Die Castrop-Rauxeler Wasserballerin Kim Büchter (r.) auf dem Weg zum Strand von Netanya mit Nationalmannschafts-Kollegin Jana Stüwe. Beide spielen für Bundesligist Blau Weiß Bochum. © privat
Wasserball

Die Castrop-Rauxelerin Kim Büchter erlebt die U20-WM nur als „Touristin“ – aus kuriosem Grund

Dabeisein ist alles: Diesen olympischen Gedanken erlebte eine junge Castrop-Rauxeler Sportlerin aktuell bei einer U20-Weltmeisterschaft in Israel. Sie war dabei, durfte aber nie spielen.

Wasserballerin Kim Büchter aus Castrop-Rauxel gehörte zum 14-köpfigen deutschen Nationalteam für die U20-Weltmeisterschaft in Netanya (Israel). Ihr fiel in der zwischen Tel Aviv und Haifa direkt am Mittelmeer gelegenen WM-Stadt sportlich nur das Los einer WM-Touristin zu. Der Grund dafür ist einfach wie kurios.

Kim Büchter fiel einer Regel zum Opfer

Der Wasserball-Weltverband erlaubte für dieses Turnier pro Nation einen 15er-Kader. Aber nur 13 Mädel darf ein Trainer aufstellen. Soweit, so schlecht. Diese 13 Spielerinnen vom ersten Spiel mussten fortan laut FIA-Regelwerk das gesamte Turnier durchspielen. Es sei denn, eine von ihnen wäre mit einer Corona-Erkrankung ausgefallen.

Deutschlands Trainer Sven Schulz setzte mit Blick auf die Zukunft in Israel auf die U17-Spielerinnen von der EM in Serbien. Die 18-jährige Kim Büchter fiel als Nummer 14 durchs Sieb. Sie war fortan nur noch WM-Touristin und Fan am Beckenrand.

In Israel stand nur Wasserball auf dem Programm

Trainer Schulz betonte zwar, dass Büchters sportliche Leistungen gut sind – trotzdem setzte er auf ihrer Position auf U17-Spielerinnen. „Das war sportlich gesehen keine schöne neue Erfahrung für mich – aber es war halt so“, sagt Kim Büchter dazu.

Neue Erfahrungen hat die Castrop-Rauxelerin in Natanya trotzdem gesammelt: „Es ist ein ganz anderes Leben in Israel als bei uns. Schön war der dortige Strand – am letzten Tag durften wir dorthin gehen.“ Weiter gab es keine Ausflüge. Der Israel-Trip bestand aus Hotel und Wasserball. „Die Stimmung unter uns Spielerinnen war super. Auch das Wetter war gut“, so Kim Büchter.

Nach der Rückkehr steht die Geburtstags-Reise an

Sportlich Großes verpasst hat die Castrop-Rauxelerin nichts. Die Gruppenspiele begannen für Deutschland zwar mit einem 12:8-Sieg gegen Serbien. Danach folgten nur Niederlagen. Gegen Italien 1:20 und 3:23 gegen Griechenland. Als Gruppen-Dritter rutschte man in die K.o.-Phase. Dort verlor Deutschland mit 2:18 gegen Spanien. Es blieb die Platzierungs-Runde neun bis zwölf.

Durch ein 6:7 gegen Argentinien wurde hauchdünn verpasst, unter die ersten Zehn zu kommen. Im Spiel um Platz elf und zwölf gab es ein 9:18 gegen Frankreich. Die U20-Wasserballerinnen von Spanien holten den WM-Titel durch ein finales 10:5 über Griechenland.

Kim Büchter genießt nach der Rückkehr aus Israel die restlichen Herbstferien-Tage bei einer verspäteten Geburtstags-Reise mit ihrem Freund nach Paris. Den eigentlichen 18. Geburtstag hatte sie wegen der U20-WM sausen lassen. Am ersten Schultag nach den Ferien beginnt im Gymnasium wieder der Ernst des Lebens gleich mit einer Physik-Klausur.

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
Über 30 Jahre als Sportredakteur aktiv, bin ich nun im "Unruhestand" seit der Saison 2018/2019 als Freier Mitarbeiter für den Castroper Sport am Ball - eine neue, spannende Erfahrung. Meine journalistischen Fachgebiete sind alle Ballsportarten, die Leichtathletik und Golf. Mit den deutschen Spitzen-Fechtern war ich in den frühen 2000er-Jahren bei Welt- und Europameisterschaften in der "halben Welt" unterwegs.
Zur Autorenseite
Avatar

Der neue Lokalsport-Newsletter für Dorsten

Immer freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Dorstener Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.