Bei der SG Castrop werden derzeit gerade Neuzugänge und Abgänge gehandelt. © Jens Lukas
Fußball-Bezirksliga

SG Castrop verliert zwei gestandene Spieler – Stunde der Youngster schlägt

In einem Fußballklub herrscht stets große Freude, wenn ein Coup gelungen ist bei einer Spieler-Neuverpflichtung. Im Gegenzug kommt Frust auf, sollten Spieler wechseln, aufhören oder kürzertreten.

Im Lager des Fußball-Bezirksligisten SG Castrop halten sich derzeit Freude und Enttäuschung nahezu die Waage. Zum einen wurde in Alexander Schmidt vom Dortmunder Ligakonkurrenten RW Germania ein Mittelfeldspieler der Extraklasse verpflichtet. Zum anderen verlässt Mittelfeldspieler Mesut Aktas nach nur einer Saison die SG. „Mesut wohnt im hintersten Zipfel von Gelsenkirchen und die Fahrerei zum Training ist ihm zuviel“, erklärt Trainer Tino Westphal.

Ingmar Holtkamp möchte kürzertreten

Weitere Wermutstropfen sind: Dennis Dannemann hört aus persönlichen Gründen auf – Ingmar Holtkamp muss als Papa von kürzlich geborenen Zwillingen beim Fußball kürzertreten. Und da wäre noch Luce Schneider, der zum A-Kreisligist VfB Habinghorst geht. Gerade von diesem eigenen A-Jugendlicher hatte sich Westphal viel versprochen. „Nach Verletzungen hat Luce den Draht aber nicht gefunden. In Habinghorst kann er vielleicht wieder in die Spur finden“, so Westphal.

Kam erst im Sommer 2020 und verlässt schon wieder die SG Castrop: Mesut Aktas . © Volker Engel © Volker Engel

Auch wenn drei Punkte aus sechs Spielen nicht das Gelbe vom Ei sind, sieht Westphal die SG Castrop mit dem Konzept auf eigene Jugendliche zu setzen, auf dem richtigen Weg. Florian Spiecker stand in allen sechs Partien bis zum Corona-Lockdown in der Start-Elf. Wirbelwind Zouhir Akrifou nur einmal weniger. Westphal sagt dazu: „Florian ist ein hervorragender Sechser, der voll eingeschlagen ist. Akrifou hat spielerisches Potenzial. Solche Jungs brauchen wir.“

Möchte kürzertreten: Ingmar Holtkamp. © Volker Engel © Volker Engel

Dass Techniker Hannes Müller nicht wirklich zum Zug kam, lag an der Schule, die Vorrang hatte. „In der neuen Saison kann sich Hannes wieder auf Fußball konzentrieren – er wird uns noch viel Freude machen“, so Westphal. Dieser hält ebenso große Stücke auf Keeper Marius Menne: „Marius kann sogar noch in der A-Jugend spielen und ist ein Riesentalent. Er und Pascal Heuser verbessern sich durch die Konkurrenz-Situation.“ Viermal stand Menne im Bezirksliga-Team bis zum Lockdown im Castroper Tor, zweimal Heuser.

Viel verspricht sich Westphal von den U19-Rückkehrern vom VfB Waltrop. Dass sie dort nur in der Kreisliga gekickt haben, sei kein Nachteil, sondern ein Vorteil. Ansonsten hätten gewiss schon andere Vereine längst zugegriffen, meint Westphal, der sich von der körperlichen Präsenz der Youngster kürzlich bei einem Fototermin überzeugen konnte: „Luca Seeger und Arion Ajruli sind anderthalb Köpfe größer als ich und athletisch gut gebaut.“ Der Dritte im Bunde, Julian Zellmer, sei in Waltrop auch durch die Schule von Coach Timo Muth gegangen und durchtrainiert.

Mit Serkan Kalkan von Landesligist Westfalia Langenbochum sei ein pfeilschneller Spieler dazugekommen. „Serkan hat in einem Testspiel für Langenbochum gegen uns sogar einmal getroffen“, erinnert sich Westphal. Den A-Jugendlichen Yassin Bouchantiya (Spvg Horsthausen) als Neuzugang zu melden, war indes zunächst ein Kommunikations-Missverständnis. Trotzdem ist Westphal frohen Mutes, auch ihn heimholen zu können.

Gespannt wie ein Flitzebogen ist der SG-Trainer, wie sich die Personalie Tobias Lübke (SG Herne 70) entwickeln wird. „Wenn Tobi zu uns käme, wäre er das Sahnehäubchen.“ Dass Lübke den Ruf eines Unruhestifters hat, sieht Westphal sogar positiv: „Wir brauchen einen wie ihn, der mehr Schwung in die Bude bringt.“

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
Über 30 Jahre als Sportredakteur aktiv, bin ich nun im "Unruhestand" seit der Saison 2018/2019 als Freier Mitarbeiter für den Castroper Sport am Ball - eine neue, spannende Erfahrung. Meine journalistischen Fachgebiete sind alle Ballsportarten, die Leichtathletik und Golf. Mit den deutschen Spitzen-Fechtern war ich in den frühen 2000er-Jahren bei Welt- und Europameisterschaften in der "halben Welt" unterwegs.
Zur Autorenseite
Avatar
Lesen Sie jetzt