So sieht das Bürgerzentrum Merklinde an der Johannesstraße aus der Luft aus. © Jens Lukas
Sport und Corona

Corona lähmt Vereine – und was ist mit Mietkosten?

Die Billardvereine können wegen der Corona-Pandemie seit geraumer Zeit keine Bälle mehr rollen lassen. Ruht neben dem Spielbetrieb auch der Kostenapparat? Wir haben beim ABC Merklinde und den BF Schwerin nachgefragt.

In Castrop-Rauxel spielt der überwiegende Teil der Fußballvereine auf städtischen Plätzen und nutzt dort eigene Vereinsräume. In den weiteren Sportarten ist die Situation nicht selten eine andere. Denn die Klubs müssen – anders als zuvor – seit dem Jahr 2018 für die Räumlichkeiten, die sie nutzen, eine Miete zahlen.

In vielen Fällen ist die Stadt direkt oder indirekt der Vermieter. Bleibt die Frage, ob die Vermieter während der Corona-Pandemie auf einen Teil oder gar die volle Miete verzichten? Nutzen können die Klubs die Quadratmeter wegen des Lockdowns ja nicht.

Kein Mitglied hat nach Ermäßigung gefragt

Beim ABC Merklinde und den Billardfreunden Schwerin gibt es in dieser spiellosen Zeit Änderungen der Situation. Miete bleibt Miete. Die Vereine haben allerdings das Glück, dass sich offenbar noch kein Vereinsmitglied gemeldet hat, das sich eine Beitrag-Ermäßigung gewünscht hat.

Der 1. Vorsitzende des ABC Merklinde, Gerd Haumann, sagte dazu: „Im Gegenteil, einige haben schon angefragt, ob wir denn überhaupt klarkommen, weil wir zum Beispiel keine Einnahmen durch Verzehr oder Getränke haben.“

Der ABC Merklinde zahlt seine Miete an das Bürgerzentrum, das einen Vertrag mit der Stadt Castrop-Rauxel hat. Zu den weiteren Mietern an der Johannesstraße gehören die „Rasselbande“ (Kindergarten) und die „Falken“. Die Räumlichkeiten des ABC belaufen sich auf zirka 160 Quadratmeter. Die Flure und Toilettenräume sind dabei nicht mitgerechnet.

Gerd Haumann ist Vorsitzender und Billardspieler des ABC Merklinde. © Volker Engel © Volker Engel

Der Mietvertrag besteht seit rund 15 Jahren – und laut Haumann hat sich an den Zahlen, die er nicht nennen möchte, nichts geändert. Damit die Räume in dieser Corona-Pandemie nicht auskühlen, sorgen die Thermostate an den Heizkörpern in den Räumen für eine Temperatur so um die 20 Grad. Das Bürgerzentrum besitzt eine zentrale Gas-Anlage.

Obwohl nicht Billard gespielt werden darf, laufen die Abgaben an den Billard-Verband normal weiter. Haumann erklärte dazu: „Die Zahlungen werden weiter lustig abgebucht.“ Gut also, dass die Mitglieder nicht darauf pochen, weniger Beitrag zahlen zu wollen.

Die gleiche Situation gibt es bei den Billardfreunden Schwerin, auch dort fordert kein Mitglied eine Beitragsermäßigung ein. Pressewart Wolfgang Reuter sagte dazu: „So etwas gibt es bei uns nicht, wir sind eine große Billardfamilie, die zusammenhält.“

In der ehemaligen Pestalozzischule an der Bodelschwinger Straße auf Schwerin sind die BF Schwerin beheimatet. © Abi Schlehenkamp © Abi Schlehenkamp

So richtig groß ist der Verein der Billardfreunde allerdings nicht mehr. Von einst 70 Spielern sind derzeit nur noch 20 aktiv. Reuter erwähnte: „Einige haben mit dem Sport aufgehört, andere sind verstorben.“ Für die Räume in der ehemaligen Pestalozzischule an der Bodelschwingher Straße muss der Verein seit 2018 Miete bezahlen. Während der PBC Castrop daraufhin seinen Poolbillardverein auflöste, machten die Billardfreunde weiter. Am Mietpreis von 1,10 Euro pro Monat pro Quadratmeter hätte sich noch nichts geändert, wusste Reuter.

Damit die Räume auch in dieser langen Pause bespielbar bleiben, kontrollieren Mitglieder wie Dieter Reuter, Michael Majcherski oder der 1. Vorsitzende David Hafemann regelmäßig, ob alles in Ordnung ist. Im Detail sagte Wolfgang Reuter: „Der Kühlschrank muss mal geöffnet werden, dass kein Schimmel ansetzt, die Heizungen müssen den äußeren Gegebenheiten angepasst werden. Auch muss geschaut werden, ob nicht ein paar böse Buben etwas angerichtet haben.“

Ihre Autoren
Sportredaktion Castrop-Rauxel
Geboren und wohnhaft in Castrop-Rauxel, bin ich über den Billardsport (Karambolage) als freier Mitarbeiter in der Castrop-Rauxeler Lokalredaktion angefangen. Da ich neben dem französischen Billard noch Fußball, Handball, Tischtennis und Tennis in Vereinen aktiv ausführte bot es sich förmlich an, darüber ebenfalls zu berichten.
Zur Autorenseite
Avatar
Lokalsport Castrop-Rauxel
Ein Journalist macht sich aus Prinzip keine Sache zu eigen, nicht einmal eine gute (dieses Prinzip ist auch das Motto des Hanns-Joachim-Friedrichs-Preises).
Zur Autorenseite
Jens Lukas

Der neue Lokalsport-Newsletter für Dorsten

Immer freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Dorstener Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.