Sind beim VfB Habinghorst in der Verantwortung: (v.l.) Geschäftsführer Markus Lüneberg, Trainer Marc Olschewski, der 1. Vorsitzende Gordon Schwarze - hier zusammen mit Patrick Fritz. © Jens Lukas
Fußball-Kreisliga A

Dem Winter-Wanderclub VfB Habinghorst könnte ein falscher Re-Start schaden

Eine Frage nach dem Lockdown-Ende ist: Wie löst ein Fußballklub mit Rasenplatz ohne Flutlicht die Nachholspiel-Problematik, sollte die aktuell unterbrochene Saison mit Spieltag 15 fortgesetzt werden?

Für den VfB Habinghorst, der mit seiner ersten Mannschaft in der Fußball-Kreisliga A spielt, sind die Wintermonate schon immer Wandermonate gewesen. Auf dem eigenen Rasenplatz in der Kampfbahn Habichthorst darf nicht trainiert werden – auch weil die Anlage kein Flutlicht hat.

Noch schwieriger wird es, wenn der eigene Sportplatz einer Holperwiese gleicht, auf der absehbar in den Wintermonaten der eine oder andere Spielausfall obendrauf kommt. Wochentags sind Nachholspiele frühestens im April möglich. Erst dann fällt der Sonnenuntergang nicht in die 90 Minuten.

Habinghorst trainiert auf Schwerin und in Ickern

Die Sportplatz-Problematik an sich ist für den VfB Habinghorst in diesen Corona-Zeiten nicht größer als in jedem anderen Wintermonat. „Auf unserer Anlage geht in der dunklen Jahreszeit nach 18 Uhr nichts mehr. Zum Training weichen wir schon immer auf die Kunstrasenplätze von Eintracht Ickern und der Spvg Schwerin aus. Die Stadtverwaltung hat uns dort je eine Trainingseinheit pro Woche eingeräumt. Dort ist es wohl egal, ob wir in diesem Zeitrahmen trainieren oder ein Nachholspiel bestreiten.“ So skizziert der Vereins-Geschäftsführer Markus Lüneberg ein mögliches Szenario nach dem Corona-Lockdown. Da dann ohnehin wohl keine Zuschauer zugelassen seien, falle selbst der auf den fremden Plätzen fehlende Verkauf nicht weiter ins Gewicht, so Lüneberg.

Sollte die nach dem achten Spieltag am 1. November unterbrochene Saison im neuen Jahr 2021 mit dem 15. Spieltag wieder angepfiffen werden, müsste der VfB sich trotzdem etwas einfallen lassen. Bis zum 20. Dezember sind für Habinghorst sieben Nachholspiele aufgelaufen. Diese unter der Woche zu stemmen, wird schwierig. Da nicht alle Spieler um 16 Uhr Feierabend haben – darunter auch unverzichtbare Akteure. Hinzu kommt die sportlich prekäre Ausgangslage mit nur drei Punkten Vorsprung zum ersten Abstiegsplatz.

Re-Start mit dem neunten Spieltag wäre gut für VfB

Für Geschäftsführer Markus Lüneberg wäre eine Saison-Fortsetzung mit dem neunten Spieltag gut. Dann hätte der VfB nur eine einzige Nachholpartie aus den ersten acht Spieltagen zu bestreiten. Das ist wohl die bessere Option. „Dass wir im Februar wieder Fußball spielen, glaube ich nicht. Also wird der Zeitrahmen immer enger. Der Verband sollte schauen, dass die Hinrunde beendet werden kann. Dann könnte diese Saison fair gewertet werden, da jeder gegen jeden gespielt hat.“

Markus Lüneberg findet, dass sich die Vereine kurzschließen sollten, um dem Fußballkreis Herne/Castrop-Rauxel ihre Sichtweise der Saison-Fortsetzung zu präsentieren. Außerdem: „Die Stadt ist uns mit einer Halbierung der Sportstättennutzungsgebühr entgegengekommen. Der FLVW sollte ebenso handeln, uns die zu zahlenden Abgaben stunden oder sie zu mindern. Wir beim VfB haben seit März keine Einnahmen mehr – mit Ausnahme der Mitglieds-Beiträge. Das knabbert an der Substanz.“

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Über 30 Jahre als Sportredakteur aktiv, bin ich nun im "Unruhestand" seit der Saison 2018/2019 als Freier Mitarbeiter für den Castroper Sport am Ball - eine neue, spannende Erfahrung. Meine journalistischen Fachgebiete sind alle Ballsportarten, die Leichtathletik und Golf. Mit den deutschen Spitzen-Fechtern war ich in den frühen 2000er-Jahren bei Welt- und Europameisterschaften in der "halben Welt" unterwegs.
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