.“

Für die Kreisliga B und auch die Kreisliga A sei dieser junge Flügelspieler viel zu gut, so Schmottlach, der denkt: „Joel wird seinen Weg auch in der Bezirksliga machen.“ Und diese Spielklasse müsse längst nicht das Ende der Fahnenstange für ihn sein, ist der TuS-Trainer felsenfest überzeugt. Ebenso überzeugt ist der Übungsleiter von einer Sache und sagt: „Irgendwann kehrt Joel Krawietz wieder zum TuS Henrichenburg zurück.“

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Über 30 Jahre als Sportredakteur aktiv, bin ich nun im "Unruhestand" seit der Saison 2018/2019 als Freier Mitarbeiter für den Castroper Sport am Ball - eine neue, spannende Erfahrung. Meine journalistischen Fachgebiete sind alle Ballsportarten, die Leichtathletik und Golf. Mit den deutschen Spitzen-Fechtern war ich in den frühen 2000er-Jahren bei Welt- und Europameisterschaften in der "halben Welt" unterwegs.
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Jens Lukas

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