Ein Castrop-Rauxeler hat künftig eine wohl noch vollere Fußball-Woche: als Landesliga-Fußballer und als Trainer in einer Regionalliga. © Jens Lukas
Juniorenfußball

Castrop-Rauxeler Landesliga-Fußballer versucht Spagat mit Regionalliga-Trainerjob

Er ist ein junger Castrop-Rauxeler, hat aber schon sehr konkrete Vorstellungen, was er als Fußballer und Trainer einmal erreichen möchte. Den nächsten Schritt macht er in der Saison 2021/22. Wir stellen ihn vor.

Auch in Castrop-Rauxel gibt es Fußballer, die vor der Corona-Pandemie an den Wochenenden an einem Tag selbst kickten und zudem den Job eines Nachwuchstrainers bewältigten. In den meisten Fällen bewegt sich das auf Kreisliga-Ebene. Es gibt in der Europastadt einen Sportler, der diesen Spagat künftig in hohen Spielklassen vollführt.

Doppelfunktion als Coach der D- und C-Junioren

Aktuell gehört Tim Kuit noch dem Kader des FC Frohlinde II in der Kreisliga A an und trainiert beim FCF in Doppelfunktion eine D-Junioren-Mannschaft (Bezirksliga) und ein C-Junioren-Team (Kreisliga). Er liebt und lebt Fußball.

Tim Kuit (blaues Trikot) spielte in der aktuellen Saison 2020/21 für den FC Frohlinde II in der Kreisliga A und soll künftig für das Landesliga-Team auflaufen. © Jens Lukas © Jens Lukas

Genau das trägt Früchte: In der neuen Saison steigt er beim FC Frohlinde auf in den Landesliga-Senioren-Kader – und wagt den Schritt als Jugendtrainer zu einem anderen Verein. Tim Kuit wechselt zum VfB Waltrop in die erfolgreichste Jugend-Abteilung des Fußballkreises Recklinghausen.

In der Nachbarstadt geht es hoch hinaus: in die U15-Regionalliga. Kuit macht dort das Trainer-Trio Oliver Naumann, Sven Jahn und Mehmet Tosun zum Quartett. Vier Trainer für eine U15-Mannschaft. Hat da jeder nur eine spezielle Aufgabe? „Nein“, sagt Kuit, „jeder von uns leitet komplette Trainingseinheiten“. Genau das mache die Aufgabe beim VfB Waltrop reizvoll.

„Und natürlich lockt mich die Regionalliga“, so Kuit. Das ist die höchste deutsche Spielklasse im C-Juniorenfußball – im Westen unterteilt in zwei Gruppen. Der VfB Waltrop spielt in Staffel 2 mit 13 Vereinen. Bis zum Lockdown am 1. November wurden in sechs Spielen sieben Punkte geholt – daraus resultiert Tabellenplatz neun. Gegner sind Hochkaräter wie der 1. FC Köln, Borussia Mönchengladbach, Bayer Leverkusen, RW Essen, Preußen Münster, Arminia Bielefeld und VfL Bochum.

Aktuell ist Tim Kuit Trainer von zwei Nachwuchs-Teams des FC Frohlinde. © Volker Engel © Volker Engel

Jugendtrainer und Landesliga-Fußballer in zwei verschiendenen Clubs. Ist da zeitlich überhaupt noch Raum für andere Dinge? Das sieht Tim Kuit entspannt: „Mit den Frohlinder Senioren trainieren wir erst nach 20 Uhr – mit der Waltroper U15 früher. Von Waltrop nach Castrop-Rauxel ist es nicht weit. Beides lässt sich zeitlich gut koordinieren, zumal auch nicht alle Trainingstage miteinander kollidieren.“

Kuit ist samstags der Trainer und sonntags der Spieler

Selbst bei Spielen muss sich Kuit nicht die Beine ausreißen, um aus Köln wieder zur Sportanlage Brandheide zu hetzen: „Die U15 spielt samstags – in der Landesliga spielen wir sonntags. Das lässt sich locker händeln.“ Wobei der schnelle Außenspieler gerne zugibt, dass ihm neben dem Fußball nicht viel Zeit für andere Dinge bleibt. „Ich will das genau so haben, um mich im Fußball als Spieler und Trainer weiterzuentwickeln“, erklärt der 21-Jährige. Und fügt hinzu: „Schon in dieser Saison war mein Leben zeitlich sehr stressig beim FC Frohlinde als Trainer der D- und C-Junioren, sowie Fußballer in der Kreisliga A.“

In der Frühphase des Lockdowns hatte Tim Kuit sein Konzept erklärt, wie er seine Jungs mit Training per Video-Chat bei Laune halten möchte. Wie sieht das nach nun über dreieinhalb Monaten aus? Haben da Jungs sogar aufgehört mit Fußball? „Es gab Momente einer gewissen Müdigkeit beim Hometraining. Da habe ich das Projekt für einige Zeit gestoppt – jetzt läuft es wieder gut“, sagt Kuit. er meint aber auch: „Es ist wichtig, dass die jungen Spieler sehr bald wieder auf dem Platz trainieren dürfen, damit bei ihnen die Lust am Fußball nicht völlig verloren geht.“

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
Über 30 Jahre als Sportredakteur aktiv, bin ich nun im "Unruhestand" seit der Saison 2018/2019 als Freier Mitarbeiter für den Castroper Sport am Ball - eine neue, spannende Erfahrung. Meine journalistischen Fachgebiete sind alle Ballsportarten, die Leichtathletik und Golf. Mit den deutschen Spitzen-Fechtern war ich in den frühen 2000er-Jahren bei Welt- und Europameisterschaften in der "halben Welt" unterwegs.
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