Der Frohlinder Marvin Raab (r.) hat sich dem SV Türkspor Dortmund, einem Gegner des FC Frohlinde in der Landesliga, angeschlossen. © Nils Foltynowicz
Fußball-Westfalenliga

Ein Talent aus Frohlinde wurde von den Castrop-Rauxeler Clubs noch nicht entdeckt

Wer kennt sie nicht, diese Redewendung? Der Prophet gilt nichts im eigenen Land. Auf einen in Frohlinde geborenen Fußballtorwart trifft das zu. Bis auf eine kurze Zeit im Junioren-Alter.

Er ist im Castrop-Rauxeler Stadtteil Frohlinde geboren und wohnt auch heute noch dort. Ein talentierter Fußballtorhüter, der nur ein paar Schritte vom Sportplatz an der Brandheide groß geworden ist. Aber anerkannt zwischen den Torpfosten wurde er nicht in seiner eigenen Stadt. Dafür kamen aus den Nachbarstädten Vereine ins Spiel, deren Teams höherklassig spielen.

Das ist Marvin Raab

  • Marvin Raab, Fußballtorwart aktuell beim SV Türkspor Dortmund, ist vor 23 Jahren in Castrop-Rauxel geboren und wohnt in Frohlinde.
  • Der Student der Wirtschaftswissenschaften an der TU Dortmund, wurde in der Lindenschule eingeschult und hat am Ernst-Barlach-Gymnasium sein Abitur gemacht.
  • Als Fußballer spielte er beim FC Frohlinde von den Mini-Kickern bis zur F-Jugend, ehe er zur Spvg Schwerin wechselte und dort bis zur C-Jugend blieb.
  • Für den 1,94 Meter großen Keeper begann danach eine große Reise. Die Stationen: VfL Bochum, Westfalia Herne, YEG Hassel, Kirchhörder SC, Lüner SV, FC Iserlohn, Westfalia Wickede und jetzt Türkspor Dortmund.

Er ist erst 23 Jahre alt und für einen Torwart mit 1,94 Meter Körpergröße ein Parade-Beispiel für die Keeper-Zunft mit einem Gardemaß. Dabei hat Marvin Raab in seiner noch jungen Karriere schon einige Oberliga- und Westfalenliga-Vereine durchlaufen. Landete aber nicht in der Heimat. Dabei ist sein Onkel und direkter Nachbar in einem Frohlinder Doppelhaus: Andreas Pelzing.

Als Kreisliga-A-Staffelleiter und 2. Geschäftsführer des FC Frohlinde ist er ganz nah an der Basis. Obwohl er beim FCF schon auf seinen Neffen hingewiesen hatte, wurden des Onkels Werbeworte nicht erhört. Der Kontakt kam nicht zustande. Pelzing sagte im Gespräch mit unserem Reporter: „Ich bekam zu hören, dass es bei uns im Verein im Tor keine Baustelle gibt, aber ich bleibe am Thema dran.“

Dabei hatte Marvin Raab beim FC Frohlinde gleich nebenan im Minikicker-Alter seine ersten Fußballschritte unternommen. Und gleich im Tor, wie er im Gespräch erwähnte. Was sicherlich auch mit seiner Körpergröße zu tun hatte. „Selbst in der Schule“, sagte er lachend, „war ich bald größer als die Lehrer.“

Raab erzählte weiter: „Bei den Fußballern rutschte ich immer eine Altersklasse hinauf und war überall der Jüngste“. Ein Spaßfaktor war sein Name. Schon in der Frohlinder Lindenschule hätten ihn viele Stefan Raab gerufen. In Anlehnung an den Fernseh-Entertainer. „Da fühlte ich mich selbst wie ein Star“, so der heutige Student für Wirtschaftswissenschaften, der am Ernst-Barlach-Gymnasium das Abitur machte.

Raabs Fußball-Karriere nahm ihren Lauf, als er als B-Junior der Spvg Schwerin von einem Scout des VfL Bochum entdeckt wurde. Im Sommer 2012 ging es dann in die U17 des Zweitligisten. Der Weg zu einer schon außerordentlichen Fußball-Odyssee war geebnet. Nur ein Jahr später stand der nächste Wechsel in die U19 von Westfalia Herne an. Drei Jahre blieb er bei den Hernern, für die er unter Trainer Christian Knappmann auch in der ersten Oberliga-Mannschaft zum Einsatz kam.

Von Gelsenkirchen nach Dortmund

Der Weg führte ihn im Juli 2016 zum Westfalenligisten YEG Hassel. 12 Monate später lockte ihn der Kirchhörder SC. Dort wurde Raab allerdings durch einen Meniskusriss ausgebremst. Es folgte der Lüner SV 2018 (Westfalenliga) und auch dort blieb ihm das Verletzungspech mit einem Daumenbruch treu. Ein Stammplatz zu ergattern war so nicht möglich.

Sein damaliger Lüner Coach, Mario Plechaty, lockte Raab 2019 zum Westfalenligisten FC Iserlohn. Der Frohlinder sagte: „Dort im Sauerland habe ich mich wohl gefühlt.“ Doch der nächste Wechsel folgte wieder nur ein Jahr später zu Westfalia Wickede (Westfalenligist).

Marvin Raab wurde mehrfach durch seinen Onkel beim FC Frohlinde vorgestellt. © Patrick Schröer © Patrick Schröer

Jetzt hat er beim SV Türkspor Dortmund (Landesliga) zugesagt, als deren Trainer Dimitrios Kalpakidis anrief. Ein Grund dafür war, dass dort Bekannte wie Maurice Temme sowie die Brüder Kerim und Muhammed Acil spielen. Wobei „Mo“ Acil als einer der besten Torhüter Dortmund gilt.

Und noch etwas ändert sich bald: Marvin Raab zieht mit Freundin Julia nach Waltrop. Dann könnte ja mal ein Klub aus seiner Heimat anklopfen. Raab erklärt: „Ich wäre nicht abgeneigt.“

Über den Autor
Sportredaktion Castrop-Rauxel
Geboren und wohnhaft in Castrop-Rauxel, bin ich über den Billardsport (Karambolage) als freier Mitarbeiter in der Castrop-Rauxeler Lokalredaktion angefangen. Da ich neben dem französischen Billard noch Fußball, Handball, Tischtennis und Tennis in Vereinen aktiv ausführte bot es sich förmlich an, darüber ebenfalls zu berichten.
Zur Autorenseite
Avatar

Der neue Lokalsport-Newsletter für Dorsten

Immer freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Dorstener Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.