Die Fußballschuhe wegzulegen kommt für Dortmunds Bezirksliga-Oldie nicht in Frage. © Volker Engel
Fußball

Mitten in der Pandemie denkt ein Verein aus Castrop-Rauxel über eine neue Mannschaft nach

Ein Castrop-Rauxeler Traditionsverein nutzt die Corona-Pause nicht nur, um mit einer Menge an Spielern und Trainern zu verlängern. Der Klub geht sogar noch einen Schritt weiter.

Die Corona-Pandemie zwingt den Amateurfußball weiter zur Pause. Ein Castrop-Rauxeler Club, den es schon über 90 Jahre lang gibt, nutzt die Zeit aber nun, um eine Menge an Personalien zu klären. Dabei entsteht offenbar sogar ein neues Team.

Dritte Mannschaften sind rar in Castrop-Rauxel gesät

In Castrop-Rauxel gibt es insgesamt 14 Vereine, die Senioren-Fußballteams haben. Die meisten verfügen über eine erste und eine zweite Mannschaft. Eine „Dritte“ ist rar gesät bei den Clubs: Diese gibt es bislang nur bei Wacker Obercastrop, FC Frohlinde und Arminia Ickern. Das kann sich bald ändern.

Denn: Es tut sich was beim TuS Henrichenburg. Der Zulauf ist so groß, dass neben der ersten und zweiten Mannschaft in den Kreisligen B und C Recklinghausen in der kommenden Saison 2021/22 auch eine „Dritte“ gegründet werden kann. Im Mai fällt die Entscheidung.

Im Sommer 2020 bekamen die beiden Henrichenburger Senioren-Teams je sechs Neuzugänge oder reaktivierte Spieler hinzu. Über die Jahreswende 2020/21 meldeten sich zwei weitere Akteure an. Und im kommenden Sommer wechseln sieben A-Junioren des TuS zu den Senioren. Da wird es also ziemlich eng beim TuS Henrichenburg.

Kommt jetzt also zwangsläufig eine Dritte Mannschaft? „Nicht unbedingt”, erklärt André Boschella, der Sportliche Leiter der Henrichenburger: „Im Mai werden wir darüber nachdenken. Sollten die einzelnen Kader zu groß sein und viele Leute, die spielen wollen, aber nicht zum Einsatz kommen, dann kann man sich das mit der dritten Mannschaft überlegen.”

Henrichenburg ist weit entfernt von einer Spielgemeinschaft

Während andere Clubs über zu Spielermangel klagen und Spielgemeinschaften bilden, haben die Henrichenburger quasi ein Luxus-Problem. „Unser Unterbau ist ausgezeichnet. 85 bis 90 Prozent aller Spieler sind in Henrichenburg groß geworden, haben zuvor in der Jugend gespielt, man kennt sich und man versteht sich. Wir unterstützen uns untereinander”, kommentiert Boschella die Situation.

André Boschella (l.), der Sportliche Leiter des TuS Henrichenburg – hier zusammen mit Alexander Schmottlach (Mitte), Trainer der ersten Mannschaft und dem 1. Vorsitzenden Christian Stackelbeck. © privat © privat

Sportlich hinkt die zweite Mannschaft den Erwartungen etwas hinterher. Denn eigentlich sollte Henrichenburg II in dieser Saison etwas weiter in der Entwicklung sein. „Mit unserem ausgezeichnet besetzten Kader hatten wir uns vor der Saison einen Platz unter den ersten Drei vorgenommen. Als aktuell Fünfter mit fünf Punkten Rückstand auf den Tabellendritten Vinnum II haben wir den Anspruch nicht ganz erfüllt. Aber so richtig unzufrieden sind wir deshalb auch nicht, zumal wir schon gegen die Spitzenteams gespielt haben”, erklärt Trainer Marius Biebler, der im Januar seinen Vertrag in Henrichenburg verlängert hat.

Noch stehen natürlich viele Fragezeichen hinter dem weiteren Saisonverlauf. „Wir hoffen, dass wir zumindest noch die Hinserie ausspielen können”, so Boschella. Die langfristige Planung zielt auf einen Aufstieg des TuS II in die Kreisliga B in ein oder zwei Jahren ab. „Das muss unser Ziel sein”, so Biebler.

Klar ist aber auch: Die erste Mannschaft sollte dann nach zwei Jahren Abstinenz wieder die Rückkehr in die Kreisliga A schaffen, wie der Sportliche Leiter André Boschella unterstreicht.

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