In den vergangenen Jahren war die Vielfalt bei den Rückennummern beim VfB Habinghorst groß: Hier sichtbar mit den Zahlen 9, 70, 75 und 36. © Schubert
Fußball

Nummernsalat: Zwei Spieler des VfB Habinghorst haben sechs verschiedene Rückennummern

Im Fußball waren die Rückennummern der Spieler einst überschaubar - von der Nummer 1 bis zur 11. Das hat sich heutzutage grundlegend geändert. Nummern-Salat prägt das Bild auf dem Sportplatz.

Einst war das beim Fußball viel einfacher mit den Rückennummern der Spieler. Da wusste jeder im Stadion sofort, wer welche Position spielt. Die 1 gehörte dem Torwart. Die Verteidiger trugen die 2 und 3. Nummer 4 und 6 hatten die sogenannten Außenläufer (Mittelfeldspieler).

Das Trikot des Mittelläufers (später auch Libero) zierte die 5. Die 7 gehörte dem Rechtsaußen – die 11 dem Linksaußen. Der Halbrechte spielte mit der 8 – die 10 gebürte dem Spielmacher. Und der Mittelstürmer lief immer mit der 9 auf. Und heute? Da spielt in der Viererkette einer mit der 66 – oder der Torwart trägt die Nummer 32.

Fantasie bei der Wahl der Rückennummer

Und wie schaut das mit den Rückennummern im Castrop-Rauxeler Fußball aus? Es gibt kaum eine Nummer, die es nicht gibt auf einem Trikot, die die Reporter in der Vergangenheit notiert haben. Der VfB Habinghorst ist ein typisches Beispiel für reichlich Fantasie auf den Leibchen. Sieben Jungs trugen beim VfB in dieser Saison schon drei verschiedene Rückennummern in sieben Spielen bis zum Lockdown.

Drei verschiedene Trikotsätze machen für Trainer Marc Olschewski und sein Team des VfB Habinghorst die Vergabe der Rückennummern nicht einfach. © Tobias Weckenbrock © Tobias Weckenbrock

Acht von den auf dem Spielbogen bisher vermerkten 24 Spielern hatten immer dieselbe Rückennummer. Greifen alle anderen etwa in eine Kiste und ziehen ihre Glückszahl heraus?

„Nein, nein. Bei uns suchen sich die Spieler ihre Rückennummer bei der Komplett-Einkleidung vor der Saison mit Traingsanzug, Trikot, Regenjacke uns so weiter ganz alleine aus. Dass trotzdem Spieler auch mal mit anderen Nummern auflaufen, liegt an unseren Ausweich-Trikots, die ab der Nummer Eins durchnummeriert sind“, erklärt Trainer Marc Olschewski. Und auch liege das an einem Trikotsatz, den der VfB Habinghorst gewonnen habe.

So erklärt es sich von selbst, dass Torwart Dennis Schatterny in dieser Saison schon mit der 40, 44 und 36 in der Bude stand – sein Kollege Sebastian Michelis mit der 1, 30, 32 auf der Bank saß oder das Tor hütete. Die 77 ist die höchste Rückennummer beim VfB. Die trägt Thomas Bragin. „Soweit ich weiß, hat diese 77 in seinem Heimatland eine gewisse Bedeutung“, so Olschewski.

Dürfen auf den Trikots des VfB Habinghorst nicht fehlen: die Rückennummern 31 und 20. © Volker Engel © Volker Engel

Olschewskis Lösung: Die 70 sieht der 10 ähnlich

Der VfB-Trainer war bei auf der Internetplattform fußball.de in dieser Saison selbst schon zweimal als Ersatzspieler gelistet – mit der 20 und 70. Dabei hat die Nummer 70 eine besondere Bedeutung. Olschewski erklärt: „Als ich von Schwerin zur SG Castrop gewechselt bin, wollte ich dort die Nummer 10 behalten. Der Spieler, der sie dort trug, wollte sie aber nicht abgeben. Da habe ich mir halt die 70 als Rückennummer gewählt, weil die der 10 so ähnlich sieht.“

Welche Geschichte bei den persönlich ausgesuchten Rückennummern hinter jedem einzelnen Spieler des VfB Habinghorst steckt, weiß Trainer Olschewski allerdings nicht im Detail. Bei einem aber schon: „Als er zu uns kam, war es eine Bedingung von Dennis Both, unbedingt die Nummer 9 zu bekommen.“ Alles gut, wenn da nicht die Krux mit den Ausweich-Trikots wäre: Dennis Both musste doch tatsächlich schon einmal mit der 27 auf dem Shirt auflaufen (2+7=9).

Die Ursprungsgeschichte zu den Rückennummern: Diese gibt es seit dem Jahr 1928 – eingeführt natürlich in England, dem Mutterland des Fußballs. Deutschland zog erst viel später in der Saison 1948/49 nach. Der 1. FC Nürnberg spielte sogar bis 1951 ohne Rückennummern.

In der Bundesliga ist bei Nummer 40 Schluss

Bis zur Zahl 99 sind Rückennummern momentan im Amateurfußball erlaubt. Für die Bundesligen 1 und 2 hat die DFL jedoch bei der Zahl 40 schon den Schlussstrich gezogen.

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Über 30 Jahre als Sportredakteur aktiv, bin ich nun im "Unruhestand" seit der Saison 2018/2019 als Freier Mitarbeiter für den Castroper Sport am Ball - eine neue, spannende Erfahrung. Meine journalistischen Fachgebiete sind alle Ballsportarten, die Leichtathletik und Golf. Mit den deutschen Spitzen-Fechtern war ich in den frühen 2000er-Jahren bei Welt- und Europameisterschaften in der "halben Welt" unterwegs.
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Jens Lukas

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