Wir haben die Online-Statistik der Lokalsport-Artikel von Januar bis Dezember 2020 ausgewertet. © Leonie Sauerland
Sportgeschichten

Top 6: Ein Fußballer berichtet über seine Corona-Erkrankung

Mit welchem Thema haben wir im Jahr 2020 den Nerv der Leser getroffen? Wir haben die Statistik der Online-Artikel ausgewertet - und präsentieren die Top 10. Ein ergreifender Text landete auf Rang sechs.

Ob ein Artikel beim Leser gut ankommt, ist aus der gedruckten Zeitung heraus nur schwer festzustellen. Über die Online-Statistik lässt sich feststellen, womit unsere Redaktion den Nerv der Leser im Internet getroffen haben.

Platz sechs der meistgelesenen Castrop-Rauxeler Lokalsport-Artikel im Jahr 2020 ist eine Reportage über einen an Corona erkrankten und nun wieder gesunden Kreisliga-Fußballer von Victoria Habinghorst: Justin Burkhardt. „Ich habe Jahrzehnte als Sportredakteur in Recklinghausen und Herten gearbeitet, bin aber erst seit etwas mehr als zwei Jahre in Castrop-Rauxel aktiv. Justin Burkhardt kannte ich also nicht“, erklärt der Verfasser Hermann Klingsieck.

Die erste Befürchtung: „Will Justin Burkhardt überhaupt, dass seine Corona-Erkrankung öffentlich wird?“ Corona ist ein sensibles Thema. Dass der Fußballer daran erkrankt war, hatten wir durch Zufall erfahren – wie es häufiger geschieht im Journalisten-Alltag. Im Vorfeld stellten sich im Kollegenkreis viele Fragen: Sollen wir diese Geschichte überhaupt machen? Wie den Kontakt herstellen? Möchte Justin Burkhardt, dass darüber geschrieben wird? Und, und, und?

Solche Geschichten darf ein Reporter nicht einfach so raushauen. Über WhatsApp fragten wir beim 26-Jährigen nach. Und siehe da, er war sofort bereit, über seine Corona-Krankheitsgeschichte zu sprechen. Es war ihm sogar ein echtes Bedürfnis, anderen Castrop-Rauxeler Bürgern mitzuteilen, Covid-19 ja nicht auf die leichte Schulter zu nehmen und sich mit allen verfügbaren Maßnahmen davor zu schützen.

Es wurde ein längeres, bisweilen emotionales Telefongespräch, in dem Justin Burkhardt erklärte, dass er zunächst an eine Grippe und nicht an Corona gedacht hat – bis eben extreme Lungenschmerzen auftraten. Und auch, dass er sich nach der Quarantäne und dem späteren negativen Corona-Test längst nicht wirklich gesund gefühlt habe. Burkhardts Kernaussagen Anfang November: „Ich habe längst nicht wieder die frühere Leistungsfähigkeit erreicht. Jede größere Anstrengung kostet unglaublich viel Kraft. Auch die Arbeit fällt momentan schwerer als vor Corona. Beim Joggen habe ich nach kurzer Zeit schon das Gefühl, einen Marathon gelaufen zu sein.“

Dass dieser Artikel im Jahres-Ranking unserer Online-Berichterstattung auf Platz sechs gelandet ist, zeigt aber auch, dass wir mit diesem Thema genau richtig lagen. Es interessieren sich doch mehr Menschen als allgemein angenommen wird, für das Schicksal anderer. Und das bei Justin Burkhardts Corona-Geschichte wohl nicht aus Sensationslust, sondern vielmehr aus Mitgefühl.

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Über 30 Jahre als Sportredakteur aktiv, bin ich nun im "Unruhestand" seit der Saison 2018/2019 als Freier Mitarbeiter für den Castroper Sport am Ball - eine neue, spannende Erfahrung. Meine journalistischen Fachgebiete sind alle Ballsportarten, die Leichtathletik und Golf. Mit den deutschen Spitzen-Fechtern war ich in den frühen 2000er-Jahren bei Welt- und Europameisterschaften in der "halben Welt" unterwegs.
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