Meinung

Der Sportredaktion gehen die Themen nicht aus

Seit dem November-Lockdown gibt es nur wenig Lokalsport in Castrop-Rauxel. Stimmt das? Unser verantwortlicher Reakteur hat eine Meinung dazu.
Der Castrop-Rauxeler Lokalsportredaktion gehen die Ideen nicht aus - auch nicht durch eine Pandemie. © Jens Lukas

Um direkt einmal mit einem Vorurteil aufzuräumen: Ja, durch die Corona-Pandemie gab es keine Sportveranstaltung – und der Spielbetrieb läuft nur langsam an. Nein, dennoch fehlt es uns Reportern nicht an Themen, über die wir schreiben können.

Denn wir haben in den vergangenen Wochen und Monaten Artikel verfasst, die weit abseits vom Geschehen eines 1:0 spielten. Beispiele gefällig?

Wir haben herausgefunden, dass eine Funktionärin eines Fußball-Vereins die Diebin nach einem Klubheim-Einbruch ermitteln konnte – CSI Habinghorst.

Ein Trainer einer Castrop-Rauxeler Fußball-Mannschaft hatte in der ZDF-Show „Bares für Rares“ seinen großen Auftritt – und ging mit weitaus mehr Geld nach Hause als er vorher zu glauben vermochte.

Wir haben darüber berichtet, welche Projekte die Partien SPD und Die Grüne zum Sport in ihren Koalitionsvertrag niedergeschrieben haben.

Sportvereine haben auch Abteilungen abseits des Ballsports unter ihren Fittichen. Und auch hier kann eine ganze Abteilung den Klub wechseln. Frag nach beim TuS Henrichenburg und bei Eintracht Ickern.

Wir hatten mitbekommen, dass ein 2. Vorsitzende eines Castrop-Rauxeler Vereins auf seinem Sportplatz auf Hobbykicker getroffen ist, die sich illegal Zugang verschafft haben.

Wir haben Sportler hintergründig porträtiert – wie in den vergangenen Jahren schon. Dabei stellte sich heraus, dass von den aktuellen Fußballern zumindest zwei auf einem guten Weg waren, Profi in der 1. Bundesliga zu werden: Stefan Hoffmann (bis Sommer 2021 FC Frohlinde) stand im Stadion schon spielbereit an der Außenlinie.

Bei Dennis Hasecke (Spvg Schwerin) lang ein Vertrag vom VfL Bochum zur Unterschrift bereit – und es gab ein Angebot von Schalke – sowie später auch aus England.

Wir haben Leuten 15 Fragen gestellt und mit den Antworten einen kleinen Einblick ins Privatleben bekommen. Wir haben einen Blick in die Baustelle der ASG-Halle geworfen. Das hätten wir auch ohne Pandemie getan.

Als am 8. Februar der Winter Einzug hielt, haben wir direkt Schnee- und Eis-Themen präsentiert: Mit einem Blick in die Castrop-Rauxeler Sport-Geschichte. Im Jahr 2013 war wegen Frau Holle im Januar, Februar und auch im März an Fußball spielen nicht zu denken.

Wir boten auch Service, mit dem Artikel „Laufen bei Eis und Schnee: Darauf gilt es für Sportler zu achten

Wir haben in die Historie des Castrop-Rauxeler Sports geschaut. U.a. haben wir dabei aufgedeckt, dass sich vor 15 Jahren im Fußball eine Fusion von Vereinen mit einer Landesliga- und einer Bezirksliga-Mannschaft anbahnte.

Das sind nur einige Beispiele dafür, wie unsere Berichterstattung angelegt ist – schon seit vielen Jahren.

Irgendwann haben die Herren Reporter doch nach einem letzten Strohhalm gegriffen und philosophieren lang und breit über neue Vereinsnamen? Keineswegs.

Vielmehr ist genau das eingetreten, was sich ein Journalist auch wünscht. Endlich ist Zeit dafür, ein Ereignis in der Nachbarstadt zu beleuchten und auf die Heimat wirken zu lassen.

Darin steckt neben der Freude darüber, kreativ sein zu dürfen auch die Muße, ohne den Stress von „Abpfiff, Abfahrt und schnell den Artikel schreiben“ ein Thema mit sortierten Gedanken aufzuschreiben.

Nein, den verbliebenen Spöttern wird nicht der Abschluss-Satz gegönnt „Corona sei Dank!“ – nicht von mir.

Dorsten am Abend

Täglich um 19:00 Uhr berichten unsere Redakteure für Sie im Newsletter über die wichtigsten Ereignisse des Tages.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.