Im Castrop-Rauxeler Koalitionsvertrag wird über eine zentrale Sportstätte in Castrop-Rauxel gesprochen, die aufgewertet werden soll. Diese könnte das Stadion an der Bahnhofstraße sein. © Jens Lukas
Sport und Politik

Koalitionsvertrag: Parteien wollen Training verbessern – Projekte mit vielen Fragezeichen

Die SPD und die Grünen haben im Castrop-Rauxeler Stadtrat nach ihrem Zusammenschluss die Mehrheit. Ihr Koalitionsvertrag umfasst neun Punkte - nur der letzte befasst sich mit Sport.

Die SPD und Bündnis 90/Die Grünen in Castrop-Rauxel haben Ende Februar 2021 ihren Koalitionsvertrag vorgestellt. In dem Vertrag werden auch zwei Projekte für den Sport in der Europastadt vorgestellt. Auf den ersten Blick wird der Vereinssport nicht davon profitieren – sondern der Breitensport.

Naturnahe Erlebnistrimmpfade sind ein Aspekt

In Punkt 9 des Koalitionsvertrages heißt es: „Sport hat für alle Teile der Bevölkerung eine besondere Bedeutung. Sport ist zugleich Teilhabe, Integration, Inklusion, Gesundheitsförderung und Naturerleben. Aus diesem Grunde wollen wir die Trainingsmöglichkeiten für Freizeitsportler:innen z.B. durch Ausweisung von naturnahen Erlebnistrimmpfaden und auch für Vereinssportler*innen z.B. durch Aufwertung einer vollwertigen Leichtathletiksportstätte in der Mitte von Castrop-Rauxel verbessern.“

Lisa Kapteinat, Landtagsabgeordnete und Stadtverbands-Chefin der SPD in Castrop-Rauxel, erklärt, was mit der Aufwertung einer zentralen Sportstätte gemeint ist – und ob Vereine sich tatsächlich Verbesserungen versprechen können. Sie sagt, dass es sich bei der Leichtathletiksportstätte um das Stadion an der Bahnhofstraße handeln könnte – oder vielleicht „je nach Aufwand z.B. die Bezirkssportanlage“, die auf dem ehemaligen Kraftwerksgelände in Habinghorst entsteht.

Lisa Kapteinat, Landtagsabgeordnete und Stadtverbands-Chefin der SPD in Castrop-Rauxel. © SPD © SPD

Aber durch welche Projekte soll die Sportstätte aufgewertet werden? Lisa Kapteinat sagt dazu: „Zunächst ist uns wichtig, dass die Anlage immer auf dem aktuellen Stand ist und entsprechend gepflegt wird. Die Athleten in Castrop-Rauxel müssen in die Lage versetzt werden, auf heimischen Anlagen Wettkampfvorbereitungen durchzuführen. Dazu gehört auch an einigen Stellen ein Ballfangzaun, damit zum Beispiel Fußballer und Leichtathleten störungsfrei nebeneinander trainieren können.“

Tatsächlich konkurrieren zur Trainingszeiten auf dem Platz die Fußballer mit jenen Sportlern, die zum Beispiel ein paar Runden drehen möchten. Können diese Breitensportler womöglich vor oder nach den Fußball-Trainingszeiten auf der Tartanbahn laufen? Dazu sagt Kapteinat: „Derzeit ist ein Platzwart bis 16 Uhr vor Ort. Wir prüfen gegebenenfalls, inwieweit diese Zeiten anzupassen sind.“

Grundsätzlich sei auf den Sportanlagen der Vereinssport – ähnlich wie in Sporthallen – privilegiert zu betrachten, erklärt Lisa Kapteinat: „Wenn aber die private Nutzung neben der Nutzung durch die Vereine vereinbar ist, sollten diese Möglichkeiten auch geschaffen werden.“ Insbesondere in Zeiten von Corona und danach könne Individualsport eine gute Entlastung schaffen.

Aktuell ist noch nicht klar, ob es sich bei der im Koalitionsvertrag genannten „vollwertigen Leichtathletiksportstätte in der Mitte von Castrop-Rauxel“ um das Stadion an der Bahnhofstraße handelt – und wie diese konkret aufgewertet werden soll. © Jens Lukas © Jens Lukas

Bei einem nicht im Koalitionsvertrag verschriftlichten Thema werden vielleicht gleich mehrere Vereine profitieren, so die Landtagsabgeordnete Kapteinat: „Aktuell steht die Begleitung der Bezirkssportanlage Habinghorst für uns prioritär auf der Agenda. Daneben wollen wir die Sanierung der Kunstrasenplätze vorantreiben.“

Naturnahe Erlebnistrimmpfade werden im Koalitionsvertrag als erster Aspekt des Punktes „Sport“ genannt. Kapteinat: „Neben dem Grutholz wollen wir einen solchen Pfad zum Beispiel im Zuge der Neugestaltung des Spielplatzes hinter dem Hallenbad errichten. Wir können uns dies aber auch in der Brandheide in Frohlinde vorstellen. Spannend wäre in dem Zusammenhang sicher auch eine Kooperation mit Sportvereinen.“ Der Pfad im Grutholz müsste vor einer Nutzung jedoch erst ertüchtigt werden.

Welche Eigenschaften muss solch ein Erlebnistrimmpfad haben? Lisa Kapteinat berichtet: „Es bietet sich an, wenn ein solcher Pfad ein Rundkurs ist. Außerdem sollte genug Platz sein, um alle paar 100 Meter ein Sportgerät aufzustellen. Als Sportgeräte können auch Baumstümpfe dienen.“

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Jens Lukas

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