Ein Castrop-Rauxeler Trainer hat gleich mehrere Befürchtungen, was die Saison 2020/21 angeht. © Jens Lukas
Fußball-Kreisliga A

Ein Trainer glaubt nicht an rechtzeitige Comebacks wichtiger Spieler

Eine Castrop-Rauxeler Mannschaft wollte in der Saison als erste Geige mitspielen, wurde dann aber von den Gegnern in der Liga reichlich gerupft - bis zum Corona-Lockdown am 1. November.

Die Castrop-Rauxeler Fußball-Zunft hat während des Lockdown Light mehrere Sorgenkinder. Landesligist FC Frohlinde überwintert als 15. auf einem Abstiegsplatz. Das gilt auch für die SG Castrop als Schlusslicht der Bezirksliga. Und in der Kreisliga A haben durch den SuS Merklinde (15.), Victoria Habinghorst (14.), Eintracht Ickern (13.), VfB Habinghorst (11.) und den FC Frohlinde II (9.) sogar gleich fünf heimische Teams keinen komfortablen Vorsprung auf die beiden Abstiegsplätze 16 und 17.

Nur sechs Punkte aus sieben Spielen auf dem Konto

Bei einem der Sorgenkinder sind gleich mehrere Schlüsselspieler als Langzeitverletzte schach-matt gesetzt: beim VfB Habinghorst.

Anstatt Aufstiegsfreude kehrte der Abstiegskampf ein. Der VfB Habinghorst hat sich viel mehr vom Saisonstart versprochen als die sechs Punkte aus sieben Spielen. Zwar gaukelt Tabellenplatz elf optisch Gutes vor, realistisch gesehen sind es aber nur drei Punkte, die den VfB vom Tabellenletzten ETuS Wanne trennen. Kein schöner Gedanke für einen fröhlichen Jahreswechsel.

„Personell hat sich gegenüber vor der Corona-Pause bis jetzt nichts geändert. Es sind noch alle Spieler da – neu dazu gekommen sind derzeit keine. Wir sind auf der Suche und führen schon aktiv Gespräche“, so Trainer Marc Olschewski. Mit zwei Spielern stünde man in vielversprechendem Kontakt. „Beide wären für uns sehr gute Verstärkungen“, so Olschewski, der Namen aber erst einmal hinter dem Berg hält, da „noch nichts endgültig entschieden ist“.

Marc Olschewski, Trainer des VfB Habinghorst. © Volker Engel © Volker Engel

Marc Olschewski befürchtet erneute Corona-Unterbrechung

Der VfB-Trainer fragt sich allerdings auch, wie sinnvoll Neuverpflichtungen zum jetzigen Zeitpunkt sind: „Keiner weiß, wie es letztlich überhaupt weitergeht im Fußball, was die Politik dem Sport insgesamt noch vorgeben wird an Einschränkungen. Vielleicht folgen im neuen Jahr ja nur zwei oder drei Spiele, ehe die Amateurfußball-Saison wieder abgebrochen werden muss wegen zu hoher Corona-Zahlen.“

Dass zwei Langzeitverletzte im Februar 2021 – so denn Fußball gespielt werden darf – wieder für den VfB Habinghorst auf dem Platz stehen, daran glaubt Olschewski nicht. „Die eigentlich im Dezember vorgesehene Knie-Operation bei Ex-Profi Marc Kruska ist wegen Corona in den Januar hinein verschoben worden“, sagt Olschewski.

Und zur Genesung von Torwart Julian Jarkulisch (Kreuzbandriss) merkt der VfB-Trainer an: „So lange kann die Corona-Pause überhaupt nicht andauern, dass Julian fit wird. Im Februar steht er jedenfalls bestimmt noch nicht bei uns im Tor.“

Über seine eigene Zukunft als Trainer beim VfB Habinghorst, habe er mit dem Vorstand bislang nicht gesprochen, versichert Olschewski, der allerdings auch nichts Negatives aus dieser Richtung vernommen hat. „Bis jetzt genieße ich die volle Rückendeckung im Verein. Der Vorstand hat mit mir für Januar ein Gespräch vereinbart, in dem es dann um meine Zukunft beim VfB geht“, so Olschewski.

Der Coach weiß jedoch als alter Fußball-Fuchs: „Ein Trainer ist immer das schwächste Glied in der Kette, was besonders bei unserer prekären sportlichen Lage durchaus in diesem Gespräch von Bedeutung sein könnte.“

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Freier Mitarbeiter
Über 30 Jahre als Sportredakteur aktiv, bin ich nun im "Unruhestand" seit der Saison 2018/2019 als Freier Mitarbeiter für den Castroper Sport am Ball - eine neue, spannende Erfahrung. Meine journalistischen Fachgebiete sind alle Ballsportarten, die Leichtathletik und Golf. Mit den deutschen Spitzen-Fechtern war ich in den frühen 2000er-Jahren bei Welt- und Europameisterschaften in der "halben Welt" unterwegs.
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