Eine Sportart, die auch in der Habinghorster Sporthalle an der B235 beheimatet ist, hat ihre Saison 2020/21 annuliert. © Volker Engel
Sport und Corona

Saison annulliert: Erste Sportart mit Castrop-Rauxeler Teams kapituliert vor Corona

Die Corona-Pandemie hat die Amateursportler in Deutschland im Würgegriff. Jetzt kommt es sogar soweit, dass die Funktionäre einer Sportart ihre Spielzeit 2020/21 für Null und nichtig erklären.

Der Beschluss der Verbandsfunktionäre war einstimmig. Die durch den Lockdown im November abgebrochene Saison wird in einer speziellen Sportart auf keinen Fall fortgesetzt. Und noch viel mehr. Alle Spiele, die bislang ausgetragen wurden, werden mitsamt der Saison annulliert. Es gibt keinen neuen Meister – und auch keine Absteiger.

Keine Meister, keine Aufsteiger, keine Absteiger

Diese Nachricht betrifft auch einige Castrop-Rauxeler Sportler – und zwar nicht im Unterhaus ihrer Disziplin, sondern in den höchsten Spielklassen Deutschlands. Die Rede ist vom Korfball, der vor Corona kapituliert.

Von der Annullierung der Saison 2020/21 berichtete der Castrop-Rauxeler Jan Weber-Winkels (KC Grün-Weiß), der im Technischen Komitee Korfball des DTB für das Wettkampf- und Schiedsrichterwesen zuständig ist. Es hatte am Dienstag (19. Januar) eine Ausschusssitzung der DTB Korfball Liga Nord-West gegeben. Der Beschluss betrifft die Regionalliga (quasi die Bundesliga der Korfballer) sowie die Oberliga die A-Jugend-Liga Nord-West sowie die Deutschen Pokalwettbewerbe.

Während wie hier im Korfball-Mutterland bereits wieder gespielt wird, hat der Deutsche Verband die Saison annulliert. © G. de Vries – korfballfoto.de © G. de Vries – korfballfoto.de

Obwohl es keinen neuen Deutschen Meister sowie Vize-Meister gibt, wird die heimische Korbjäger-Zunft bei den nächsten internationalen Vereins-Turnieren vertreten sein, so Weber-Winkels: Den deutschen Startplatz beim IKF Euro Cup 2022 erhält der KV Adler Rauxel, der Meister der Abbruch-Saison 2019/20. Den Startplatz beim Euro Shield 2022 nimmt der TuS Schildgen (Rheinland) ein, seines Zeichens Zweiter der alten Spielzeit.

Nur 12,5 Prozent der Partien wurden gespielt

Jan Weber-Winkels ist wichtig zu erklären: „Die Hallensaison 2020/2021 bringt keine Auf- oder Absteiger hervor.“ Das begründen die Funktionäre damit, dass bislang nur zwischen 12,5 und 15 Prozent der Partien absolviert wurden. Von den insgesamt 132 geplanten Liga-Begegnungen wurden lediglich 18 ausgetragen.

114 Begegnungen sind offen. Somit sind die Korfballer weit entfernt etwa von einer Regelung wie die Fußballer. Diese wollen eine Saisonwertung vornehmen, wenn zumindest 50 Prozent der Spiele bestritten wurden.

Weber-Winkels berichtet zudem: „Sollte ein Spielbetrieb ab März gestattet werden, würden die noch zu spielenden Begegnungen bis weit in die Sommerferien angesetzt werden müssen.“ In dieser Simulation gehen die Verbandsverantwortlichen zudem von frei verfügbaren Hallenzeiten aus. Dabei müssten sogar die Wochenenden mit Feiertagsanbindung ausnahmslos genutzt werden.

Jan Weber-Winkels: „Eines versichern wir: Diese Entscheidungen sind uns keinesfalls leichtgefallen, aber sie sind notwendig. Wir schauen optimistisch und weiterhin engagiert nach vorne.“ Und: Um die Zeit bis zur nächsten Hallensaison zu überbrücken, plant das Technische Komitee Korfball, vor den Sommerferien und vielleicht auch noch in den Ferien einen Wettbewerb auf die Beine zu stellen.

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Lokalsport Castrop-Rauxel
Ein Journalist macht sich aus Prinzip keine Sache zu eigen, nicht einmal eine gute (dieses Prinzip ist auch das Motto des Hanns-Joachim-Friedrichs-Preises).
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Jens Lukas

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