Der Fußball wartet - wie hier bei der Spvg Schwerin am Grafweg - abholbereit auf den Re-Start der Saison 2020/21. Dieser steht noch in den Sternen. © Jens Lukas
Fußball

Staffelleiter: Teil der Fußball-Ligen wird offenbar um Goldene Ananas spielen

Der Westfälische Fußballverband hat Ende März nochmals betont, dass derzeit kein kompletter Saison-Abbruch vollzogen wird. Wir haben nachgefragt, wie es um die Landesliga 3 und die Bezirksliga 9 steht.

Noch ist nicht alles zu spät. Ein Re-Start der Amateurfußball-Saison 2020/21 in Westfalen hat noch eine theoretische Chance. Dazu muss am 18. April der Lockdown enden. Nach einer vierwöchigen Trainingsphase wäre dann der 16. Mai das Re-Start-Datum. Richtig, alles hängt von der Corona-Inzidenz-Zahlen ab und davon, dass die Politik den Lockdown nicht verlängert.

Staffelleiter Klaus Overwien hat nachgeschaut

Klaus Overwien ist der Staffelleiter der Landesliga 3 mit FC Frohlinde sowie der Bezirksliga 9 mit der Spvg Schwerin, der SG Castrop und dem FC Castrop-Rauxel. Der Funktionär aus Waltrop ist alle überkreislichen Ligen in Westfalen durchgegangen. Er hat dabei festgestellt, dass einige Staffeln in ländlichen Regionen es schaffen können, die benötigten 50 Prozent der Liga-Partien auszutragen, um gewertet zu werden. Mit einem Wiederbeginn am 16. Mai.

Klaus Overwien, Funktionär als Westfalenpokal-Spielleiter, VFA-Mitglied und Staffelleiter im FLVW hat sich den Stand aller überkreislichen Ligen angeschaut. © Hermann Klingsieck © Hermann Klingsieck

Anders sehe es allerdings in den Ruhrgebiets-Staffeln aus. In der Landesliga 3 und der Bezirksliga 9 wird es auch bei einem Re-Start am 16. Mai knapp, bis zum 30. Juni die 50-Prozent-Marke zu erreichen. „Es könnte so kommen, dass meine Staffeln letztlich um die Goldene Ananas gespielt haben – ohne Auf- und Absteiger. Gleichzeitig gibt es in anderen Staffeln Auf- und Absteiger“, sagt Overwien. Dieser steht als Mitglied des Verbands-Fußball-Ausschusses (VFA) im ständigen telefonischen Dialog mit dem VFA-Vorsitzenden Reinhold Spohn (Herne).

Die vom FLVW-Vizepräsidenten Manfred Schnieders (Salzkotten) propagierte Möglichkeit, dass anstatt der kompletten Saison sehr wohl einzelne Ligen ohne Wertung abgebrochen werden können, hat einen Umkehrschluss: Es kann einen „Flickenteppich“ geben ohne sportlich gerechte Lösung für alle.

„Wie und ob es im westfälischen Amateurfußball weitergeht? Da lässt sich Genaueres wohl erst in drei bis vier Wochen sagen“, denkt Overwien, zumal „doch wohl keiner glaubt, dass wir bei einem Re-Start von Corona-Spielausfällen verschont bleiben“.

Eine weitere Unbekannte sieht Overwien in den Entscheidungen der einzelnen Kommunen, ob diese auch Fußballspiele auf ihren Plätzen zulassen oder nicht. „In Nordrhein-Westfalen gibt es nur noch eine handvoll Städte, in denen sich die Corona-Inzidenz-Zahlen im gelben Bereich bewegen. Daher kann ich momentan nichts dazu sagen, wie wir diese Fußball-Saison zufriedenstellend zu Ende bringen können“, ist Klaus Overwien skeptisch.

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Über 30 Jahre als Sportredakteur aktiv, bin ich nun im "Unruhestand" seit der Saison 2018/2019 als Freier Mitarbeiter für den Castroper Sport am Ball - eine neue, spannende Erfahrung. Meine journalistischen Fachgebiete sind alle Ballsportarten, die Leichtathletik und Golf. Mit den deutschen Spitzen-Fechtern war ich in den frühen 2000er-Jahren bei Welt- und Europameisterschaften in der "halben Welt" unterwegs.
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