Für die Castrop-Rauxeler Handballer bahnt sich in allen Ligen ein Saisonabbruch an. © picture alliance/dpa
Handball

Castrop-Rauxeler Trainer scheut Schnelltests für seine Spieler

Derzeit bahnt sich ein Abbruch der Handball-Saison in allen Spielklassen mit Castrop-Rauxeler Teams an. In einer Liga ist sie schon Fakt. Und ein Trainer macht sich Gedanken zu den kommenden Monaten.

Der Handball Verband Westfalen (HVW) hat Ende Januar einen Strich unter die Saison 2020/21 gemacht. Die Spielzeit wird in der Landesliga und Oberliga abgebrochen und annulliert. Es gibt keine Absteiger. Es gibt wohl eine Aufstiegsrunde, einen Ligapokal und Spielangebot, das Mannschaften freiwillig nutzen können.

All diese Regelungen werden wohl bald auch für die Bezirksliga sowie die Kreisliga und die Kreisklassen beschlossen. Dann würde es alle Castrop-Rauxeler Mannschaften betreffen. Was sagen die Trainer dazu?

Sebastian Clausen, Trainer des Landesligisten HSG Rauxel-Schwerin, sagt zum Angebot einer möglichen Aufstiegsrunde: „Für uns ist eine Teilnahme reine Utopie. Wir haben in der vergangenen Saison den Abstieg nur durch den Corona-bedingten Abbruch verhindern können. Das macht sportlich also keinen Sinn für uns. Zumal das dann kein Spaßturnier sein wird.“

Sebastian Clausen (l.), Trainer der HSG Rauxel-Schwerin, muss noch ausloten, ob sein Team nach dem Saisonabbruch eines der Spielangebote nutzen möchte. © Volker Engel © Volker Engel

Wer sich für die höhere Liga qualifizieren wird, sei ja auch verpflichtet, den Aufstieg wahrzunehmen. Ansonsten drohe eine Strafe. Zudem seien Corona-Schnelltests für Spieler und Betreuer vorgeschrieben. Clausen: „Das sind Kosten, die wir nicht bewältigen können.“

Internet-Training ersetzt nicht das Handball-Training

Für die Teilnahme an der Pokalrunde möchte die HSG „noch alle Optionen offenhalten“, so Clausen: „Allerdings muss man sehen, dass wir jetzt ein Jahr lang nicht richtig trainiert haben. Wir haben im Herbst ganze zwei Spiele bestritten. Wir bräuchten mindestens vier Wochen Vorbereitungszeit.“ Der Coach sagt zudem: „Wir bieten einmal pro Woche ein Training im Internet an, ein Workout mit wechselden Fitnesstrainern. Daran nehmen alle drei Herrenteams, das Damenteam und die A-Jugend teil. Es wird gut angenommen, kann aber nicht das typische Handballtraining ersetzen.“

Für seine Mannschaft gibt Clausen individuelle Trainingspläne aus. Dabei treffen sich zum Beispiel seine Schützlinge zweimal pro Woche in Zweier-Gruppen zum Waldlauf, berichtet Sebastian Clausen: „Aber wie gesagt: Ein Handballtraining ist etwas ganz anderes.“

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