Aktuell haben Wacker Obercastrop und der FC Frohlinde eine Chance, an der ersten Hauptrunde des DFB-Pokal-Wettbewerbs teilzunehmen. © picture alliance / Matthias Balk/dpa
Fußball

Stand jetzt: Wacker und Frohlinde haben Chance auf einen Besuch des FC Bayern München

Die mögliche Saison-Fortsetzung der Ligen ist im westfälischen Fußball nicht alles. Denn die Funktionäre geben dem für die Vereine finanziell lukrativen Westfalenpokal eine hohe Priorität.

Spätestens am 30. Juni muss der Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW) seine beiden Teilnehmer für die erste DFB-Pokal-Hauptrunde melden. „Dabei geht es nicht allein um die sportliche Ehre, sondern auch um viel Geld für die Vereine.“ Das sagte Westfalenpokal-Spielleiter Klaus Overwien (Waltrop). Folglich räumt der FLVW in Corona-Zeiten dem Pokal auch höchste Priorität gegenüber der Meisterschaft ein.

4 von 32 Erstrunden-Spiele sind ausgetragen worden

Mit dabei im Westfalenpokal sind der SV Wacker Obercastrop (Westfalenliga) und FC Frohlinde (Landesliga) – bislang jedoch noch ohne Einsatz. Von 32 Erstrunden-Begegnungen wurden bedingt durch Corona-Ausfälle ohnehin erst vier Spiele ausgetragen. Es stehen noch 28 Spiele aus. Und bis der Westfalenpokal-Sieger feststeht, müssen in Summe 63 Partien über die Bühne gehen. Bei einem eventuellen fußballerischen Re-Start am 16. Mai ist das ein harter Brocken, der im Pokalwettbewerb noch aus dem Weg geräumt werden muss.

Für Pokalspielleiter Overwien hängt das Vorhaben vom Saison-Re-Start ab. Er sagt: „Gibt es keine Meisterschaftsspiele, gibt es auch keine im Westfalenpokal.“ Mit dem bestplatzierten westfälischen Regionalligisten („Es sieht so aus, dass die Regionalliga-Saison beendet wird“) stünde ein Teilnehmer aus Westfalen in der ersten DFB-Hauptrunde fest.

Klaus Overwien (r.) aus Waltrop ist Spielleiter des Westfalenpokals und loste in der Vergangenheit die erste Runde stets in der Sportschule Kaiserau unter den Augen von Vereinsvertretern aus. © FLVW © FLVW

Wer wird der zweite Vertreter? „Die einfachste Lösung wäre die, dass wir einen Pokalsieger bekommen, der dann dem DFB gemeldet wird“, so Overwien. Und wenn das nicht klappt? „Dann könnte es einen Losentscheid geben, bei dem sich bei einem Abbruch alle noch im Wettbewerb befindlichen Vereine in der Lostrommel befinden und ein Glücklicher eben gezogen würde“, so Overwien, den aber noch andere Gedankenspiele umtreiben für eine faire Lösung. „Diese Ideen sind aber nicht zu Ende gedacht und noch nichts für die Öffentlichkeit“, so der Westfalenpokal-Spielleiter. Man darf gespannt sein.

Ein Losentscheid bedeutet für Wacker Obercastrop und FC Frohlinde, dass einer der Klubs ohne Einsatzzeit eine kleine Chance bekäme, gezogen zu werden. Und mit noch weiterem Losglück würde in der ersten DFB-Hauptrunde der FC Bayern München als Gast kommen.

Diese Chance ist zwar klein, wiederum aber größer als beim Lotto. Und: Den Erstrunden-Klubs im DFB-Pokal winkt Festgeld in Höhe von 160.000 Euro. Wovon jedoch 25 Prozent für den Westfalkenpokal-Solidarfond 2021/22 einbehalten werden.

Aber auch schon der Westfalenpokal ist recht lukrativ. Selbst die Verlierer einer Erstrunden-Partie erhält schon 700 Euro. Das Trostpflaster steigert sich von Runde auf 1.200, 1.700 und 2.600 Euro. Bis hin zum Endspiel-Verlierer, der 10.000 Euro kassiert.

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Über 30 Jahre als Sportredakteur aktiv, bin ich nun im "Unruhestand" seit der Saison 2018/2019 als Freier Mitarbeiter für den Castroper Sport am Ball - eine neue, spannende Erfahrung. Meine journalistischen Fachgebiete sind alle Ballsportarten, die Leichtathletik und Golf. Mit den deutschen Spitzen-Fechtern war ich in den frühen 2000er-Jahren bei Welt- und Europameisterschaften in der "halben Welt" unterwegs.
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