Der heimische Fußball trägt derzeit Maske und hofft, dass nach den ersten Impfungen bald wieder gespielt werden kann. © Jens Lukas
Fußball

Fußballkreis-Funktionär hat eine Meinung zum belgischen Abbruch

Der Castrop-Rauxeler Amateurfußball schwebt im luftleeren Raum. Keiner weiß, wann wieder gespielt werden darf. Fakt ist aber: Vor dem 1. April darf nicht gespielt werden.

Was aber passiert nach dem 14. Februar mit dem Amateurfußball in Deutschland? Verlängert die Politik den Corona-Lockdown ein weiteres Mal und die Sportler dürfen weiterhin nicht trainieren? Was aber erhofft sich der heimische Fußballkreis Herne/Castrop-Rauxel?

Erste Gespräche zum Re-Start der Saison stehen noch aus

Der Kreis-Fußballobmann Andreas Pelzing (FC Frohlinde) gibt unumwunden zu: „Darüber habe ich mir bislang keine großen Gedanken gemacht – auch mit unserem Kreis-Vorsitzenden Reinhold Spohn habe ich noch nicht darüber geredet, wie es mit der Saison weitergehen könnte.“

Dass die Amateur-Saison im Nachbarland Belgien in dieser Woche abgebrochen ist, sollte keine Auswirkungen auf die Entscheidung im westfälischen Fußball haben, meint Pelzing: „Im Gegensatz zum Verband Mittelrhein haben wir ja keine Nähe zu Belgien – und haben keine Berührungspunkte.“

Andreas Pelzing hofft auf einen Re-Start im heimischen Fußball im März: „Dann wäre das Ziel von 50 Prozent der Spiele für die Wertung mit Auf- und Abstieg in unseren Kreisligen zu schaffen. Viel später würde es schwierig werden.“

Pelzings Blick geht da in Richtung von Victoria Habinghorst in der Kreisliga A mit bislang nur vier absolvierten Spielen. Für den Kreis-Fußballobmann ist sowieso nur realistisch, die komplette Hinrunde zu spielen. Für die Rückrunde sei keine Zeit.

Andreas Pelzing vom FC Frohlinde ist Fußball-Obmann im Kreis Herne/Castrop-Rauxel. © Volker Engel © Volker Engel

Konkret geäußert zum Re-Start hat sich jüngst bei 24Vest.de Hans-Otto Matthey, der Vorsitzende des Nachbarkreises Recklinghausen: „Was nützt es, wenn die Fußballkreise es hinbekommen, die überkreislichen Ligen aber nicht? Ich kann mir nicht vorstellen, dass es wieder keine Absteiger und nur Aufsteiger geben wird.“ Dass im März wieder Fußball gespielt werden darf, sieht Matthey nicht. Er rechnet mit einer Fortsetzung der Saison nicht vor April.

„Nach zwei Wochen Vorbereitung könnten wir schon die ersten Nachholspiele ansetzen, damit es beim offiziellen Start eine geschlossene Ligenstruktur gibt, in der möglichst alle Mannschaften gleich viele Spiele absolviert haben“, so Matthey, dessen oberstes Ziel ist, im Fußballkreis Recklinghausen bis zum 30. Juni in allen Kreisligen eine komplette einfache Runde hinzubekommen. Das sind Aussagen, die für den TuS Henrichenburg relevant sind.

Hans-Otto Matthey, der Vorsitzende des Fußballkreises Recklinghausen. © picture alliance/dpa © picture alliance/dpa

Doch zurück zum Fußballkreis Herne/Castrop Rauxel. Ganz persönlich hat auch Obmann Andreas Pelzing klare Vorstellungen, was im Amateurfußball sinnvoll und möglich wäre: „Wenn ich zu sagen hätte, würde die Meisterschaft nicht zu Ende gespielt, und nur noch die Pokal-Wettbewerbe durchgezogen. Das entscheide aber nicht ich, sondern der FLVW. Wir im Fußballkreis müssen uns dann danach richten.“

Spielordnung in Westfalen ist nicht die gleiche wie in Hamburg

Wie und ob es weiter gehe im Amateurfußball, hänge letztlich allein von der Corona-Entwicklung ab, denkt Pelzing, der den Aufstand einiger Vereine nicht versteht, die nach dem frühen Saison-Abbruch-Gedanken des Hamburger Fußball-Verbandes eine ähnliche Entscheidung vom FLVW verlangen: „In Hamburg lässt die Spielordnung einen schnellen Saison-Abbruch zu – der FLVW hat eine andere Spielordnung, die das nicht erlaubt. Daher bleibt für uns nur das Abwarten.“

Unabhängig davon, ob im Amateurfußball irgendwann der Ball wieder läuft, findet Andreas Pelzing das Leben ohne Fußball ziemlich langweilig: „Kürzlich war ich in der Brandheide am Frohlinder Sportplatz. Das Tor war zugeschlossen, kein Mensch war zu sehen, wo sonst um diese Uhrzeit viele Spieler trainiert haben. Das war ein richtig trauriges Bild.“

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Jens Lukas
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Über 30 Jahre als Sportredakteur aktiv, bin ich nun im "Unruhestand" seit der Saison 2018/2019 als Freier Mitarbeiter für den Castroper Sport am Ball - eine neue, spannende Erfahrung. Meine journalistischen Fachgebiete sind alle Ballsportarten, die Leichtathletik und Golf. Mit den deutschen Spitzen-Fechtern war ich in den frühen 2000er-Jahren bei Welt- und Europameisterschaften in der "halben Welt" unterwegs.
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