Kümmern sich um die erste und zweite Mannschaft der SG Victoria/Sportfreunde: Danny Jordan (r.) und Ilker Bahcecioglu (l.). © Volker Engel
Fußball-Kreisliga B

Spielgemeinschaft Victoria/Sportfreunde muss die ersten Abwanderer kompensieren

Eine Fusion von zwei Fußball-Vereinen verläuft nie ohne Stolpersteine. Wird zunächst nur als Vorstufe eine Spielgemeinschaft gebildet, ist das nicht anders. Alles muss erst einmal zusammenwachsen.

Bis vor einigen Monaten gab es im Castrop-Rauxel Fußball die Victoria Habinghorst, und es gab die SF Habinghorst/Dingen. Diese Vereine schlossen sich für die Saison 2021/22 zur Spielgemeinschaft zusammen – mit vier Senioren-Mannschaften.

Sportfreunde sind zur SG Castrop gegangen

Die SG Victoria/SF Habinghorst-Dingen muss nun Schritt für Schritt eine Gemeinschaft werden. Denn jeder Verein für sich hatte seine ganz individuellen Eigenarten, die nun nach und nach unter einen Hut gebracht werden müssen. „Wir sind auf einem guten Weg“, sagt Ilker Bahcecioglu, Trainer der zweiten Mannschaft.

Bahcecioglu hat sich als Trainer mit seiner SF Habinghorst/Dingen (Kreisliga B) eingebracht in die Spielgemeinschaft. Diese Mannschaft wird beim Saisonstart am 28. August zumindest größtenteils aus der alten SF-Truppe bestehen.

Allerdings mit Abstrichen. „Sieben Dingener Spieler sind zur SG Castrop in die dritte Mannschaft (Kreisliga C) gewechselt – sie wollten die Spielgemeinschaft nicht mitmachen“, erklärt Ilker Bahcecioglu. Es bringe ja keinem etwas, Spieler halten zu wollen, die sich mit der neuen Situation nicht wohlfühlen würden, so der Trainer.

Im kleinen 18-Mann-Kader der SG Victoria/SF II gibt es auch Neuzugänge. Als da wären: Aytac Kabadayi für die Rechtsverteidigung und das defensive Mittelfeld. Als Torwart stieß Benjamin Henseleit dazu. Heinrich Wottschel kann im zentralen Mittelfeld oder als Stürmer aufgestellt werden. Aldar Baschar ist Linksverteidiger.

Grundsätzlich ist Bahcecioglu mit seinem Kader einverstanden: „18 Spieler reichen eigentlich ja auch. Aber es sind auch immer einige Jungs verletzt – oder müssen arbeiten. Dann könnte es eng werden.“ Drei Spieler würde Ilker Bahcecioglu gerne noch dazu bekommen. Ob diese dann aus dem eigenen Kreisliga-A-Kader oder einer der beiden C-Liga-Teams der Spielgemeinschaft kommen, müsse sich zeigen.

Mit seinem Kreisliga-B-Kader lässt es Trainer Bahcecioglu aktuell ruhig angehen. Mit einem Training pro Woche, wenn kein Testspiel ansteht. Sowie zwei Trainings-Einheiten, wenn sonntags gespielt wird. Vier Testspiele gibt es noch bis zum Saisonstart am 28. August. „Bis dahin ist es noch lange hin. Ich gönne meinen Spielern die Zeit, etwas mit der Familie zu unternehmen, bis es richtig losgeht. Viele meiner Jungs sind auch Väter.“

Überhaupt der Faktor Zeit. Bahcecioglu glaubt nicht, dass in einem Jahr tatsächlich alles vollkommen zusammengewachsen ist, was als Spielgemeinschaft Victoria/SF Habinghorst zusammengehört. Voll des Lobes ist Bahcecioglu über die schnelle, problemlose Zusammenarbeit mit dem Kreisliga-A-Kollegen Danny Jordan.

„Danny und ich. Wir verstehen uns gut – es gibt überhaupt keine Probleme zwischen uns.“ Im Gegenteil. Beide Trainer unterstützen sich, wo es nur geht. So halfen zuletzt im Testspiel bei der Spvg Schwerin (3:3) drei Spieler aus dem Bahcecioglu-Kader im Jordan-Team aus. Und: Beide Trainer standen an der Seitenlinie.

„Zum gegenwärtigen Zeitpunkt beschnuppern wir uns alle gegenseitig. Jeder Spieler muss zeigen, ob er in der Kreisliga A, B oder C spielen wird“, sagt Bahcecioglu, der zudem glaubt: „Unsere Spielgemeinschaft wird nicht der letzte Zusammenschluss im Castrop-Rauxeler Fußball bleiben.“

Die Vereine hätten immer weniger Geld in der Kasse, auch beschleunigt durch die Corona-Krise. Auch gebe es weniger Menschen, die sich in die Vereinsarbeit einbringen. Und auch die Spieler kickten nicht mehr für eine Bratwurst. „Das sind nur einige Sorgen, durch die Fußballklubs in den nächsten Jahren quasi gezwungen sein werden, eine Fusion einzugehen“, ist sich Ilker Bahcecioglu sehr sicher.

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Freier Mitarbeiter
Über 30 Jahre als Sportredakteur aktiv, bin ich nun im "Unruhestand" seit der Saison 2018/2019 als Freier Mitarbeiter für den Castroper Sport am Ball - eine neue, spannende Erfahrung. Meine journalistischen Fachgebiete sind alle Ballsportarten, die Leichtathletik und Golf. Mit den deutschen Spitzen-Fechtern war ich in den frühen 2000er-Jahren bei Welt- und Europameisterschaften in der "halben Welt" unterwegs.
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