Ein Castrop-Rauxeler hatte die Ehre, vor Jahren von den Fußball-Ikonen Franz Beckenbauer (l.) und Uwe Seeler (Mitte) trainiert zu werden. © picture alliance / dpa
Fußball

Obercastroper Fußballer trainierte unter Uwe Seeler und Franz Beckenbauer

Eine Redewendung sagt, es passt zusammen „wie ein Deckel auf dem Topf“: Bei einem (noch) 50-Jährigen, der einst unter Uwe Seeler, Beckenbauer und Co. trainierte und bei Wacker Obercastrop, ist das so.

Wenn es zusammenpasst, redet man davon, dass es eben für „jeden Topf einen Deckel“ gibt. Eine besondere Liebes-Beziehung. Bei einem sehr aktiven Mitglied des SV Wacker Obercastrop ist das so. Wenn auch nicht von Mann und Frau die Rede ist, sondern von einem Mann, dessen Liebe und Verbundenheit zu seinem Stammverein verankert ist.

Dabei ging er als aktiver Fußballer vor vielen Jahren sogar kurzzeitig fremd. Zudem ist er sogar von Ikonen der deutschen Nationalmannschaft – Uwe Seeler und Franz Beckenbauer – trainiert worden.

Elmar Bök (am Ball) spielte die meisten Jahre für Wacker Obercastrop. © Volker Engel © Volker Engel

Auch zweimal Vorsitzender des SV Wacker Obercastrop

Elmar Bök, der am 15. Februar 1970 geboren wurde, ist auch noch Fußballspieler heute beim SV Wacker Obercastrop (Altherren). Der Fan des VfL Bochum nennt den SV Wacker seinen „Herzblut-Verein“. Als Funktionär ist er seit 1989, wie er sagt „fast ohne Lücke“, tätig. Er war zweimal Vorsitzender und wird im Wirtschaftsrat des Vereins als 2. Vorsitzender, Leiter des Clubheimes und Event-Manager aufgeführt.

Elmar Bök im Jahr 1990.

Der Vater von drei Söhnen (12, 14, und 16 Jahre alt) erinnert sich an seine Kindheit: „Dieter Heermann und Udo Kirchhoff hatten die Kinder in Obercastrop angesprochen und zum BV Wacker gelockt, ich muss so sieben oder acht Jahre gewesen sein.“ Der alte Sportplatz war am damaligen Südring (heute Brucknerstraße). Und Bök sagte weiter: „Dieter und der verstorbene Udo haben meine Jugend als Fußballer geprägt. Sie hatten eine Art mit Kindern umzugehen, so dass Fußball Spaß machte.“

Elmar Bök (M.) bei seinem Besuch der Fußballschule – hier mit Wolfgang Overath (l.) und Bernd Cullmann. © privat © privat

Seine sportlichen Erfolge in der Jugend hielten, sich laut Bök, „in Grenzen“. Aber Besonderes erlebte er im Jahr 1985 dennoch. Mit der B1-Jugend von Wacker ist er Meister geworden und in die Kreisliga B aufgestiegen. Zudem wurde er in die A-Jugend hochgezogen und gewann den begehrten Ruhr Nachrichten-Pokal durch ein 3:1 gegen die Spvg Schwerin.

Das Jahr 1985 hat sich durch einen weiteren Höhepunkt in Böks Gedanken eingebrannt: „Ich lernte Spitzenleute im Fußball kennen, wie es sonst kaum möglich war.“ Möglich machte es ein Event im Castrop-Rauxeler Stadion an der Bahnhofstraße des Wochenblatts Stadtanzeiger. Dabei gab es eine einwöchige Teilnahme an der Uwe-Seeler-Fußballschule in Frankfurt zu gewinnen.

Elmar Bök (vorne, 3. v.r.) feierte im Jahr 1992 mit dem BV Wacker Castrop II einen Aufstieg. © privat © privat

Gewonnen hat der damals 15-jährige Elmar, der sich gegen 149 andere Kinder beim Elfmeterschießen durchsetzte. Dieser erinnert sich noch heute sichtlich begeistert: „Im Tor stand Harald Trexler. Dem habe ich im Finale alle fünf Dinger reingehauen.“ So war seine Erinnerung an das Duell des Ex-Keepers beim VfB Habinghorst und VfR Rauxel.

Dass er da überhaupt mitmachen konnte, verdankte er seiner Mutter. Die hatte ihren Filius angemeldet. Der Preis hatte es in sich. In der Frankfurter Sportschule kümmerten sich wirklich Fußball-Nationalhelden wie Uwe Seeler, Franz Beckenbauer, Wolfgang Overath, Paul Breitner, Siggi Held, Bernd Cullmann um den Wacker-Jungen. Selbst Horst Eckel, Weltmeister von 1954, gehörte dazu.

Auch für Victoria Habinghorst spielte Elmar Bök (schwarzes Trikot). © Archiv © Archiv

Der Junge aus dem Hause Rütershoff am Stadtgarten, der den Beruf des Baustoff-Händlers erlernte und später die familien-eigene Gaststätte übernahm, sagte: „Das werde ich nie vergessen.“ Dabei hatte er bis heute beim SV Wacker Obercastrop viel erlebt. Bis auf drei Jahre. 1999 ging er für zwei Jahre zu SF Habinghorst und 2001 hing er ein Jahr bei Victoria Habinghorst an. Trainer Andreas Maurer hatte ihn zu den Nord-Clubs hingelockt.

Da er sich nach seiner Rückkehr nach Obercastrop nicht in der Ersten Mannschaft als Bankdrücker sah, kickte er lieber in der Wacker-Reserve oder der Dritten Mannschaft. Heute zeigt er sich als „spielender Torwart, der ab und zu einmal einen Ball hält“ und als Obmann der Altherren.

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