Derzeit darf auf den Trainerbänken niemand sitzen. Dennoch hat ein Castrop-Rauxeler Coach den Sprung in eine höhere Klasse geschafft. © Volker Engel
Juniorenfußball

Castrop-Rauxeler Trainer wollte Auszeit, wurde rückfällig und steigt jetzt auf

Die Corona-Zeit stimmt Fußball-Trainer nachdenklich mit Blick auf ihre Zukunft in allen Bereichen. Sie treffen Entscheidungen, die einige wieder revidieren. So auch ein Coach, der noch im Sommer in Castrop-Rauxel wirkte.

In den Sternen steht derzeit die Zukunft vieler Fußball-Mannschaften. Wenn die Saison 2020/21 durch die Corona-Pandemie annulliert wird, bleiben alle Teams höchstwahrscheinlich 2021/22 in der Liga, in der sie jetzt geführt werden. Auf jeden Fall umdenken muss auf jeden Fall ein Trainer, der in den vergangenen Jahren bei zwei Castrop-Rauxeler Klubs gewirkt hat.

Jahrelang im Seniorenbereich unterwegs, jetzt bei den Junioren

Marco Taschke, der in der Vergangenheit zusammen mit Dennis Hasecke bei der SG Castrop und der Spvg Schwerin mit den Senioren-Teams in der Bezirksliga gearbeitet hat, wollte eine Pause einlegen, ist aber seit dem Herbst 2020 Nachwuchs-Coach beim VfB Waltrop.

Nach seiner kurzen Fußball-Pause war Marco Taschke (vorn) U17-Trainer beim VfB Waltrop an der Seite von Martin Backwinkler geworden. Jetzt wird er U19-Coach. © Hermann Klingsieck © Hermann Klingsieck

Waltrops Sportlicher Leiter Oliver Naumann hatte Taschke mit einem Angebot geködert, das dieser nicht ausschlagen konnte. Die Waltroper U17 hatte in der Westfalenliga einen Fehlstart hingelegt mit zwei Punkten aus sechs Spielen – Trainer Julian Kaliczok musste gehen. Martin Backwinkler und Marco Taschke sollten die „Feuerwehr-Männer“ werden, um diesen Flächenbrand zu löschen. Für Taschke war es die Heimkehr zu den fußballerischen Wurzeln.

Ein paar Trainingseinheiten und zwei Testspiele stehen für Backwinkler/Taschke seit Herbst 2020 nur zu Buche – mehr nicht. Der Corona-Lockdown ab November stoppte weitere Rettungstaten mit der Waltroper U17. „Ich hatte mir meinen Einstieg beim VfB Waltrop ganz anders vorgestellt“, sagt Taschke zur unfreiwilligen Auszeit.

Zu einem möglichen Re-Start der Saison merkt er an: „Bei den ständig sich ändernden Neueinstiegs-Szenarien ist schwer zu sagen, ob oder wie es weitergehen wird.“ Persönlich favorisiert Taschke eine Saison-Annullierung ohne Wertung: „Die Mannschaften mit Aufstiegschancen träfe das hart – die im Abstiegskampf würden sich freuen.“

Auf den VfB Waltrop träfen bei einem Saison-Abbruch ohne Wertung Freude und Frust gleichermaßen zu. „Mit der U17 würden wir bei einem Re-Start wohl bis zum Schluss im Abstiegskampf stecken – im Gegensatz dazu hat unsere U19 in der Landesliga gute Aufstiegschancen“, so Taschke, der in der Saison 2021/22 mit B-Lizenz-Inhaber Athavan Varathan die Waltroper U19 übernehmen wird.

Apropos B-Lizenz – wie sieht es damit aus? Taschke erklärt: „Die B-Lizenz würde ich gerne machen. Der DFB arbeitet aktuell aber an einer Reform der Trainer-Lizenzen, wobei die Hürden erhöht werden sollen. Um die B-Lizenz machen zu dürfen, muss man angeblich mindestens in der Oberliga gespielt haben. Warten wir mal ab, was letztlich bei dieser DFB-Reform herauskommt.“

Der Jugendfußball befindet sich im Corona-Lockdown, was aber nicht heißt, dass die Trainer frei haben. Aktuell basteln Taschke und Kollege Varathan am neuen U19-Kader. „Es bleiben alle U19-Spieler wie auch die aus der U17 hochrückenden Jungs“, so Taschke. Mit externen Neuzugängen werde verhandelt per Video-Chat oder mit dem nötigen Corona-Abstand im Jugendraum. „Welche Jungs zu uns passen, weiß mein Trainer-Kollege Varathan besser als ich, da er schon länger im Jugendfußball arbeitet.“

Welchen Unterschied er zwischen Senioren- und Juniorenfußball trotz der kurzen Zeit beim VfB Waltrop festgestellt hat, umschreibt Taschke so: „Tempo, Mentalität und Physis der jungen Fußballer sind anders als bei den Senioren. Auch der Druck ist nicht so hoch, da in deren Ausbildungsphase das Ergebnis nicht unbedingt das Wichtigste ist – absteigen will trotzdem keiner.“

Und bei Gesprächen seien häufig die Eltern noch mit dabei, da die Jungs nicht volljährig sind und nichts allein entscheiden dürfen. „Der Rest ist aber gleich mit 22 Mann auf dem Spielfeld, plus Ball, der ins Eckige muss“, scherzt Taschke.

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Freier Mitarbeiter
Über 30 Jahre als Sportredakteur aktiv, bin ich nun im "Unruhestand" seit der Saison 2018/2019 als Freier Mitarbeiter für den Castroper Sport am Ball - eine neue, spannende Erfahrung. Meine journalistischen Fachgebiete sind alle Ballsportarten, die Leichtathletik und Golf. Mit den deutschen Spitzen-Fechtern war ich in den frühen 2000er-Jahren bei Welt- und Europameisterschaften in der "halben Welt" unterwegs.
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