Der Saisonstart 2021 ist noch ungewiss: Stefanie Blendermann bleibt aber zuversichtlich. © picture-alliance/ dpa
Sport und Corona

Mit Video: Weltmeisterin aus Castrop-Rauxel trainiert im Wohnzimmer

Es gibt eine Sportlerin, die mit ihren Erfolgen bei Weltmeisterschaften in der Vergangenheit eine tolle Botschafterin für Castrop-Rauxel war. Aber auch sie hat unter der Corona-Pandemie zu leiden.

Seit März 2020 hat das Corona-Virus den Sport in Deutschland und auch weltweit im Würgegriff. „Nichts geht mehr“, heißt es aus den meisten Sportarten. Eine Castrop-Rauxelerin, die einige Medaillen von Weltmeisterschaften besitzt, kann auch ein Lied davon singen. Denn ihre Disziplin fällt nicht in die Kategorie „Profi-Sport“.

Ein Jahr lang ohne Wettkampf

Im Kalenderjahr 2020 hat Stefanie Blendermann nur ein Wettkampfturnier bestritten. Wie es für die aus Castrop-Rauxel stammende Minigolf-Spielerin in der Corona-Saison 2021 weitergeht, ist noch ungewiss.

Stefanie Blendermann ist ein sportliches Aushängeschild für Castrop-Rauxel. © ATH © ATH

Sie ist seit mehr als einem Jahrzehnt das Gesicht des deutschen Bahnengolfs, hat fast alles gewonnen, was es zu gewinnen gab. International wie national. War viermal Weltmeisterin im Einzel und sechsmal in der Mannschaft. Dazu kommen unzählige Deutsche Meistertitel. Für ihre Erfolge erhielt sie gleich zweimal das Silberne Lorbeerblatt verliehen.

Doch im Lockdown ist Stefanie Blendermann, die gebürtige Castrop-Rauxelerin, zum Nichtstun verdammt. Auch der Minigolf-Sport ruht – und wenn es schlecht läuft, könnte die Zwangspause für Stefanie Blendermann noch länger dauern als gedacht.

In der Schweiz angekommen – sportlich und privat

Seit mittlerweile zehn Jahren lebt Stefanie Blendermann, die den Minigolfsport beim BGSV Castrop-Rauxel in Ickern erlernt hat, in der Schweiz – im Kanton Luzern. Dort ist sie als Wissenschaftlehrerin bei einem renommierten Labor angestellt. Sie forscht nach neuen Wirkstoffen für die Krebstherapie. Und ist in der Schweiz angekommen: Sportlich (beim MC Olten) und auch privat (Lebenspartner ist Schweizer). Es stimmt also alles – wäre da nicht der Lockdown.

2020 habe sie ein einziges ernsthaftes Turnier gespielt, den DMV-Pokal in München. Stefanie Blendermann hat den Einzelwettbewerb und den Mannschaftswettbewerb mit dem MGC Mainz gewonnen. Natürlich, möchte man hinzufügen. Es habe mal wieder gutgetan, die Kollegen und Kolleginnen zu treffen, endlich mal wieder ein Turnier zu spielen, bei dem es um was gehe, kommentiert Blendermann das kurze Intermezzo.

Im Sommer 2020 ein Turnier gespielt – ein kurzes Intermezzo

Kaum hatte die Saison begonnen, war sie auch auch wieder beendet. Der zweite Lockdown brachte den Spielbetrieb zum Erliegen. Natürlich blieben viele Fragezeichen. Minigolf sei nunmal kein Kontaktsport, man könne wirklich gut Abstand halten, dazu geschehe alles in der freien Natur, nicht in der Halle, so die 38-Jährige. Stimmt alles, gespielt wird aber dennoch nicht mehr.

Wandern, Joggen und Rückentraining als Alternative

Stefanie Blendermann bleibt nichts anderes übrig, als sich zu arrangieren mit der misslichen Situation. Sie gehe viel Wandern, die Schweizer Berge liegen ja geradezu vor der Haustür, trainiere Technikschläge im heimischen Wohnzimmer.

Hinzu kommen natürlich wöchentlich mehrere Joggingeinheiten und spezielle Übungen für den Bauch- und Rückbereich. Letzterer sei für das Minigolf ja besonders wichtig. „Einen kompletten Minigolf-Parcours im Wohnzimmer, wie es andere Kollegen und Kolleginnen machen, habe ich mir aber nicht aufgebaut“, schmunzelte Stefanie Blendermann.

Bis zum 28. Februar soll der Fahrtplan für 2021 stehen

Doch wie geht es sportlich weiter? Ganz offiziell will der Deutsche Minigolf Verband Ende März in Olching in die Saison starten, Mitte April soll die zweite Runde in Bad Wurzach folgen. Eine Entscheidung darüber soll bis zum 28. Februar fallen.

„Ich denke“, so Blendermann, „das wird nicht funktionieren. In Mainz haben wir Spielerinnen aus Tschechien, den Niederlanden und aus der Schweiz. Niemand weiß, ob man bis dahin schon wieder reisen, ob man im Hotel übernachten darf.“ Das übergeordnete große Ziel für die Saison 2021 heißt dann: Teilnahme an den Champions League Finals in Portugal.

Und dennoch bleibt die gebürtige Castrop-Rauxelerin zuversichtlich. Im Sommer sollte turniermäßig was gehen, zur Not müsse man halt die Feierlichkeiten vor und nach dem Turnier weglassen.

Bis dahin will sie auch ihr neues Business vorantreiben. Zusammen mit einer Teamkameradin bringt sie hochwertige Minigolftaschen auf den Markt, keine Billigprodukte, sondern Unikate, handgefertigt. „Das hat viel Zeit gekostest, aber die hatten wir ja“, so Blendermann. Wer Interesse hat: Infos gibt es unter www.bags4cracks.com

Ihre Autoren
Freier Mitarbeiter
Ein waschechter Dortmunder, Jahrgang 1957. Vor dem Journalismus lange Jahre Radprofi, danach fast 30 Jahre lang Redakteur bei Dortmunder Tageszeitungen, seit 2015 bei den Ruhr Nachrichten, natürlich im Sport.
Zur Autorenseite
Peter Kehl
Lokalsport Castrop-Rauxel
Ein Journalist macht sich aus Prinzip keine Sache zu eigen, nicht einmal eine gute (dieses Prinzip ist auch das Motto des Hanns-Joachim-Friedrichs-Preises).
Zur Autorenseite
Jens Lukas

Der neue Lokalsport-Newsletter für Dorsten

Immer freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Dorstener Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.