Eine geschlossene Schneedecke verhinderte in einem bestimmten Jahr mehrfach jedes Fußballspiel im Stadion an der Bahnhofstraße in Castrop-Rauxel. © Volker Engel
Fußball

In Castrop-Rauxel: Eis und Schnee sorgten für über 300 Nachholspiele und bitteres Saisonende

Mit Schnee, Glatteis und Wind hat Tief „Tristan“ Castrop-Rauxel einen Wintereinbruch beschert. Aktuell gibt es wegen Corona keinen Sport. Aber es gab schon Jahre, in denen der Winter den Sport ausbremste.

Am ersten Februar-Wochenende 2021 hatte ein Wintereinbruch die großen Schlagzeilen und die Mehrzahl der Meldungen. Da hatte sogar „Fräulein Corona“ das Nachsehen gegenüber dem Tief „Tristan“. Wegen des Lockdowns gibt es derzeit keinen Sport. Deshalb mussten die Sportzplätze auch nicht wegen Schnee und Eis gesperrt werden.

Im Januar, Februar und März fielen Spiele aus

Nicht selten war allerdings in der Vergangenheit der Winter zu Jahresbeginn der Spielverderber. Wie etwa im Jahr 2013. Damals hatte es in der abschließenden Januar-Woche Schneefall gegeben. Diesem zum Opfer fiel seinerzeit eine geplante Begegnung der Castrop-Rauxeler Stadtauswahl mit dem damaligen Regionalligisten RW Oberhausen. Es sollte auf Schwerin gespielt werden. Alle Räumaktionen nutzten nichts. Und: Anschließend schlief die Idee einer Stadtauswahl komplett ein.

Selbst die Spieler legten 2013 Hand an: Thorben Firch (SV Wacker Obercastrop) und Arif Secen (FC Frohlinde) gaben nochmal alles, um das vereiste Geläuf für das Stadtauswahlspiel auf Schwerin frei zu bekommen. Letztlich musste die Partie aber abgesagt werden. © Volker Engel © Volker Engel

Anfang Februar wurden dann die Naturrasen- und Ascheplätze gesperrt. Denn durch einsetzendes Tauwetter waren die Böden dort weich. Dadurch fielen einige Testspiele aus. Die Winterpause war zu diesem Zeitpunkt noch nicht beendet.

Der zweite Wintereinbruch des Jahres, Anfang Februar, sorgte dann für die ersten echten Probleme: Die für den 10. Februar terminierten Nachholspiele der damaligen Bezirksligisten Wacker Obercastrop (bei Vestia Disteln) und VfB Habinghorst (gegen RW Bodelschwingh) wurden vorzeitig abgesagt. In dieser Liga wurde an diesem Tag gar nicht gespielt.

Habinghorster trugen Heimspiel im Stadion aus

Ganz ohne Fußball hielten es die Habinghorster nicht aus. An einem Mittwochabend trafen sie sich im Stadion an der Bahnhofstraße zu einem Freundschaftsspiel mit dem TuS Henrichenburg. Am Wochenende danach wuchs die Schneedecke aber nochmals an. Und das Motto lautete – auch auf Kunstrasen: Nichts geht mehr!

Nichts wurde es mit dem Rückrunden-Auftakt am 17. Februar. Jürgen Hahn, der damalige Geschäftsführer des SuS Merklinde, sagte über die Lage auf dem Sportplatz am Fuchsweg: „Meiner Meinung nach kann man da nicht Fußball spielen, Eishockey vielleicht.“ Somit kamen nur die Hallensportler zum Zuge an jenem Wochenende.

Im Januar, Februar und März fielen fast unzählige Fußball-Spiele wegen mehrerer Wintereinbrüche aus. © Volker Engel © Volker Engel

Nächste Chance am 24. Februar? Keineswegs. Alle Spiele fielen aus. Von der Bezirksliga bis zur Kreisliga C. In der Bezirksliga war das Derby zwischen dem SuS Merklinde und dem VfB Habinghorst geplant. Staffelleiter Klaus Overwien (Waltrop) legte sich am Tag der Absage auf einen Nachholtermin fest: Mittwoch, 1. Mai (Tag der Arbeit) – denn die Osterfeiertage waren bereits besetzt von vorherigen Nachholspielen.

Mutiger als die Kreisliga-Staffelleiter war Overwien am 4. März. Während in der Kreisliga A Herne/Castrop-Rauxel alles abgesagt wurde, ließ der Waltroper dort spielen, wo es möglich war. Dadurch kamen 200 Zuschauer am Grafweg in den Genuss eines Derbys zwischen der Spvg Schwerin und dem SuS Merklinde. Beim 2:2 (0:1) führte Merklinde durch Treffer von Emil Durmis und Nico Kresic mit 2:0. Die Spvg glich durch Tore von Marc Olschewski (62.) und Emrah Bicakci (85.) aus.

Der Ball rollte im März nur eine Woche ungehindert

In der folgenden Woche rollte in allen Ligen der Ball ungehindert. Dann aber kam es am 13. März zu einem erneuten Wintereinbruch. Immerhin kam das anschließende Tauwetter für die Partien am 17. März die Hälfte der Partien in der Bezirksliga und in den Herner Kreisligen rechtzeitig. Nur in den Kreisligen Recklinghausen fiel alles flach.

Fritz Malkus befreit beim SV Wacker Obercastrop den Kunstrasen von Eis und Schnee. © Volker Engel © Volker Engel

Die Liste der Nachholspiele wurde länger und länger. Über 300 Partien standen darauf. Allein der VfB Habinghorst hatte sechs Duelle nachzuholen.

Die Belastung war für die Habinghorster mit einigen Englischen Wochen nicht leistungsfördernd. Denn der VfB stieg nach 15 Jahren in der Bezirksliga (12 Jahre) und Landesliga (3 Jahre) in die Kreisliga A ab. Nur aufgrund des besseren Torverhältnisses gegenüber YEG Hassel II stieg der SuS Merklinde nicht ab.

Immerhin: Trotz der über 300 ausgefallenen Partien mussten die Staffelleiter die Saison nicht über den geplanten Abpfiff hinaus verlängern. Der angepeilte Schlusspunkt, der 9. Juni, wurde eingehalten.

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Lokalsport Castrop-Rauxel
Ein Journalist macht sich aus Prinzip keine Sache zu eigen, nicht einmal eine gute (dieses Prinzip ist auch das Motto des Hanns-Joachim-Friedrichs-Preises).
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Jens Lukas

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